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Kultur Die Schöne und das Objektiv - Marilyn Monroe im Fotomuseum Markkleeberg
Nachrichten Kultur Die Schöne und das Objektiv - Marilyn Monroe im Fotomuseum Markkleeberg
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16:04 10.06.2014
Marilyn Monroe und Arthur Miller im Jahr 1957 in New York. Quelle: Sam Shaw

Im Großformat lockt MM mit wehendem Rock Besucher aus dem Agra-Park ins Deutsche Fotomuseum. Die ihr gewidmete Sonderschau innerhalb des Museums kommt bescheidener daher. Bürokratische Mahlwerke verhindern immer noch die Eröffnung des eigentlich für die wechselnden Ausstellungen gedachten Gebäudeteils. Museumsdirektor Andreas J. Mueller spricht deshalb zu Recht von einer Kabinettschau.

Abgesehen vom publikumswirksamen Thema ist aber allein die Auswahl der sechs durchweg namhaften Fotografen, die Marilyn auf je eigene Weise abgelichtet haben, gar nicht so bescheiden. Bruno Bernard beispielsweise, ihr Entdecker. 1946 hieß das nette Mädchen noch Norma Jean Baker. Bernard machte Marilyn Monroe aus ihr, den Superstar, das Kunstprodukt, die Ikone des Pop-Zeitalters. Dank seiner vielseitigen Beziehungen blieb es nicht bei Pin ups. Sie bekam ihre erste Filmrolle, wurde zur berühmtesten, wenn auch nicht besten, Schauspielerin der 50er Jahre in den USA. So schnell wie sie aufstieg, so schnell zerbrach sie an der konstruierten Rolle, die mit ihrer Person nur bedingt zu tun hatte. "The last sitting" fotografierte Bert Stern wenige Wochen vor dem Selbstmord des Stars. Aus der sehr intimen Serie ist ein Bild vertreten, eines von nur vier farbigen unter den rund 30 in der Ausstellung.

Zwischen Entdeckung und Fall liegen gerade mal 15 Jahre einer rasanten Karriere. Die ausgewählten Fotos können nur einige Facetten Marilyn Monroes zeigen. Da gibt es natürlich den Vamp, in gestellten Studiosituationen von Glamour überzuckert oder im Racquet Club nach vermögenden Männern Ausschau haltend. Doch es finden sich auch ganz privat erscheinende, deshalb nicht weniger auf Effekt hin ausgelegte Aufnahmen. So etwa das wunderbare Porträt mit Badeschaum in der häuslichen Wanne. André des Dienes, der Autor, kannte sie sehr persönlich. Natürlich darf das legendäre Bild über dem Lüftungsschacht der Metro nicht fehlen, das schon an der Außenwand hängt. Geschaffen hat es Elliot Erwitt.

Ansonsten sind nur wenige Filmstills dabei, dafür einige Fotos für Zeitschriftencover. Und gelegentlich kommen Männer mit in den Bildausschnitt. Billy Wilder, der Regisseur von "Manche mögen's heiß". Oder Arthur Miller, der bekannteste unter Monroes Lebenspartnern.

Von einer Ausstellung im Deutschen Fotomuseum darf man keine umfassende Darstellung der Sängerin, Schauspielerin und des Models Marilyn Monroe erwarten. Vielmehr geht es darum, wie sechs Fotografen (die Beschränkung auf die männliche Version des Wortes ist hier völlig korrekt) jene besondere Frau gesehen und ins Bild gesetzt haben, dabei ihre individuelle künstlerische Handschrift einbringend. Genau diesen Anspruch erfüllt die Kabinettschau mit dem etwas reißerischen Titel.

"Marilyn Monroe - Blondine bevorzugt!": bis 7. September, Di-So 13-18 Uhr; Deutsches Fotomuseum Markkleeberg, Raschwitzer Straße 11

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.06.2014

Jens Kassner

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