Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Kultur Erste große Luther-Schau zeigt Machtpoker der Fürsten zur Reformation
Nachrichten Kultur Erste große Luther-Schau zeigt Machtpoker der Fürsten zur Reformation
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:09 12.05.2015
Einen „Quaternionenadler“ (eine Verbildlichung der Stände im heiligen römischen Reich deutscher Nation), betrachtet ein Mann in der Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ auf Schloss Hartenfels in Torgau. Quelle: dpa
Anzeige
Torgau

Da sind zum einen unter Glas die berühmten 95 Thesen Martin Luthers (1483-1546) zum Ablasshandel. Und kaum zwei Meter dahinter ist in einer Vitrine die mehr als zwei Kilogramm schwere, goldene Bischofsmütze (Mitra) des Erzbischofs von Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, ausgestellt.

Luther gegen den Machtanspruch, gegen den Protz und Prunk der katholischen Kirche - das zeigen diese beiden Eingangsobjekte der Schau „Luther und die Fürsten“.  Als Oberthema der Ausstellung haben die Macher jedoch die politischen Rahmenbedingungen zur Zeit der Reformation gewählt. Torgau gilt als politisches Zentrum der Reformation. Reformator Luther genoss den Rückhalt der sächsischen Kurfürsten.

Die Ausstellung umspannt die Zeit von 1515 bis 1591 - und zeigt, welchen Machtpoker sich die Fürsten zur Zeit der Reformation und Gegenreformation lieferten.  Die Schau läutet den Reigen von insgesamt vier großen Nationalausstellungen zum Reformationsjubiläum ein. 2017, zum 500. Jahrestag der Reformation, werden die anderen drei folgen: In Wittenberg, wo Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche angeschlagen haben soll, wird sich eine Sonderausstellung der Person des Reformators widmen.

Auf der Wartburg in Eisenach soll es um Luther und die Deutschen gehen. Und in Berlin schließlich sollen unter der Regie des Deutschen Historischen Museums die Auswirkungen der Reformation auf die Welt gezeigt werden.  In Torgau haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) rund 250 Exponate zusammengetragen, darunter Leihgaben aus Wien oder Madrid. „Wir zeigen mit dieser Ausstellung, wie stark dieses historische Ereignis der Reformation auch eine Frage des Zusammengehens zwischen den geistlichen und den weltlichen Protagonisten, den Reformatoren und den Fürsten, war“, sagte SKD-Direktor Hartwig Fischer am Dienstag. In Torgau sei Luther geschützt worden, hier hätten die Reformatoren die nötige politische Infrastruktur für ihr Wirken gefunden.

Das größte Objekt sei der Ort der Ausstellung selbst - das prächtige Renaissance-Schloss Hartenfels, sagte Kurator Dirk Syndram. Die historische Wirkungsstätte Luthers wurde in den vergangenen Jahren mit Millionen-Aufwand saniert. 1544 weihte der Reformator hier mit der Schlosskapelle die erste protestantische Kirche Deutschlands. Auch die Kapelle ist Teil der Ausstellung. „Luther und die Fürsten“ wurde von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit 750 000 Euro unterstützt. Insgesamt kostete die Schau, die bis zum 31. Oktober zu sehen ist, nach Auskunft von Kurator Syndram etwas mehr als drei Millionen Euro. Das Jahr 2015 wurde für die Torgauer Ausstellung bewusst gewählt. „Wir freuen uns, dass wir schon 2015 starten können, um nicht im Reformationsjubiläumsjahr 2017 als einer von vielen unterzugehen“, sagte Torgaus Oberbürgermeisterin Andrea Staude (SPD). „Das haben wir nicht verdient.“ (dpa)

LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

"Macht alle die Augen zu und legt eure Arme auf die Schultern eurer Nachbarn, wie bei der Nationalmannschaft." Orkanböe Joris fegt über seine Gitarrensaiten. Mehr als 900 Fußpaare stemmen sich vom Boden ab und hüpfen zum mitreißenden Beat.

19.05.2015

Er stand auf der falschen Seite: Dante Alighieri, geboren vor 750 Jahren, zwischen dem 14. Mai und dem 13. Juni 1265 in Florenz, gestorben am 14. September 1321 in Ravenna.

19.05.2015

Fans der alten „Mad Max“-Filme müssen ganz tapfer sein: Kaum fünf Minuten dauert es, bis es den treuen Ford Falcon, schwer getroffen von Geschossen, in der Wüste zerlegt.

Stefan Stosch 12.05.2015
Anzeige