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Nachrichten Kultur Diese Bücher lohnen sich wirklich
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11:25 20.10.2016
Das sind Buchtipps unserer Literaturkritiker zur Frankfurter Buchmesse. Quelle: dpa/Verlage
Hannover/Frankfurt/Main

Jedes Jahr erscheinen zigtausende neue Bücher in Deutschland. Niemand kann sie alle lesen. Unsere Literaturkritiker haben deshalb zur Frankfurter Buchmesse vier Empfehlungen für Sie:

Arnon Grünberg: Muttermale

Psychiater Otto, der sich professionell mit seelischen Nöten beschäftigt, gerät selber in ein emotionales Chaos. Der Pflege seiner Mutter, einer Holocaust-Überlebenden, und diversen Beziehungswirrnissen ist der Mann kaum gewachsen. Der Niederländer Grünberg macht daraus kein Drama, sondern eine überdrehte Tragikomödie.

Von Martina Sulner

Claire Vaye Watkins: Gold Ruhm Zitrus

So herrlich poetisch kryptisch wie der Titel ist die Geschichte von Ray, Luz und Ig, die hier wie die Letzten der Menschheit durch überhitzte Tage und tote Städte taumeln. Bis sie in der Wüste stranden, am Rand des Dünenmeers, das mal Death Valley war... Watkins entwirft eine Dystopie im Dunst von Mad Max und Eso-Kommune, totaler Freiheit und Vereinnahmung. Glitzernd, brutal und sonnentrunken.

Von Ruth Bender

Ulla Scheler: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

Ein bemerkenswerter Debütroman, der zeigt, wie gut es sein kann, wenn junge Autoren auf Augenhöhe mit jungen Lesern sind. Die Schule ist zu Ende, die Wege trennen sich. Ben und Hanna, beste Freunde, machen Urlaub am Strand. Sie kommen sich näher und treffen dabei auf eine düstere Legende. Die Geschichte ist tiefgründig wie das Meer, manchmal leicht, oft poetisch.

Von Heike Manssen

Hendrik Groen. Eierlikörtage. Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 ¼ Jahre.

Dieser Roman hat das Potenzial, an den Erfolg von „Der Hundertjährige, der…“ anzuknüpfen. Es handelt sich um das selbstironische und schwarzhumorige Aufzeichnungen eines anonymen Altenheimbewohners, deren Identität die große Fangemeinde seit Erscheinen des Buches zu entschlüsseln versucht. Holland steht das Buch seit mehr als zwei Jahren auf der Bestsellerliste, jetzt ist es auch in deutscher Übersetzung erschienen. „Eierlikörtage“ führt eine Gesellschaft vor, die Senioren ins Heim und an den Rand der Gesellschaft abschiebt. Ein bemerkenswertes Plädoyer dafür, die letzten Jahre nicht mit Wehleiden zu verplempern. Auch für jüngere Leser höchst amüsant zu lesen.

Von Nina May

Weitere Buchtipps finden Sie im sonntag, der Wochenendbeilage Ihrer Zeitung.

Von RND

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