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Ein Lied für Paris: Leipziger Benefizkonzert für die Opfer des Anschlags auf Charlie Hebdo

Ein Lied für Paris: Leipziger Benefizkonzert für die Opfer des Anschlags auf Charlie Hebdo

Das Heulen der Sirenen kann die französische Mezzosopranistin Astryd Cottet immer noch nicht heute vergessen. Am Tag des Terroranschlags auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo befand sie sich in Paris.

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Die Mezzosopranistin Astryd Cottet organisiert das Benefizkonzert "Ein Lied für Paris" in der Leipziger Peterskirche.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Zwölf Personen wurden getötet. In Erinnerung an die Opfer organisiert die 32-jährige Franzosin ein Benefizkonzert in Leipzig, das am Dienstag, 24. Februar, um 19:30 Uhr in der Peterkirche stattfindet. Alle Spenden gehen in voller Höhe an „Reporter ohne Grenzen“, sagt Cottet.

Am 7. Januar sitzt Astryd Cottet bei ihrer Oma in Paris. Ein paar Häuserzeilen entfernt passiert das Undenkbare: Zwei bewaffnete Männer stürmen in die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo herein und eröffnen das Feuer. „Ich war schockiert, als ich die schlimme Nachricht durch die sozialen Netzwerke erfahren habe. Kurz danach heulten die Sirenen in der ganzen Stadt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in Paris passieren könnte“, erzählt die Musikerin immer noch bewegt.

Es folgten drei Tagen Terror in der französischen Hauptstadt. „Es gab überall Soldaten, besonders in der U-Bahn. Das war sehr beeindruckend“, erinnert sich Astryd Cottet. „Die Leute haben viel mehr als vor dem Anschlag miteinander kommuniziert. Wir hatten alle das Gefühl, zusammen zu sein, vereint zu sein“, betont sie. Insgesamt wurden zwölf Personen ermordet: Die Zeichner Cabu, Charb, Honoré, Tignous und Wolinski, der Wartungstechniker Frédéric Boisseau, die Polizisten Ahmed Merabet und Clarissa Jean-Philippe sowie Yohan Cohen, Yoav Hattab, Philippe Braham und François-Michel Saada. Dieses Attentat ist das mit der höchsten Anzahl an Todesopfern in Frankreich seit 50 Jahren.

Eine Woche nach dem Anschlag konnte Astryd Cottet immer noch keine Ruhe finden. „Ich bin aufgestanden und hatte immer noch dieses traurige Gefühl im Herzen. Ich wollte etwas für die Opfer des Anschlags tun, aber was konnte ich machen? Ich bin niemand, nur eine Musikerin“, erzählt die Sopranistin, „ich habe mehrere Freunde angerufen und dann ist die Idee eines solidarischen Konzerts entstanden.“ Ihr Leben verbringt sie seit fünf Jahren zwischen Leipzig und Paris. In der Messestadt arbeitet sie als Kinderstimmbildnerin an der Oper Leipzig. Sie macht auch Stimmbildung für Erwachsene und Senioren aus verschiedenen Leipziger und Pariser Chören, unterrichtet an der Musikschule in Taucha und leitet den Volkshochulchor in Leipzig.

150 Musiker auf der Bühne – Brahms, Debussy und Chopin im Programm

Während der Organisation des Konzerts ist eine große Solidaritätskette entstanden. „Ich hätte nie gedacht, dass das Projekt so groß wird und dass so viele Leute mitmachen werden und sich dafür freiwillig engagieren. Viele fühlen sich betroffen, obwohl es in Paris passierte“, betont die Gesangslehrerin. Für das karikative Projekt will sie nicht im Rampenlicht stehen und lobt stattdessen die tolle Zusammenarbeit. „Das ist eine kollektive Initiative. Wir als Leipziger Musiker wollen unsere Verbundenheit mit den Betroffenen und mit ganz Frankreich zeigen. Wir sind vereint und solidarisch“, sagt sie.

Ohne die Unterstützung von Sponsoren ging es auch bei diesem Projekt nicht. „Der französische Grafiker Soleillion hat Flyer und Plakate gemacht. Das Unternehmen Devlogix hat sie gedruckt und Culturtrager hat sie in der Stadt verteilt. Finanzielle Unterstützung haben wir vom Café-Flohmarkt Schon schön bekommen. Und die Peterkirche steht uns fürs Konzert kostenlos zur Verfügung“, freut sich die Organisatorin.

Rund 150 Menschen, mit unterschiedlicher Herkunft und Religionszugehörigkeit, wollen miteinander musizieren. „Musik ist eine universelle Sprache. Sie hat keine Grenzen, keine Religion, keine Verbote“, so Astryd Cottet. Dabei sind unter anderem Musiker des Gewandhausorchesters, vom Kinderchor der Oper Leipzig, der deutsch-französisch Chor „Chor-beau“, das Ensemble für außereuropäische Musik, das Vocalconsort Leipzig, Studenten der Hochschule Felix Mendelssohn Bartholdy und vom Rozhinkes Ensemble. Astryd Cottet wird auch mit ihrem Trio singen. Zu hören gibt es Werke von Johannes Brahms, Max Bruch, Francis Poulenc, Claude Debussy, Felix Mendelssohn, Franz Schubert, Frédéric Chopin sowie arabische Perkussionsmusik und Klezmer-Musik. Das Ganze wird der MDR-Sprecher Axel Thielmann moderieren.

Der Konzerteintritt ist frei aber die Zuschauer können vor Ort Geld an die international tätige Nichtregierungsorganisation (NGO) „Reporter ohne Grenzen“ spenden. Von der NGO wird Gründungsmitglied und Vorstandssprecher Michael Rediske dabei sein. „Wer nicht zum Konzert kommen kann und trotzdem etwas für die Opfer von Charlie Hebdo machen möchte, kann auch T-Shirts, I-Pad und I-Phone Cover mit unserem Plakatmotiv kaufen. Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen auch an Reporter ohne Grenzen“, sagt Astryd Cottet.

Am Mittwoch nach dem Konzert soll die zweite Ausgabe von Charlie Hebdo seit dem Anschlag erscheinen.

Benefizkonzert in Erinnerung an den Opfern vom Terroranschlag auf Charlie Hebdo, am 24. Februar um 19:30 Uhr in der Peterkirche, Schletterstraße 5, 04107 Leipzig. Freier Eintritt.

Webseite von Astryd Cottet: www.astryd-cottet.fr

Adeline Bruzat

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