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"Dornröschen" feiert am Centraltheater umjubelte Premiere

"Dornröschen" feiert am Centraltheater umjubelte Premiere

"Dornröschen" steht auf dem diesjährigen Advents-Spielplan im Leipziger Centraltheater. In ihrer Inszenierung erweckt Martina Eitner-Acheampong das Märchen zu Musical, Komödie, sinnlichem Erlebnis.

Leipzig. Am Samstag war die umjubelte Premiere, bei der nicht nur die Zielgruppe auf ihre Kosten kam.

"Nicht klopfen. Reingehen!" ruft ein Kind, als Dornröschen vor der Tür zum verbotenen Turmzimmer steht. Dahinter, alle wissen es, lauert das Böse. 15 Jahre haben König Holger und Königin Astrid ihre Tochter von allem ferngehalten, was an den Fluch der 13. Fee erinnern könnte. Von Spindeln sowieso. Dann nimmt das Schicksal dennoch seinen Lauf, der in diesem Fall vor allem Stillstand heißt. So wollten das Jacob und Wilhelm Grimm. Das Kind im Publikum fürchtet wohl, nach über 100 Jahren könnten die Dinge eine andere Wendung nehmen, doch das ist nicht der Regisseurin Intention. Sie bleibt dem Werk so treu, wie sie ihrem eigenen Empfinden für Rhythmik und Komik, für Figuren und Bilder vertraut.

Yvette Schuster hat die Personnage in historisch-romantisch-moderne Phantasie-Kostüme gesteckt, Katrin Wittig ein Schloss auf die Bühne gestellt, dessen Prunk man sich denken kann. Zu sehen ist ein Gerüst auf zwei Ebenen, oben residieren Astrid und Holger, unten kochen Küchenchef Manfred und Lehrjunge Mäxchen, Waschfrau Bärbel geht der Königin zur Hand.

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"Dornröschen" steht auf dem diesjährigen Advents-Spielplan im Leipziger Centraltheater. In ihrer Inszenierung erweckt Martina Eitner-Acheampong das Märchen zu Musical, Komödie, sinnlichem Erlebnis. Am Samstag war die umjubelte Premiere, bei der nicht nur die Zielgruppe auf ihre Kosten kam.

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Über allem leuchtet ein riesiger Mond, der als Uhr die Zeichen der Zeit zeigt oder als Projektionsfläche dient für der Comic-Ästhetik entliehene Glückssymbole. Hier wird die Handlung nicht erklärt, sondern begleitet. Wie auch live an E-Piano, Cello und Schlagwerk. Matthias Flake hat die Lieder komponiert, mit denen Eitner-Acheampong, von der die Texte stammen, einen weiteren Boden einzieht. Dieses gut abgeschmeckte Ensemblespiel braucht zwar keine Helden, dennoch bekommt jeder sein Solo. Schon in der Pause werden die Ohrwurm-Refrains auf den Gängen gesummt. "Jetzt, jetzt, jetzt!" singen in der Zugabe noch einmal alle zusammen.

"Das Glück beginnt immer grad jetzt", ist die Formel dieser hinreißenden Erweckungskomödie, deren Fäden bei David Kosel zusammenlaufen, dem Frosch, der im Original nur die Geburt des ersehnten Kindes weissagt, hier aber wieder und wieder sich den erlösenden Kuss zu erschleichen sucht. Obwohl hoffnungslos im falschen Märchen unterwegs, muss auch er nicht einsam in den Sonnenuntergang reiten. Publikumsliebling Kosel gehört - wie Lisa Jopt (Königin, für die erkrankte Sylvia Habermann), Albrecht Schucht (Prinz) und Johann David Talinski (Küchenjunge) - zu den Schauspiel-Studenten, die auch in Eitner-Acheampongs preisgekrönter Skala-Inszenierung "Ego-Shooter - Generation Peer" auf der Bühne stehen. Im Märchen überzeugen sie mit Hingabe zu den Details und stehen darin Barbara Trommer als Waschfrau, Andrej Kaminsky als König und Berndt Stübner als Koch in nichts nach.

Eitner-Acheampong hat das Märchen entstaubt, hinterfragt und zu einem Familien-Vergnügen ausgebaut, das Lachen und Staunen macht. Dafür erntet sie wie alle Schauspieler Jubel und Bravi.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Leipziger Volkszeitung vom 30. November 2009 oder im E-Paper.

Janina Fleischer

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