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Eindrucksvolle h-moll-Messe in der Leipziger Thomaskirche

Eindrucksvolle h-moll-Messe in der Leipziger Thomaskirche

Reich besiedelt ist die Leipziger Vokalensemble-Landschaft:Richtig bunt wird es mit den zahlreichen Laien-Ensembles unterschiedlicher Größe. Eines davon ist der Leipziger Oratorienchor.

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Blick in die Leipziger Thomaskirche. (Archivfoto)

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Der hat einen festen Platz in dieser Landschaft und feierte am Sonntagabend in der Thomaskirche unter der Leitung von Gunter Berger seinen 20. Geburtstag mit Johann Sebastian Bachs h-moll-Messe BWV 232.

Das Prädikat "beachtlich für ein Laien-Ensemble" scheint an dieser Stelle nicht angebracht, denn es schmälerte entschieden die Leistung dieser fabelhaften Amateure. Am Sonntag muss man nicht durch freundschaftliche oder Familienbande mit den Ausführenden verknüpft sein, um beglückende Erfüllung in Bachs Musik zu finden.

Gut, im "Gratias agimus" findet der Chorbass seinen Einsatzton nicht gleich. Aber wie die Choristen im zweiten Anlauf nach einer Schrecksekunde auch diesen Chor feinschmelzend in einem Guss hinlegen, das macht den kleinen Patzer mehr als wett und bestätigt ein weiteres Mal, was schon seit dem Eingangs-Kyrie erfreut und etliche Zuhörer in der richtig gut gefüllten Thomaskirche die Augen in innerer Einkehr schließen lässt: Die Soprane klingen frisch und jugendlich und finden mit dem schön warm gefärbten Alt, dem runden, weichen Tenor und dem wohlklingenden Bass zu einem wunderbaren Gesamtchorklang zusammen, der viele Gesichter hat: Herzergreifende Klage tönt hier genauso intensiv wie forsche Leidenschaft, gestaltet in sanft fließenden, schlanken Linien oder prachtvollem Glanz. Die Artikulation selbst im flotten, rankenreichen "Et resurrexit" sucht ihresgleichen.

Berger, der die Leitung des Oratorienchores im September 2012 übernommen hat, nachdem der Gründer Martin Krumbiegel ihm bis dahin vorgestanden hatte, fordert viel von seinen Choristen, und er bekommt alles: Schon den Eingangschor im entschleunigten Tempo können sie mit tragenden Bögen ausfüllen, gestalten ihre Parts ganz dicht und packend oder in zarter Transparenz.

Das Neue Leipziger Barockensemble schwimmt mit weich glänzenden Streichern auf genau dieser Wellenlänge und setzt mit der samtigen Traversflöte, anmutiger Oboe d'amore oder festlich auftrumpfenden Trompeten immer wieder feine Akzente.

Die Vokalsolisten befinden sich mit ihren großartigen Stimmen untereinander nicht nur auf Augenhöhe, sondern in direkter Seelen-Nachbarschaft. Damit sorgen Friederike Holzhausen (Sopran), Susanne Krumbiegel (Alt), Tobias Hunger (Tenor) und Gun-Wook Lee (Bass) für wunderschöne Momente in den Solo-Arien oder im Duett.

Lange währt die andächtige Stille am Schluss, bevor der große und verdiente Beifall losbricht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.11.2013

Birgit Hendrich

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