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Ehemalige Skala in Leipzig soll Domizil für Jazzclub werden

Verkauf an Kultur-Investor Ehemalige Skala in Leipzig soll Domizil für Jazzclub werden

In die ehemalige Leipziger Skala könnte bald wieder Leben einziehen. Nach Empfehlung der Stadtspitze soll das Haus für 1,8 Millionen Euro an einen Kulturinvestor verkauft werden. Der Jazzclub Leipzig will dort Konzerte veranstalten.

Jazzclub statt Theater – der Verkauf des ehemaligen Theaterhauses „Skala“ in der Gottschedstraße steht bevor.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Neues Leben für die ehemalige Leipziger Skala: Wie die Stadt am Montag mitteilt, soll ein Kultur-Investor das Haus in der Gottschedstraße für 1,8 Millionen Euro übernehmen und sanieren. Wie die Verwaltung am Donnerstag mitteilte, hat die Dienstberatung des Oberbürgermeisters der Empfehlung von Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) zugestimmt.

Die Kulturstätten Jäger GmbH & Co. KG will nach Auskunft der Stadt das Theaterhaus in der Gottschedstraße in den kommenden zwei bis drei Jahren sanieren. Der empfohlene Käufer habe „ausreichend Erfahrung“ in der Gebäudesanierung und Immobilienverwaltung, heißt es weiter aus dem Rathaus.

Nach der Generalüberholung der maroden soll Platz für einen Jazzclub entstehen. Im Erdgeschoss will der Jazzclub Leipzig e.V. die Räume für Konzerte und Veranstaltungen anmieten und bekommt so eine feste Spielstätte. „Eine Jazzkneipe hat in jeder Stadt das Potenzial zum Kult“, begrüßte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) das Vorhaben.

Für Jazzclub Leipzig „könnte ein Traum in Erfüllung gehen“

„Für den Jazzclub Leipzig und die Jazzgemeinde könnte ein großer Traum in Erfüllung gehen und wir freuen uns sehr, dass die Stadt sich auch öffentlich zu einem Jazzclub mit Spielstätte bekennt und dieses Vorhaben unterstützen will“, sagte Vereins-Geschäftsführer Stefan Heilig gegenüber LVZ.de. Für uneingeschränkten Jubel sei es aber zu früh. Die Gespräche mit dem Investor seien gut verlaufen, doch die Vertragsunterzeichnung stehe noch aus. Aussagen, welche Rolle die Gastronomie in diesem Konzept spielen wird, könne er deshalb noch nicht machen. Auch die Überlegungen, wie der Verein sich als Betreiber künftig aufstellen könne, seien noch im Fluss. „Über Nacht würden der Kulturbetrieb deutlich größer werden“, sagte Heilig, der den Verein seit 2008 leitet.

1973 gegründet, richtet der Verein seit 1976 die Leipziger Jazztage aus. Zum ersten Mal bietet sich mit der Skala für die Jazzfreunde die Gelegenheit, eine feste Spielstätte für das wöchentliche Programm zu bekommen. Seit 2010 spielt die Musik im Telegraph, doch war auch dieser Auftrittsort immer als Interim gedacht. Während die Jazztage laut Heilig weiter an verschiedenen Orten in der ganzen Stadt spielen sollen, könnte das Dauerprogramm erstmals in Leipzig eine feste Jazz-Adresse bekommen: „Wie in den vergangenen Jahren wollen wir weiterhin solide wirtschaften. Ob wir uns die Spielstätte tatsächlich leisten können, hängt noch von verschiedenen Faktoren ab. Aber klar ist: wir geben alles dafür, denn wir waren noch nie so nah dran!“

Zur Zukunft der Skala-Kneipe äußerte sich auch die Stadt am Donnerstag auf Nachfrage noch nicht konkret. Jetzt sei man erstmal in der Planungsphase.

1,8 Millionen Euro für die Spielstätte

Albrecht lobte „den gesamtheitlichen konzeptionellen Ansatz des Investors“. Verschiedene Angebote und Konzepte seien geprüft worden. Das nun ausgewählte Projekt knüpfe am besten an die bisherige Tradition des Standortes an und verspreche eine „lebendige, der Öffentlichkeit unvermindert zugängliche Spielstätte“. Auch die schon ansässigen Organisatoren des Festivals Euro-Scene Leipzig soll bleiben können.

Rund zwei Jahre lang dauerte die Suche und Prüfung der Konzepte für einen geeigneten Investor. Der Kaufpreis für die zentral gelegene Immobilie ist in der Zeit beträchtlich gestiegen: Sollte das denkmalgeschützte Gebäude von 1882 zunächst für 860.000 Euro verkauft oder per Erbpacht vergeben werden, schätzte ein Gutachten im vergangenen Jahr den Wert der Immobilie auf rund 1,4 Millionen Euro.

Der Erlös für die Stadt liegt nun noch einmal 400.000 Euro über dieser Summe und fließt in den Umbau der ehemaligen Diskothek „Schauhaus“ als Zweitspielstätte für das Schauspiel Leipzig. Im Oktober muss der Grundstücksverkehrsausschuss letztlich über den Verkauf entscheiden.

Insgesamt seien auf die Ausschreibung sechs Kaufangebote eingegangen, eine Nachfrage nach Erbbaurecht habe es nicht gegeben, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Öffentlich hatte vor allem die Cinémathèque Interesse bekundet, die die ehemalige Skala gern in ein Filmkunsthaus verwandelt hätte.

Von lyn

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