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Kultur Dresdner Kunstsammlungen vor Jahr der Veränderungen - drei Sonderausstellungen
Nachrichten Kultur Dresdner Kunstsammlungen vor Jahr der Veränderungen - drei Sonderausstellungen
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09:56 27.12.2011
Der Direktor der Dresdner Rüstkammer, Dirk Syndram, steht in der „Türckischen Cammer“ im Schloss in Dresden vor dem mit Edelsteinen besetzten Prunkreitzeug der Johann Michaels Garnitur. Quelle: dpa
Dresden

Neben einem Gastspiel des Kreml im Schloss und einer großen Ausstellung zu dem vor 500 Jahren von Raffael geschaffenen Gemälde „Die Sixtinische Madonna“ befasse sich eine weitere Schau mit Leben und Wirken des documenta-Begründers Will Grohmann (1887-1968).

Die Rüstkammer wird Ende September geschlossen und Anfang 2013 ins Schloss ziehen. „Damit geht eine ganze Museumsepoche zu Ende“, sagte Syndram. Im Herbst beginne die Einrichtung des Mathematisch-Physikalischen Salons. Er wird 2013 eröffnet. Vorbereitet wird zudem die Generalsanierung der Sempergalerie, bei der eine repräsentative Auswahl der Gemälde jeweils im nichtbearbeiteten Flügel zu sehen sein soll.

Dresden sei zwar ohne diese Galerie eigentlich undenkbar. „Trotzdem muss sie  Anfang 2013 für eine kurze Zeit von voraussichtlich drei Monaten zeitweise komplett geschlossen werden.“ Die bauliche, technische und ästhetische Erneuerung des weltberühmten Museums sei dringend nötig, um ihre Zukunft zu sichern. Syndram hofft, dass es auch im Schloss weitergeht, nachdem 2011/12 zwei Drittel weniger für den weiteren Innenausbau zur Verfügung standen. „Es ist sehr wünschenswert, wenn im nächsten Etat wieder eine Summe eingestellt würde, die den verlangsamten Tanker wieder zu voller Fahrt bringt.“

Inhaltlich bleibe die Moderne ein wichtiger Schwerpunkt. „Was wir uns wünschen, ist ein „Cluster“ für moderne Kunst im Bereich Albertinum und Kunstakademie als Gegenpol zu Zwinger, Semperbau und Schloss.“ Die erfolgreiche Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ zeige, wie bedeutend die Kunst in Dresden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war. „„Kritik macht Kunst“ zu Grohmann wird zeigen, wie wichtig der Geist des Kunstkritikers ist, um Kunstentwicklung und -strömungen zu prägen.“

Wirtschaftlich bewegen sich die SKD dank ihrer traditionsreichen und weltbekannten Museen laut Syndram weiter im schwarzen Bereich. „Sie sind unsere Milchkühe, Grünes Gewölbe und Gemäldegalerie Alte Meister spielen mehr als die Hälfte des Etats ein.“ Angesichts einer halben Million Euro Ausstellungsetat für alle Museen seien die Großprojekte 2012 mit je siebenstelligem Budget nur durch Drittmittel finanzierbar. Die Reise in die Vergangenheit funktioniere zwar immer noch. „Sie ist aber kein Selbstläufer“, betonte Syndram. „Wir machen uns Gedanken wie Unternehmer, die wollen, dass sich ihre „Kunden“ wohlfühlen und wiederkommen.“

dpa

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