Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Ein Sommer-Vergnügen noch bis Sonntag: "Die drei Musketiere" der Schauspielstudenten

Ein Sommer-Vergnügen noch bis Sonntag: "Die drei Musketiere" der Schauspielstudenten

"Gutes Theater, Majestät, ist immer besser als eine schlechte Wirklichkeit", gibt Fabian Oehl als Kardinal Richelieu, der intrigant diabolische Strippenzieher, in der besten Szene des diesjährigen Sommertheaters der Schauspielstudenten im Grassi-Innenhof von sich.

Voriger Artikel
Zur Person: Erik Bettermann
Nächster Artikel
Highfield Inside: Neue Videoserie bietet spannende Einblicke rund um das Festival

"Die drei Musketiere" sind noch bis zum 10. Juli zu sehen.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Er spielt mit dem schwächlichen König (Jonas Leonhardi) Badminton, macht einen Punkt nach dem anderen und demonstriert sinnfällig, wer wirklich die Macht besitzt.

Die Wirklichkeit sieht gar nicht schlecht aus. Alle Plätze auf der Tribüne sind besetzt, und der drohende Regen bleibt weg. Gutes Theater gibt es auch. Die junge Truppe aus dem zweiten Studienjahr der Hochschule für Musik und Theater begeistert mit erstaunlichen darstellerischen Leistungen in Axel Plogstedts herrlich ironischer Dramatisierung des Romans "Die drei Musketiere" von Alexandre Dumas.

phpaf7ba57228201107061147.jpg

Leipzig. "Gutes Theater, Majestät, ist immer besser als eine schlechte Wirklichkeit", gibt Fabian Oehl als Kardinal Richelieu, der intrigant diabolische Strippenzieher, in der besten Szene des diesjährigen Sommertheaters der Schauspielstudenten im Grassi-Innenhof von sich. Noch bis zum kommenden Sonntag sind die Aufführungen um die "Drei Musketiere" zu sehen.

Zur Bildergalerie

Selbst da, wo die textliche Vorlage doch etwas platt daher kommt wie in den Liebesszenen, findet Regisseur Gösta Knothe mit seiner Truppe schöne spielerische Einfälle und macht den Abend zum vergnüglichen Erlebnis. So wird die Inszenierung zu Recht mit viel Zwischenapplaus und lang anhaltendem Schluss-Beifall gefeiert.

Wie eine Nummernrevue läuft die Handlung um die Intrigen am Hof Ludwigs XIII. ab. Bea Brocks als weiblicher Conferencier sagt die Nummern, Kapitel und Titel an und vermittelt von Beginn an, dass alles nur Spiel ist. Somit verwundern Rollenwechsel ohne langwieriges Umkleiden ebenso wenig wie die vielen herrlich komischen Brüche.

Da verwandeln sich die Schafe der Gascogne sekundenschnell in französische Klischees zitierende Pariser Bürger, weicht der Menuett-Tanz plötzlich einem Disco-Kracher, oder das Ensemble bricht mehrere Kapitel im Schnelldurchlauf herunter, um zügiger in die Pause zu kommen.

Frauke Bischingers übergroße Schränke als multifunktionales Bühnenbild, aus denen die Mimen auftreten oder auch mal ein Bösewicht mit dem Degen angetackert wird, Silvia Zygouris' großartig umgesetzte Choreografien und die für den Stoff obligatorischen Degenfechtereien von Claus Großer machen das Spektakel zum Feuerwerk theatraler Vielseitigkeit.

Glanzpunkt aber ist die Ausgestaltung der Figuren. Angefangen von der bösen Lady Winter (Julia Preuß), die stets mit der gleichen unheilvollen Musik, Reitpeitsche und wechselndem Outfit lasziv tanzend auftritt, bis zum Herzog von Buckingham (Pablo Guaneme Pinilla), dessen Leben in der Badewanne endet. Da liegt der Gedanke an den Wannentod von Politiker Uwe Barschel nahe.

Auch all die anderen überzeugen wie die Helden der Geschichte - D'Artagnan und die drei Musketiere -, und immer wieder heißt es: Einer für alle, alle für einen. Wohl auch das Arbeitsmotto des Ensembles, das nicht zuletzt durch sein Zusammenspiel das 29. Sommertheater zum Erfolg führt.

Weitere Vorstellungen im Grassi-Innenhof täglich bis 10. Juli, 20 Uhr; die Karte kostet 9/6 Euro.

Janna Kagerer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Die Ausstellung "DDR-Comic Mosaik - Dig, Dag, Digedag" ist ab sofort dauerhaft im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu sehen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr