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Entschwundene Poesie: „Kruso“ feiert am Schauspiel Leipzig Premiere

Rezension zur Inszenierung von Armin Petras Entschwundene Poesie: „Kruso“ feiert am Schauspiel Leipzig Premiere

Armin Petras Inszenierung von „Kruso“ feierte am Samstagabend im ausverkauftem Schauspielhaus Premiere. Steffen Georgi war mit dabei und beklagt den letztlich doch zu gewohnten Kurs.

Impression aus "Kruso" am Schauspiel Leipzig.

Quelle: Schauspiel Leipzig

Leipzig. Hiddensee 1989 im Stadttheater des Jahres 2016. Armin Petras adaptiert Lutz Seilers Roman „Kruso“ für das Schauspiel Leipzig. Eine gut dreistündige Inszenierung auf großer Bühne vor vollem Haus, bedacht mit freundlichem Applaus. Und ein Stück durchaus exemplarischen Gegenwarts-Theaters.

Denn was auch diese Inszenierung zeigt, ist die Schwierigkeit die es hier und heute inzwischen bereitet, mit dem Dampfer des Theaterbetriebs dorthin zu gelangen, wo Seilers lyrisch mäandernder Prosatext seinen Nicht-Ort hat: zu den Gestaden des Poetischen nämlich.

Nicht, dass Petras diese nicht kennen würde. Wie ihm auch diese Art Menschen auf dieser Hiddensee-Enklave, dieser eigentümliche Mikrokosmos eines DDR- und Weltfluchtpragmatismus zwischen Utopie und Resignation, den Seiler in seinem Buch aufzeigt, nicht fremd sein dürfte. Und tatsächlich gelingen der Inszenierung ja auch immer wieder atmosphärische Beschwörungen. Gleich Nebelbänken, in denen sich schemenhaft abzeichnet, was an diesem „Kruso“-Sujet so verlockend ist - und in die diese Inszenierung dann doch nicht eintaucht.

Weil sie im entscheidenden Moment einlenkt auf den allzu gewohnten Kurs und dort in der Fahrrinne zwischen politischer Allegorie und Metapher, bis hinein ins Flachwasser des Kabarettistischen tuckert. Spätestens da haben sich die Gestade des Poetischen verflüchtigt. Aufgelöst im Strom allzu naheliegender Dechiffrierbarkeiten.

Steffen Georgi

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