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„Erst mal Luft schnappen“: Christoph Waltz und Michael Haneke räumen bei Golden Globes ab

„Erst mal Luft schnappen“: Christoph Waltz und Michael Haneke räumen bei Golden Globes ab

Los Angeles. Christoph Waltz (56) war sichtlich überrascht. „Lasst mich erst mal Luft schnappen“, waren die ersten Worte des frischgebackenen Golden-Globe-Gewinners vor Hollywoods versammelter Prominenz in Beverly Hills.

Der gebürtige Wiener hielt die Goldene Weltkugel für seine Nebenrolle als Kopfgeldjäger in Quentin Tarantinos Sklavenwestern „Django Unchained“ in den Händen.

Ein Déjà-vu für Waltz und Tarantino: Den ersten Globe seiner Karriere hatte Waltz vor drei Jahren Tarantinos „Inglourious Basterds“ zu verdanken. „Quentin, du weißt, dass meine Schulden dir gegenüber und meine Dankbarkeit nicht in Worten zu fassen sind“, dankte Waltz dem Regisseur und Autor. Tarantino konnte sich zudem noch über einen Globe für das beste Drehbuch freuen.

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Los Angeles. Christoph Waltz (56) war sichtlich überrascht. „Lasst mich erst mal Luft schnappen“, waren die ersten Worte des frischgebackenen Golden-Globe-Gewinners vor Hollywoods versammelter Prominenz in Beverly Hills. Der gebürtige Wiener hielt die Goldene Weltkugel für seine Nebenrolle als Kopfgeldjäger in Quentin Tarantinos Sklavenwestern „Django Unchained“ in den Händen.

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Auch Ben Affleck musste um Fassung ringen. Er stemmte den Regie-Globe für „Argo“ in die Luft und stammelte ungläubig los. Der 40-Jährige hatte Hollywood-Veteranen wie Steven Spielberg, Kathryn Bigelow und Ang Lee ausgestochen. „Es ist mir völlig egal, was das für ein Preis ist, wenn dein Name neben diesen Namen steht“, strahlte Affleck. Und dann durfte er zum großen Finale noch einmal auf die Bühne. Auch der Spitzenpreis - bestes Filmdrama - ging an Affleck und seine Co-Produzenten George Clooney und Grant Heslov.

Der spannende Film über eine aberwitzige, aber wahre CIA-Befreiungsaktion von US-Geiseln im Iran ist Afflecks dritte Regiearbeit. Der Globe-Triumph war eine echte Genugtuung nach seiner Pleite bei den Oscar-Nominierungen. Zwar gab es vergangene Woche sieben Nominierungen für „Argo“, auch als bester Film, aber als Regisseur wurde das Multitalent von der Filmakademie ignoriert.

Die beiden Doppelgewinner „Django Unchained“ und „Argo“ stoppten jäh den erwarteten Siegeszug von Steven Spielbergs „Lincoln“. Das Historiendrama war mit sieben Nominierungen ins Rennen gegangen, doch es gab nur eine Goldene Weltkugel für Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis. Ein schlechtes Omen für die Oscars? „Lincoln“ sahnte in der vorigen Woche zwölf Nominierungen ab. Es wird sich zeigen, was Ende Februar bei Hollywoods größter Trophäenshow übrig bleibt.

Für Michael Haneke (70) war die Globe-Gala der perfekte Testlauf für die Oscars. Mit dem Altersdrama „Liebe“ stach der Österreicher die Mitstreiter im Rennen um den Auslands-Globe aus. Bei den Oscars hat die deutsch-österreichisch-französische Koproduktion gleich fünf Gewinnchancen, auch als bester Film und für die Regie.

Auf der Globe-Bühne machte der bescheidene Regisseur neben einem muskulösen Landsmann eine gute Figur. „Ich hätte nie gedacht, dass ich in Hollywood einen Preis von einem Österreicher entgegennehme“, flachste Haneke - Arnold Schwarzenegger überreichte die Trophäe für den fremdsprachigen Film zusammen mit Actionstar Sylvester Stallone. Haneke dankte vor allem seinen Darstellern Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva: Nur der Sockel der Trophäe sei für ihn, die Weltkugel obendrauf gehöre den französischen Stars.

Völlig unbescheiden ließ Jennifer Lawrence ihre Freude über den Globe als beste Komödiendarstellerin raus. „Ich habe Meryl (Streep) besiegt!“, grinste der 22-jährige Star der Tragikomödie „Silver Linings“. Streep, die im vorigen Januar als Margaret Thatcher in „Die Eiserne Lady“ ihre achte Globe-Trophäe eingeheimst hatte, hätte diesmal als frustrierte Ehefrau in der Komödie „Wie beim ersten Mal“ punkten können. Es war ihre 27. Globe-Nominierung.

Alle Promis waren da, von George Clooney über Julia Roberts bis Robert Pattinson. Nur Streep, die auch Trophäen verteilen sollte, verpasste wegen Grippe die Show. Sie wurde prompt von den neuen Moderatorinnen Tina Fey und Amy Poehler auf die Schippe genommen. „Meryl Streep ist heute Abend nicht dabei. Sie hat die Grippe - und ich höre, dass sie darin einfach wunderbar ist“, witzelte Poehler über den Leinwandstar.

Das freche Frauen-Duo stand dem bissigen Vorgänger Ricky Gervais an Witz nicht nach. Auch Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow bekam ihr Fett ab. Ihr CIA-Thriller „Zero Dark Thirty“ mit umstrittenen Folterszenen gewann einen Globe für Hauptdarstellerin Jessica Chastain. Sie habe die Kontroverse um „Zero Dark Thirty“ nicht genau verfolgt, flachste Poehler. „Aber wenn es um Folter geht, so vertraue ich voll der Dame, die drei Jahre lang mit James Cameron verheiratet war“. Der Saal brüllte, auch Bigelow lachte mit.

Barbara Munker, dpa

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