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23:59 15.05.2014
Joachim Zetzsche kam auf Umwegen zur Malerei. Jetzt ist er angekommen. Quelle: Wolfgang Zeyen

"Mir gefällt, wie kämpferisch er war", sagt 55-Jährige. "Mir ist auch nichts geschenkt worden."

So ganz absolut stimmt dies allerdings nicht. Denn Zetzsche wurde einiges in die Wiege gelegt. "Meine Eltern haben mich nicht mit Konsum traktiert, sondern mit Büchern, Bildern und Naturerlebnissen", erzählt der gebürtige Stötteritzer. Sie haben ihn auch auf Reisen in den Harz, ins Erzgebirge, in die Sächsische Schweiz und nach Mecklenburg mitgenommen. Mit 14 griff er zum ersten Mal zu Pinsel und Farbe und malte die idyllische Landschaft zwischen Audenhain und Torgau. "Auch kleine Bilder können monumental sein", hat der Autodidakt dabei entdeckt. "Es kommt immer auf das Bildgefüge an."

Vier Jahre hat er damals in seiner Freizeit gemalt - dann war Schluss. Denn der Job als Straßenbauer hatte Vorrang. 300 DDR-Mark gab er pro Monat für Grafiken aus - 250 Blätter sind noch heute in seinem Besitz. "In meiner Ein-Raumwohnung in Grünau habe ich unter den Bildern geschlafen", erzählt er. Freunde rieten ihm, wieder mehr zu malen und 1989/90 bot sich die Chance, in einem Malzirkel von Gert Pötschig das Rüstzeug zu erwerben. Als Zetzsche 1993 arbeitslos wurde, entschied er sich vollends für die Malerei. "Ich habe 15 Jahre fremdbestimmt gearbeitet und es verdient, meinen eigenen Lebensweg zu gehen", sagt er seitdem.

Heute arbeitet und lebt er immer noch in Grünau - inzwischen allerdings in einer größeren Wohnung, die ihm auch als Atelier dient. Geblieben ist auch die Liebe zur Landschaftsmalerei. "Eine gute Landschaft ist keine Lüge und keine Flucht, sondern ein Fingerzeig auf das, was wir erhalten müssen", meint er. Seine Werke spiegeln jetzt Eindrücke und Anregungen von Reisen nach Italien, Kroatien, Frankreich und die Türkei wider - oft mit einer intensiven Lichtstimmung. Ölmalerei, Monotypien, Ölpastelle, Kreidezeichnungen und Kaltnadelradierungen sind die Techniken, mit denen er ausdrückt, was ihn bewegt. Zurzeit stellt Zetsche seine Werke in der Villa Bösenberg in Gohlis aus.

In der Erfurter Straße 4 ist die Schau bis zum 1. Juni zu sehen; dienstags und freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Die Finissage ist dort für den 1. Juni um 15 Uhr geplant.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2014

Tappert, Andreas

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