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Dritter Bewerber: Markus Johannes Langer

Thomaskantor-Kandidat Markus Johannes Langer präsentiert sich in der Freitags-Motette Dritter Bewerber: Markus Johannes Langer

In der Leipziger Thomaskirche hat Markus Johannes Langer zum Abschluss seiner Probenwoche mit den Thomanern die Freitagsmotette dirigiert. Er ist der dritte von vier eingeladenen Bewerbern um das Amt des Thomaskantors.

Markus Johannes Langer dirigiert in der Thomaskirche.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Als dritter von vier Bewerbern ums Thomaskantorat, die es in die Endrunde geschafft haben, hat in der Freitagsmotette Markus Johannes Langer, 44, die Ergebnisse seiner Probenwoche mit dem Thomanerchor vorgestellt. Nach der Struktur- und Detailversessenheit Markus Teutschbeins und der klangsinnlichen Emphase Clemens Flämigs wirft Langer, der aus Erlangen kommt und seit 15 Jahren in Rostock wirkt, klangliche und musikalische Ökonomie in den Ring: Nur in Knut Nystedts (1915–2014) wunderbarem „Peace I Leave With You“ lässt er die Thomaner direkt aus der und zur Seele singen. Nur hier schöpft er die dynamischen Möglichkeiten des Knabenchores aus. Nur hier lässt er die Jungs wirklich homogen und rund klingen. Nur hier wird, vor allem an der Grenze zur Stille, das Potenzial des Weltklassechors hörbar. Hier erst bekommen Worte durch Töne spirituelle Kraft. Hier erst fängt Langer den vorlauten Einzeltenor ein, den er über den Rest seines Programmes an der viel zu langen Leine ließ.

Von Johann Walters „Allein auf Gottes Wort“ über Heinrich Schütz’ Motette „Also hat Gott die Welt geliebt“, Mendelssohns „Warum toben die Heiden“, Distlers „In der Welt habt ihr Angst“ bis zu Volker Ochs’ (Jahrgang 1929) unerheblicher Oration „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort“ spannt sich dieser Rest. Und da ist wenig, was man Langer vorwerfen könnte. Mit sparsamen, aber präzisen Gesten sortiert er Linien und Klänge – bleibt dabei aber immer ein wenig distanziert. So dass seine Zeichen auch mal folgenlos bleiben und die so unterschiedlichen Sätze aus vier Jahrhunderten kaum stilistisches Relief entwickeln. Das Bild eines technisch ungeheuer versierten, aber eher uncharismatischen Kirchenmusikers setzt sich fort im unentschlossenen liturgischen Gesang und der harmlosen Gediegenheit seines eigenen Satzes von Johann Walters „Herr, für dein Wort sei hoch gepreist“.

Heute und morgen muss Langer zeigen, was er mit Bach anstellt und mit dem Gewandhausorchester.

Am heutigen Sonnabend, 15 Uhr, sowie im Gottesdienst am Sonntag um 9.30 Uhr in der Thomaskirche ist Markus Johannes Langer zwei weitere Male mit den Thomanern zu erleben.

Von Peter Korfmacher

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