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Deutsch-Israelische Gesellschaft Leipzig: Jugendliche haben Angst

Deutsch-Israelische Gesellschaft Leipzig: Jugendliche haben Angst

Leipzig.  Die Film-Vorführung im Ariowitsch-Haus endete abrupt, nach einer halben Stunde. Die Technik hatte versagt, zehn Minuten vor Schluss. "Vielleicht weil heute Sabbat ist", sagt Thomas Feist.

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Vor der Gesprächsrunde im Ariowitsch-Haus: Lian Najami, Thomas Feist und Daniel Mordechay vom Leo-Baeck-Zentrum Haifa (von rechts). Foto:

Quelle: André Kempner

Der Freitagabend gilt zumindest im Islam mitunter als Unglückstag. Kein Problem, somit blieb mehr Zeit für Gespräche.

Der CDU-Bundestagspolitiker und Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Leipzig hatte zum Filmabend mit Podiumsdiskussion geladen. Gezeigt wurde ein Video über ein arabisch-jüdisches Musical - Szenen über die erste Begegnung, gemeinsame Reisen ins Ausland und die Konflikte zwischen beiden Gruppen.

"Die Veranstaltung ist wichtig, sonst hört man immer nur die schlechten Nachrichten", sagt Feist, der zusammen mit Stefanie Horn vom Leo-Baeck-Zentrum - einem israelischen Bildungsinstitut - die Diskussion vor einem kleinen Zuhörerkreis moderierte. Mit dabei waren zwei Jugendliche: Lian Najami (20), Muslimin, und Daniel Mordechay (17), der aus einer jüdischen Familie stammt - beide kommen aus Israel. Wie sehen Sie den Gaza-Konflikt? "Wir haben viel über unsere Gefühle gesprochen", sagt Lian. Sie ist Teil eines Musikprojektes des Baeck-Zentrums.

"Von vielen Freunden wurden Brüder oder Väter eingezogen. Sie haben Angst." Lian lebt in einem Viertel, wo jüdische und arabische Israelis zusammenwohnen. "Wenn Kinder aus verschiedenen Nationen zusammen sind und positive Erlebnisse teilen, bringt das voran." Daniel, auch Mitglied des Zentrums, reiste kürzlich mit muslimischen Jugendlichen in die USA. "Das war mein erster Kontakt mit Arabern" - eine neue Erfahrung, die half Vorurteile abzubauen und für Frieden einzutreten, sagt er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.09.2014

Benjamin Winkler

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