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Kultur Drehbuch-Coach mit Oscar-Nominierung: Wolfgang Pfeiffer startet Seminar in Leipzig
Nachrichten Kultur Drehbuch-Coach mit Oscar-Nominierung: Wolfgang Pfeiffer startet Seminar in Leipzig
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16:13 13.11.2014
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Leipzig

Mit zwei Oscar-Nominierungen gehört der 61-Jährige zu den Schwergewichten der Branche.

Wie erzählt man eine gute Geschichte? Warum spricht uns ein Film an – oder lässt uns völlig kalt? Solchen Fragen nachzugehen ist wohl das Lebenswerk des passionierten Filmemachers, der seine Schüler lieber zum Zaubern statt zum Werkeln motivieren will. Denn ein guter Film braucht vor allem eins: ein gutes Buch.

Die freischaffende Leipziger Filmwissenschaftlerin Grit Horn hat Pfeiffer in Berlin erlebt und war restlos überzeugt: Das braucht Leipzig auch. Fortan setzte sie alle Räder in Bewegung, fand das gemütliche Cineding an der Karl-Heine-Straße als Veranstaltungsort. Bei der Workshop-Premiere vom 14. bis 16. November bleibt die Leinwand natürlich dunkel. Dafür dürften Geistesblitze sprühen, wenn es um die Erzählmuster von Filmen geht.

An über 60 Produktionen hat Pfeiffer mitgewirkt, und die Liste der Auszeichnungen ist beeindruckend: Kinder der Natur (Oscar-Nominierung, "Bester fremdsprachiger Film"), Stilles Land (Hessischer Filmpreis, "Bester deutscher Spielfilm"; Regie: Andreas Dresen), Warheads (Nominierung zum europäischen Filmpreis Felix) oder "Joe Polowsky - ein amerikanischer Träumer" (Friedensfilmpreis Berlinale und Goldene Taube beim Dok-Festival Leipzig 1986) gehören dazu.

Auf Kriegsfuß mit dem deutschen Film

Dass er mit dem deutschen Film auf Kriegsfuß steht, daraus macht der charismatische Filmphilosoph keinen Hehl. Jüngstes Beispiel: „Who am I – kein System ist sicher“. Die Hacker-Story mit Tom Schilling und Elyas M'Barek in den Hauptrollen fand in Pfeiffers Augen keine Gnade. „Der Film verfehlt es auf die vom deutschen Film hinlänglich bekannte Weise, sein Publikum zu führen und er bleibt ohne jede inhaltliche Substanz. Er ist gemessen an internationalen Erzählstandards belanglos“, heißt es in Pfeiffers Blog, in dem er Mosaiksteine seiner „Berlinischen Poetologie“ veröffentlicht. Ein Buch mit den Grundzügen der Erzähllehre des Drehbuch-Coaches ist ebenfalls in Vorbereitung.

Was auf der Leinwand erscheint, soll etwas bedeuten, sonst bedeutet es dem Zuschauer nichts. Der Anspruch prägt die Pfeiffer-Seminare, die gleichzeitig bei den Teilnehmern viel mehr auf kreative Energie statt auf Köpfchen setzen (obwohl Letzteres nicht schaden kann). Deshalb spricht er in seiner Leipziger Drehbuch-Einführung Profis genauso an wie Anfänger an.

Auf eines müssen sich die Teilnehmer gefasst machen: Wer sich auf Pfeiffers Erzählweise einlässt, wird Filme wohl nie mehr so unschuldig sehen können, wie zuvor. Zaubern müssen sie allerdings selbst.

Einführungsseminar Drehbuch, Grundzüge der poetischen Erzählweise, 14.-16. November, Freitag 16-20 Uhr, Samstag und Sonntag 10-17 Uhr. Mehr Infos zu der kostenpflichtigen Veranstaltung und weiteren, geplanten Workshops in Leipzig: grit.horn@gmx.de. Auf Anfrage Einzel- oder Gruppencoaching am 17. November.

Evelyn ter Vehn

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