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Eine der gefragtesten Deathcore-Bands ist aus Leipzig: Walking Dead On Broadway

Wacken, Roitzschjora & Co. Eine der gefragtesten Deathcore-Bands ist aus Leipzig: Walking Dead On Broadway

Nachdem im November 2014 das Debütalbum „Aeshma“ erschienen war, hat sich 2015 zum Jahr der Leipziger Deathcore-Band Walking Dead On Broadway entwickelt. Unter anderem standen Auftritte bei renommierten Metal-Festivals im Terminkalender. Mit der zweiten Platte soll es für die fünf jungen Musiker 2016 noch weiter nach oben gehen.

Ein etwas anderes Weihnachtsfest: Gitarrist Michael Kalusche (links) und die Kollegen von Walking Dead On Broadway kürzlich im Conne Island.

Quelle: Alexander Prautzsch

Leipzig. „Meine Mutter sagte meinen Großeltern immer: Die machen solche Musik wie Lordi“, schmunzelt der Leipziger Gitarrist Michael Kalusche der Band Walking Dead on Broadway am zweiten Weihnachtsfeiertag im Backstagebereich des Conne Island. Wenige Meter weiter wummern satte Bässe und sägen Gitarren zum Tourauftakt des „Dark­ness Over Xmas“ durch die Gehörgänge.

Im Gegensatz zu Lordi stehen die jungen Musiker jedoch seit 2010 unverkleidet auf der Bühne. Das Fachblatt Metal Hammer kürte bereits das im November 2014 veröffentlichte Erstlingswerk „Aeshma“ zum „Deathcore-Debüt des Jahres“. Die erste Platte der fünf Jungs komme „zu abgezockt, zu stilsicher und zu groovig“ daher, um für ein echtes Debütalbum gehalten zu werden.

In der Öffentlichkeit eher unbekannt, steht die Leipziger Band innerhalb der jungen metallischen Hardcore- und Metalszene inzwischen mindestens im nationalen Mittelfeld. Und langsam, aber sicher ebnen sich die Pfade für neue Wege. Das Jahr 2015 hat sich für die Gruppe als Meilenstein erwiesen: mit Auftritten bei den renommierten Festivals in Wacken und beim „With Full Force“ in Roitzschjora sowie einer Tour von Deutschlands Norden bis nach Italien mit 43 Terminen.

Wie sich ein „Megatraum“ erfüllt

„Ich hätte nie gedacht, dass wir mal auf dem Wacken spielen, und beim Full Force waren wir sonst immer nur als Besucher“, resümiert Gitarrist Michi, wie ihn die Bandkollegen nennen. Dass sich ein „Megatraum“ der fünf erfüllen sollte, bahnte sich im Mai 2015 mit einer E-Mail im Postfach an: „Was macht ihr am 1. August?“ stand darin. Keine Ahnung, antworteten sie, und ihr Booker schickte ihnen eine weitere: „Bock auf Wacken?“

Was es für sie bedeute, dort zu spielen, könne man nicht in Worte fassen, erklären die Musiker: in einem Zelt, in das gut 20 000 Leute reinpassen; 15 Minuten dauern manche Laufwege zwischen den neun Bühnen. Erst seit „Wacken“ im Terminkalender ihrer 24- bis 26-jährigen Sprösslinge zu finden war, beginnen auch die Eltern und Großeltern langsam zu verstehen, in welchen Sphären sich der Nachwuchs bewegt. Inzwischen zeigen sich alle Familien sehr stolz.

Sogar wirtschaftlich ist die Gruppe mittlerweile zum Selbstläufer geworden. „Wir müssen keine eigenen Mittel mehr reinstecken“, erklärt Michi. Genug, um davon zu leben, verdienen sie allerdings noch lange nicht. Schließlich müssen für jede Fahrt Transporter gemietet, Sprit bezahlt und neue Technik beschafft werden. Und auch Hotelkosten stehen entsprechend zu Buche.

Versicherungskaufmann und Industriemechaniker

Mit dem zweiten Album auf einem neuen Label soll es 2016 weiter nach oben gehen. Die konkreten Pläne halten die Musiker jedoch noch geheim – „die Veranstalter bitten darum“. Gewiss sei aber, dass Größe und Frequenz der Shows erneut steigen, lässt Michi durchblicken.

„Am Anfang wird immer Zucker in den Arsch geblasen. Aber was dabei rum kommt, weiß man eben immer nicht“, erklärt der Gitarrist mit deutlichen Worten. „Ich will nicht behaupten, dass wir jetzt oben sind. Wenn wir Glück haben, stehen wir noch mal auf den großen Bühnen. Es kann aber auch passieren, dass es für uns alle eine einmalige Sache war.“

Ihre Jobs als Versicherungskaufmann oder Industriemechaniker stehen jedenfalls noch immer im Vordergrund der Lebensplanung. Dass ihre Chefs ihnen großzügig Urlaub gewähren, trägt wesentlich zum Erfolg der jungen Deathcore-Band bei.

www.facebook.com/wdobmetal

Von Alexander Prautzsch

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