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Die Jubiläumsjahre 2014/2015 im Leipziger Museum in der Runden Ecke

Die Jubiläumsjahre 2014/2015 im Leipziger Museum in der Runden Ecke

"Horch und Guck" ist beste, ist sehr mutige DDR-Volksstimme. Man sagte es damals nicht nur hinter vorgehaltener Hand. "Horch und Guck" lebt. Auch im Jubiläumsjahr der Wiedervereinigung.

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Das Museum in der Runden Ecke in Leipzig.

Quelle: Regina Katzer

Unter diesem Titel als Zeitschrift des Berliner Bürgerkomitees gegründet und dort seit 1992 herausgegeben, ist das Magazin in Sachen Aufarbeitung der SED-Diktatur nun in Leipzig heimisch.

In der Hauptstadt über die Jahre immer mal wieder von Krisen beeinflusst, wird die Publikation jetzt in Trägerschaft des Vereins Bürgerkomitee Leipzig als überregionale Zeitschrift gestaltet und ediert. Viermal im Jahr soll "Horch und Guck" auf den Markt kommen, jeweils 1500 Exemplare werden es sein. Mitherausgeber Tobias Hollitzer, Leiter des Museums in der "Runden Ecke", weiß um die Größe dieser Aufgabe.

 Gegenwärtig gibt es 650 Abonnenten, der Verkauf der Nummer 1 aus Leipzig läuft ordentlich, freilich hänge die ganze Geschichte an der Förderung seitens der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Das aktuelle Heft widmet sich in seinem Schwerpunktthema der Linkspartei und der Frage, wie viel SED noch in ihr steckt. "Lesen lohnt", wirbt Hollitzer. Schließlich ist Konrad Weiß, vor 25 Jahren Mitgründer der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt und Vordenker der Friedlichen Revolution, einer der Autoren. Weiß in "Horch und Guck": "Die Linkspartei ist in vieler Hinsicht Nachfolgepartei der SED: juristisch, personell, politisch und ideologisch." Die Linkspartei sei eine Partei, in der noch immer viel zu viel SED stecke. Eine Reaktion der "Angezählten" hat es laut Hollitzer bis dato nicht gegeben. Er vermutet "aus gutem Grund".

 Was "Horch und Guck", diesmal ist die Stasi an sich gemeint, einst so trieb, ist unverändert von hohem Interesse. Das Museum in der Runden Ecke mit dem  Stasibunker Machern konnte im vergangenen Jahr 130000 Besucher verzeichnen. Diese Bilanz vermelden Hollitzer und Team mit berechtigtem Stolz, rangiert man doch damit in der Museums-Statistik der Stadt Leipzig an dritter Stelle und noch vor den Vorzeigeeinrichtungen Bildermuseum und Grassi-Museum. Nur im Zeitgeschichtlichen Forum und im Völkerschlachtdenkmal gab es 2014 mehr Besucher. Der erstaunliche Erfolg hält die Aufarbeiter freilich nicht davon ab, über neue Ausstellungskonzepte nachzudenken. Hollitzer weiß, dass die Dokumentation über das Wirken der Staatssicherheit in die Jahre gekommen ist, die Runden Ecke heute selbst ein Museum im Museum darstellt: "Wir denken schon einige Zeit darüber nach, was zu tun ist. Wir werden aber nichts überstürzen." Vielleicht, so wäre zu ergänzen, spricht ja gerade die nostalgisch-unikate Gestaltung die Besucher besonders an. Auch wäre eine grundlegende Neugestaltung mit Fördermitteln (2014 kamen 75000 Euro von der Stadt) allein nicht zu stemmen.

 2015 ist nach dem großen Erinnern an die Friedliche Revolution vor allem in der Runden Ecke schon wieder ein großes und zudem vielschichtiges Jubiläumsjahr. Man ist hier von den verschiedenen Anlässen direkt betroffen. 1000 Jahre Leipzig nahmen an diesem Standort ihren Anfang, hier befand sich die "Urbs Lipzi", was für die erstmalige Nennung Leipzigs als Siedlungsgebiet steht. Und wenn schon in wenigen Wochen des Kriegsendes vor 70 Jahren gedacht wird, dann spielt der Bau der heutigen Runden Ecke auch eine gewichtige Rolle. Am 19. April 1945 richtete die US-Armee in diesem Haus ihr Hauptquartier ein.

 Genannte Daten und Ereignisse sind für Hollitzer und Team Anlässe genug, sozusagen programmatisch tätig zu werden. Hinzu kommt, gar keine Frage, der 3. Oktober als Einheitsfeiertag, den man besonders begehen will. Mit ihm begann schließlich die Erfolgsgeschichte des authentischen Aufarbeitungszentrums.

 www.runde-ecke-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2015

Tom Mayer

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