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Ein Hip-Hopper namens Bach: Preisträger der Bachspiele in der Nato

Ein Hip-Hopper namens Bach: Preisträger der Bachspiele in der Nato

Sie waren im vergangenen Sommer die strahlenden Gewinner der zweiten Bachspiele: Jugendliche des Kulturzentrums O.S.K.A.R. und die Klassik-Metal-Band Molllust. Ein Dreivierteljahr später enterten beim Preisträgerkonzert am Sonntagabend insgesamt 40 Künstler die Bühne der Nato.

Wer rappt besser? Georg Philipp Telemann oder Johann Sebastian Bach? Beide Komponisten haben im Beitrag des Jugendkulturzentrums O.S.K.A.R. ihre Fans.

Quelle: Wolfgang Zeyen

"Hören, lieben, spielen, verehren und - das Maul halten!" habe Einstein mal als Stellungnahme zu Bachs Lebenswerk formuliert, berichtet der Erzähler von "Curiosus Vestitus BACHus", dem Beitrag des Jugendkulturzentrums O.S.K.A.R und neben der Band Molllust "Bachspiele"-Gewinner von 2012. Die letzte der Einstein'schen Empfehlungen hat in Hinblick auf das Hören und gewisse Arten der Beurteilung von Bachs Musik tatsächlich ihre Berechtigung - doch beim Crossovernachwuchswettbewerb "Bachspiele" geht es darum, inspiriert vom Werk Bachs den Mund aufzumachen, sich zu bewegen, zu spielen, zu gestalten und etwas Eigenes zu schaffen.

Michael Maul, Mitarbeiter des Bacharchivs, weist zu Beginn des Preisträgerkonzerts in der Nato darauf hin, dass es Bach gefreut hätte, "nicht nur wiedergekaut zu werden", sondern Anlass für individuellen künstlerischen Ausdruck zu sein. Als Beweis und um der "wissenschaftlichen Note" willen führt Maul die sehr unterschiedlichen Werdegänge von Bachs Söhnen vor Augen, die - obwohl alle Musiker und von Bach unterrichtet - jeweils ganz eigene künstlerische Wege gegangen seien, befähigt vom Vater als Lehrer, der ihre eigenen Ansätze nie in Frage gestellt habe.

Seit 2011 rufen das Bacharchiv und die Nato im Rahmen des Leipziger Bachfestes jährlich Künstlerinnen und Künstler zwischen 14 und 27 auf, sich kreativ mit Bach auseinanderzusetzen. Das kann im weitesten Sinne geschehen; Thema und Genre stehen frei. Dem Gewinner des Wettbewerbs steht als Belohnung die Bühne der Nato mit professioneller Licht- und Tontechnik zur Verfügung.

Beim Preisträgerkonzert am Sonntagabend wird diese von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen von O.S.K.A.R und der "Opera-Metal"-Band Molllust geteilt, was die Genre-Vielfalt auf besondere Weise unterstreicht und im Laufe der Veranstaltung 40 Künstlerinnen und Künstler zu Gesicht und Gehör bringt. Der erste Teil des Abends gehört "Curiosus Vestitus BACHus", einer von der Kaffeekantate inspirierten und mit Bach-Biografie-Schnipseln verbundenen Barockmodenschau, in der auch noch gesungen, gesteppt, Breakdance getanzt und gerappt wird.

Alle Texte und Kostüme entspringen den Federn und Nadeln der Ausführenden und zeugen von einem unheimlichen Potenzial an Ideen, Gestaltungswillen und Begeisterung. Vom Kleid mit Kaffeefilter-Fischschuppenmuster bis zum fulminanten Hip-Hop-Battle zwischen Bach- und Telemann-Verfechtern: Zwingend stellt sich Anerkennung für die Vielzahl toller Ideen ein.

Der Abend setzt sich im Molllust-Programm "Bach con fuoco" fort; wahrhaft feurig, wie hier klassische Metal-Besetzung, Celli, E-Geigen und klassischer Sopran Bach-Bekanntes wie das "Ave Maria" und - passend zum Kirchenjahr - "Blute nur, du liebes Herz" aus der Matthäuspassion sehr anders interpretieren.

Übrigens, den Hip-Hop-Battle hat natürlich trotz - oder wegen? - seiner komplizierteren Harmonien Bach für sich entschieden.

Die nächsten Bachspiele werden vom 15. bis 22. Juni im Hauptbahnhof ausgetragen. Anmeldung ab sofort: www.bachspiele.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.03.2013

Eva Finkenstein

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