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Ein Paukenschlag im großen Konzert - Der junge Wagner in der Alten Nikolaischule

Ein Paukenschlag im großen Konzert - Der junge Wagner in der Alten Nikolaischule

Wenn irgendwann im Laufe des Jahres, Wochen nach Richard Wagners großem Jubiläum, die Opernhäuser wieder andere Komponisten in den Vordergrund rücken, wenn die vielen Ausstellungen und Kunstprojekte zu diesem Anlass wieder abgebaut sind, dann bleiben in Leipzig zwei Dinge: das Denkmal von Balkenhol und die Dauerausstellung in der Alten Nikolaischule.

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Wagnerbüste des Leipziger Bildhauers Fritz Zalisz (1932).

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. "Wagner ist mit Bayreuth besetzt", sagt Rolf-Dieter Arens, Präsident der Kulturstiftung Leipzig, selbst profunder Kenner des Komponisten und gefeierter Pianist. Um den Irrtum zu korrigieren, von dem selbst eingefleischte Wagnerianer befallen sind, dass nämlich ihr Idol ein Franke sei, kam die Stiftung "spät, dann aber vehement" auf die Idee, in der Stadt seiner Geburt und Lehrjahre eine Stätte zu schaffen, in der auch nach dem Jubeljahr Informationen abrufbar sind.

Dabei wurde mit der Festspielstadt kooperiert, in der nun aber eigenartigerweise ausgerechnet 2013 wichtige Institutionen wie die Villa Wahnfried geschlossen sind. So wird ein bisher fast unbekanntes Jugendbildnis, das sich heute im Besitz Katharina Wagners befindet, als Werbeträger für die neue Ausstellung genutzt.

Die Notenspur wird erweitert

"Richard ist Leipziger ..." heißt das übergreifende Motto der diversen Ehrungen vor Ort. Für Bach, Mendelssohn oder die Schumanns kann man das so nicht sagen, doch diese haben hier bereits würdige Orte des Andenkens.

Zeit also, der Notenspur durch die Musikstadt eine weitere "forte"-Markierung hinzuzufügen. Keine Überblicksschau zum ganzen Lebensweg soll es sein, sondern in weiser Beschränkung legt man die Konzentration auf die Kindheit und Jugend Wagners, die Spanne von 1813 bis 1834. Zwar fallen darin auch die Jahre in Dresden, Köthen und anderen Städten. Doch immerhin ist der Leipziger Aufenthalt von 1827 bis 1834 die Zeit, in der Richard Wagner zum Komponisten wurde und frühe Werke verfasste, darunter seine erste Oper "Die Feen".

Der geeignetste Standort für die Ausstellung ist die Nikolaischule, da Wagners Geburtshaus am Brühl schon 1886 abgebrochen wurde und auch andere Bezugspunkte wie etwa das alte Gewandhaus oder das Komödienhaus auf der Ranstädter Bastei nicht mehr vorhanden sind; andere wie das Königshaus nur in stark veränderter Form.

Ausstellung im Untergeschoss der Nikolaischule

Die Aula der Schule aber wurde 1827 im reinsten Biedermeier eingerichtet; ein Jahr bevor Wagner sich hier als Schüler einschrieb, dann allerdings nicht all zu häufig in der Bildungseinrichtung gesehen wurde. Der rekonstruierte Saal ist zumindest bei Führungen Bestandteil der künftigen Stätte der Erinnerung.

Die eigentliche Exposition, gestaltet von Heinz-Jürgen Böhme, liegt aber im Untergeschoss. Die unregelmäßigen Katakomben, in tiefem Blau gestrichen, haben etwas Höhlenartiges. Das passt zu Wagners Mystizismus. Ganz zeitgemäß aber ist die Technik mit Kopfhörern für akustische Informationen sowie Videos auf Bildschirmen, die außer einem Trailer zu den "Feen" in der hiesigen Oper speziell für diesen Zweck gedreht wurden.

Von einem Museum möchte Wolfgang Hocquél, Geschäftsführer der Kulturstiftung, nicht sprechen. "Mit einem einzigen originalen Exponat wäre das eine unpassende Bezeichnung." Dies betrifft die große Porträtbüste, geschaffen von Fritz Salis, einem im 19. Jahrhundert namhaften Leipziger Bildhauer.

Trotzdem benötigt man Geld für solch ein Vorhaben, viel Geld. Von der Kommune und der Sparkasse kamen 20 Prozent. Der große Rest der insgesamt 250.000 Euro wurde von Sponsoren und privaten Spendern eingeworben, die mehrheitlich keine Einheimischen sind.

Allein diesen Unterstützern wird die feierliche Eröffnung am 21. Mai vorbehalten sein. Ab dem folgenden Tag, dem Geburtstag von Richard, dem Leipziger, können ihm alle Bewohner und Gäste der Stadt ihre Aufwartung machen. Jens Kassner

Ab 22. Mai, Alte Nikolaischule; geöffnet täglich außer montags und freitags von 12-17 Uhr

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.05.2013

Jens Kassner

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