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Der gläserne Schatz der Fotopionierin - Leipzigerin war erste Berufsfotografin Europas

Der gläserne Schatz der Fotopionierin - Leipzigerin war erste Berufsfotografin Europas

Mit dieser Ausstellung möchte Volker Rodekamp, der Chef des Stadtgeschichtlichen Museums, nach New York oder Washington: Bertha Wehnert-Beckmann, (1815-1901) die erste Berufsfotografin Europas, hat schließlich den Sprung in die Neue Welt gewagt und von 1849 bis 1851 in New York ein erfolgreiches Fotoatelier betrieben.

Leipzig. Der damalige US-Präsident Millard Fillmore gehörte ebenso zu ihren Kunden wie der Gründer von Texas, Samuel Houston. Warum Wehnert-Beckmann ins damals "piefige Leipzig" mit seinen 40.000 Einwohnern zurückkehrte, wie Rodekamp formulierte, bleibt ihr Geheimnis. Wie vieles in ihrem Leben.

Nicht geheim hingegen ist ein einzigartiger Fotoschatz, den das Museum ab Sonntag erstmals in einer Personalschau vorstellen wird. Am 21. Januar jährt sich der Geburtstag Wehnert-Beckmanns zum 200. Mal. "Wir haben es mit einer unheimlich spannenden Frau zu tun, die als Fotografin eine Männerdomäne eroberte. In ihrer Person verkörpert sich auch die Geschichte der Emanzipation im 19. Jahrhundert", so Rodekamp. In Cottbus geboren, erlernte Bertha Beckmann in Prag die revolutionäre Kunst der neuen Fotografie. Die wurde nach dem Franzosen Louis Jaques Mandé Daguerre, ihrem Erfinder, Daguerreotypie genannt und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. 1843 zog Beckmann nach Leipzig. Hier ging sie zunächst bei ihrem späteren Mann Eduard Wehnert in die Lehre, der aber frühzeitig starb. Dabei hatte sie sich aber bereits mit Neuerungen vertraut gemacht - Visitenkarten gehörten bald zum Angebot.

Zunächst wagte die junge Witwe aber den Sprung nach Amerika. "Sie setzt sich von der Konkurrenz ab, in dem sie als Erste in einem regulären Studio in New York Papierfotografien anbietet", erklärt Christoph Kaufmann, der Kurator der Ausstellung. Von ihm stammen viele neue Erkenntnisse über Wehnert-Beckmann. Die Schau ist das Ergebnis einer mehr als dreijährigen Forschungstätigkeit im Museum.

1851 kam Wehnert-Beckmann zurück nach Leipzig, legte vorher bei der Weltausstellung in London noch einen Zwischenstopp ein. Natürlich, um sich die neuesten Techniken wie die Stereofotografie anzueignen. "Ganz Leipzig gibt sich bei ihr die Ehre, um sich porträtieren zu lassen", sagt Kaufmann. Neben Damen der Gesellschaft und deren Kindern zog es Kaufleute, Musiker, Gelehrte, Adelige, hochrangige Militärs und viele andere vor ihre Kamera. Sie lichtete aber auch die Köchin, Dienstboten, Markthelfer ab. Zwei Drittel der Porträtierten waren Frauen und Kinder. Selbst die ersten Aktfotografien Leipzigs stammen aus ihrem Atelier. Das Museum besitzt zwei Fotos, die um 1850 datiert sind. Sie hat aber auch Gebäude abgebildet, die längst aus dem Stadtbild verschwunden sind. Das 1860 abgerissene Peterstor ist dafür ein Beispiel.

Leipzig. Mit dieser Ausstellung möchte Volker Rodekamp, der Chef des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, nach New York oder Washington: Bertha Wehnert-Beckmann, (1815-1901) die erste Berufsfotografin Europas, hat schließlich den Sprung in die Neue Welt gewagt und von 1849 bis 1851 in New York ein erfolgreiches Fotoatelier betrieben.

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Etwas ganz Besonderes sind jene 3472 Glasnegative, von denen viele auch in der Sonderschau zu sehen sind - in einer Art Schatzkammer des Museums. Die Sonderschau ist dessen erster Beitrag zum Leipzig-Jubiläum. Gefördert wird die Ausstellung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung. Spannend ist übrigens auch die Geschichte rund um ihr Stadtpalais in der Elsterstraße 38. Dort soll am 26. Februar zu Ehren der Fotopionierin eine Gedenktafel angebracht werden.

Die Sonderschau öffnet am Sonntag, 11 Uhr. Danach kann sie bis zum 26. April dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Eintritt: fünf, ermäßigt 3,50 Euro, bis 18 Jahre ist frei. Zur Ausstellung ist eine 240-seitige Publikation erschienen.andida ohne Einzug

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.01.2015

Kasel, Beatrice

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