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Kultur "Eine verdammte Leipziger Messe" - die Beatsteaks in der Arena
Nachrichten Kultur "Eine verdammte Leipziger Messe" - die Beatsteaks in der Arena
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17:05 23.11.2014
Die Beatsteaks aus Berlin in der Arena Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig

Doch beim neuerlichen Auftritt der Buletten, diesmal am Sonnabend in der Arena, bewahrheitete sich mal wieder: Beatsteaks-Gig ist nicht gleich Beatsteaks-Gig.

Während beim Highfield schon Matsch und Moshpits für Ambiente sorgten und der Abend im Conne Island, dem Leipziger Wohnzimmer des Berliner Quintetts, ein Selbstläufer war, kommt in der dreiviertelvollen Arena nur gelegentlich urwüchsige Beatsteaks-Stimmung auf. Dabei müht sich Teutoburg-Weiß redlich, wechselt Kopfbedeckungen und Oberteile im Minutentakt spurtet auf der Bühne dauernd hin und her und bezieht auch das Publikum immer wieder in seine Ansagen mit ein. Allein - der Funke will so recht nicht überspringen.

Leipzig. Als Fan der Beatsteaks lebt man in der Messestadt in einem Paradies. Erst vor zwei Monaten spielten die Mannen um Frontschwein Arnim Teutoburg-Weiß im rappelvollen Conne Island, im Sommer beehrten sie zudem erneut das Highfield-Festival. Doch beim neuerlichen Auftritt der Buletten, diesmal am Sonnabend in der Arena, bewahrheitete sich mal wieder: Beatsteaks-Gig ist nicht gleich Beatsteaks-Gig.
Bereits der Jubel nach dem einführenden "Leipzig, wie geh's, wie steht's?" hallt nur schwach durch die Mehrzweckhalle. Und nach dem zweiten Song, "DNA" vom neuen selbstbetitelten Album, muss Teutoburg-Weiß sogar fragen: "Seid ihr noch da?" Das folgende Wortspiel "Das ist ja eine verdammte Leipziger Messe hier", kann man so oder so verstehen. Von der Atmosphäre einer Kirche ist der Arena-Auftritt dann aber doch noch ein ganzes Stück entfernt.

Die größte Glückseligkeit gibt es, als Oberbulette Teutoburg-Weiß zum bekannten "Wir sind die Beatsteaks aus Berlin" hinzufügt "Und aus Leipzig". Denn Bassist Thorsten Scholz, "ein echter Leipziger Jung" (Teutoburg-Weiß), stamme gebürtig aus der Messestadt. "Wie lange haste hier jelebt", fragt der Frontmann seinen Mitstreiter. "Nur das erste Jahr", antwortet Scholz. "Aber das ist doch das wichtigste".

So viel zur Verbindung Beatsteaks - Leipzig. Etwas Rock 'n' Roll gibt es natürlich auch noch. Im Gegensatz zu den beiden letzten Konzerten an der Pleiße ist die Mischung dabei ausgewogener, "Beatsteaks" etwa wird nicht komplett heruntergespielt. Überraschenderweise kommt zum Beispiel "Make a Wish" in der Setlist nicht vor; selbst in der dritten Zugabe wird die aktuelle Single nicht gespielt. Ansonsten kommen so gut wie alle Klassiker zur Geltung, von "Frieda und die Tauben" über "Hand in Hand" bis "To Be Strong".

Als dann bei "Hey du" ein Meer aus Feuerzeugen und Handy-Displays aufleuchtet, stellt sich sogar noch das typische Beatsteaks-Milieu ein. Schließlich der obligatorische Rausschmeißer: das Police-Cover "So Lonely" - und das Fazit von Teutoburg-Weiß: "Sagen wir es so: Es gab bisher noch keinen besseren Samstag auf dieser Tour."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.11.2014

Christian Dittmar

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