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Erste große Luther-Schau zeigt Machtpoker der Fürsten zur Reformation

Erste große Luther-Schau zeigt Machtpoker der Fürsten zur Reformation

Zwei starke Exponate führen die Besucher der ersten großen Nationalausstellung zum Reformationsjubiläum in Torgau (Nordsachsen) gleich zu Beginn des Rundgangs ins Thema ein.

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Einen „Quaternionenadler“ (eine Verbildlichung der Stände im heiligen römischen Reich deutscher Nation), betrachtet ein Mann in der Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ auf Schloss Hartenfels in Torgau.

Quelle: dpa

Torgau. Da sind zum einen unter Glas die berühmten 95 Thesen Martin Luthers (1483-1546) zum Ablasshandel. Und kaum zwei Meter dahinter ist in einer Vitrine die mehr als zwei Kilogramm schwere, goldene Bischofsmütze (Mitra) des Erzbischofs von Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, ausgestellt.

Luther gegen den Machtanspruch, gegen den Protz und Prunk der katholischen Kirche - das zeigen diese beiden Eingangsobjekte der Schau „Luther und die Fürsten“.  Als Oberthema der Ausstellung haben die Macher jedoch die politischen Rahmenbedingungen zur Zeit der Reformation gewählt. Torgau gilt als politisches Zentrum der Reformation. Reformator Luther genoss den Rückhalt der sächsischen Kurfürsten.

Die Ausstellung umspannt die Zeit von 1515 bis 1591 - und zeigt, welchen Machtpoker sich die Fürsten zur Zeit der Reformation und Gegenreformation lieferten.  Die Schau läutet den Reigen von insgesamt vier großen Nationalausstellungen zum Reformationsjubiläum ein. 2017, zum 500. Jahrestag der Reformation, werden die anderen drei folgen: In Wittenberg, wo Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche angeschlagen haben soll, wird sich eine Sonderausstellung der Person des Reformators widmen.

Auf der Wartburg in Eisenach soll es um Luther und die Deutschen gehen. Und in Berlin schließlich sollen unter der Regie des Deutschen Historischen Museums die Auswirkungen der Reformation auf die Welt gezeigt werden.  In Torgau haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) rund 250 Exponate zusammengetragen, darunter Leihgaben aus Wien oder Madrid. „Wir zeigen mit dieser Ausstellung, wie stark dieses historische Ereignis der Reformation auch eine Frage des Zusammengehens zwischen den geistlichen und den weltlichen Protagonisten, den Reformatoren und den Fürsten, war“, sagte SKD-Direktor Hartwig Fischer am Dienstag. In Torgau sei Luther geschützt worden, hier hätten die Reformatoren die nötige politische Infrastruktur für ihr Wirken gefunden.

Das größte Objekt sei der Ort der Ausstellung selbst - das prächtige Renaissance-Schloss Hartenfels, sagte Kurator Dirk Syndram. Die historische Wirkungsstätte Luthers wurde in den vergangenen Jahren mit Millionen-Aufwand saniert. 1544 weihte der Reformator hier mit der Schlosskapelle die erste protestantische Kirche Deutschlands. Auch die Kapelle ist Teil der Ausstellung. „Luther und die Fürsten“ wurde von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit 750 000 Euro unterstützt. Insgesamt kostete die Schau, die bis zum 31. Oktober zu sehen ist, nach Auskunft von Kurator Syndram etwas mehr als drei Millionen Euro. Das Jahr 2015 wurde für die Torgauer Ausstellung bewusst gewählt. „Wir freuen uns, dass wir schon 2015 starten können, um nicht im Reformationsjubiläumsjahr 2017 als einer von vielen unterzugehen“, sagte Torgaus Oberbürgermeisterin Andrea Staude (SPD). „Das haben wir nicht verdient.“ (dpa)

LVZ

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