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Kultur Erich Loest in Mittweida beigesetzt - Abschied mit Trauerfeier in Leipziger Nikolaikirche
Nachrichten Kultur Erich Loest in Mittweida beigesetzt - Abschied mit Trauerfeier in Leipziger Nikolaikirche
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18:43 20.09.2013

Es ist die Trauerrede für Erich Loest († 87), die der DDR-Bürgerrechtler Schulz gerade gehalten hat. In der Nikolaikirche zu Leipzig. Ein symbolträchtiger Ort, dem der Schriftsteller Loest in seinem Roman "Nikolaikirche" ein Denkmal setzte. Dass Schulz  für ihn reden sollte, hatte Loest vor seinem Tod verfügt. Und der gebürtige Zwickauer, der heute für die Grünen im Europaparlament sitzt, tat dies bravourös. Die LVZ dokumentiert seine Rede an dieser Stelle:

Leipzig. Mit einer bewegenden Trauerfeier in der Leipziger Nikolaikirche haben Angehörige, Freunde und Weggefährten am Freitag Abschied von Erich Loest genommen. In seiner Trauerrede würdigte der DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz den Schriftsteller als brillanter Erzähler und deutsch-deutschen Chronisten. Am Nachmittag wurde Loest in seiner Geburtsstadt Mittweida beigesetzt, wo er an der Seite seiner ersten Frau die letzte Ruhe finden wird.

"Erich Loest war ein brillanter Erzähler und deutsch-deutscher Chronist", sagte Schulz. Er stellte den Autoren Loest in eine Reihe mit den "Jahrhundertchronisten Böll und Grass". Spontanen Beifall erntete Schulz für seine Forderung, dass Universität und Stadt sich für die Umsetzung von Loests "letztem Wunsch" einsetzen sollten. Der Schriftsteller hatte bei seinem Freund, dem Maler Reinhard Minkewitz, das Bild „Aufrecht stehen“ in Auftrag gegeben. Bis zuletzt hatte sich Loest dafür stark gemacht, dass das Bild zur Geschichte der Leipziger Universität auch dort aufgehängt werden sollte.

"Mein gelobtes Leipzig war doch ein Klein Paris und keine Stadt von Kleinkrämern", sagte Schulz. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung nahm die Forderung des Trauerredners aufmerksam zur Kenntnis. Uni-Rektorin Beate Schücking war durch Termine in Dresden verhindert. Sie hatte sich aber bereits in dieser Woche zu dem Gemälde geäußert: „Ich denke, wir werden einen Weg finden, das Projekt vernünftig zu realisieren.“

Rund 300 Menschen waren zur Trauerfeier in die Leipziger Nikolaikirche gekommen. Angehörige, Freunde und Weggefährten haben am Freitag Abschied von dem Schriftsteller Erich Loest genommen. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) würdigte den Ehrenbürger der Stadt als Mann, dem Freiheit und Selbstbestimmung bis zuletzt wichtig gewesen seien. Superintendent Martin Henker sprach den Segen in der Trauerfeier. Musikalisch gaben Musikstücke von Brahms ("Oh Welt, ich muss dich lassen"), Mendelssohn Bartholdy, Beethoven und Bach dem denkwürdigen Ereignis einen Rahmen. Das Leipziger Streichquartett spielte.

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Loest war am 12. September aus dem Leben geschieden. Der 87-Jährige starb nach dem Sturz aus einem Fenster der Leipziger Universitätsklinik. Nach der Trauerfeier wurde der Sarg nach Mittweida (Mittelsachsen) überführt. Es war Loests letzter Wille, in seiner Geburtsstadt begraben zu werden. Wie von ihm selbst festgelegt, wird der Ehrenbürger von Leipzig und Mittweida an der Seite seiner ersten Frau Annelies (1930–1997) die letzte Ruhe finden. Sie liegt dort in einer Doppelgrabstätte.

"Er war mein Vater. Sein Tod schmerzt tief", sagte Erich Loests Sohn Thomas (63) im Interview mit der Leipziger Volkszeitung. Die letzten Jahre zwischen den beiden waren nicht spannungsfrei. Doch Thomas Loest erinnert sich an viele schöne Erlebnisse, die ihn mit seinem Vater verbinden.

LVZ / dpa

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