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Euro-Scene Leipzig: Schauspielhaus wird zum Zentrum für internationales Theater-Festival

Euro-Scene Leipzig: Schauspielhaus wird zum Zentrum für internationales Theater-Festival

Künstlerisches Niveau gehalten – mit dieser frohen Botschaft stimmte Festivaldirektorin Ann-Elisabeth Wolff am Mittwoch auf die 23. Euro-Scene ein. Vom 5. bis 10. November erlebt Leipzig in mehr als 20 Vorstellungen Trends zeitgenössischen europäischen Theaters.

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„Le sacre du printemps“, Strawinsky. Compagnie Georges Momboye, Paris.

Quelle: Steve Appel Paris

Leipzig. Geradezu euphorisch begrüßten die Festival-Macher bei der Vorstellung des Programms, dass das Schauspielhaus wieder eine Hauptspielstätte des Theaterfests ist. Ein Glücksfall, denn mit dem Wegfall des Hauptsponsors standen die Zeichen lange Zeit auf Sturm.

200.000 Euro, und damit fast ein Drittel des Etats, fehlten der Euro-Scene mit dem Rückzug des Unterstützers BMW im vergangenen Jahr. „Leipzig ist nun mal die Stadt der klassischen Musik. Geldgeber fürs moderne Theater zu finden, ist schwer“, bedauerte Wolff. „Kleinere Sponsoren, die mit Leidenschaft bei der Sache sind, sind auch ein Pfund“, glättete Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos). Die Stadt Leipzig sprang ebenfalls in die Bresche. Sie erhöhte ihren Anteil von 200.000 auf 275.000 Euro und rettete so wohl das Festival, das seit Jahren künstlerisch über den Tellerrand blickt. Der Freistaat gibt 180.000 Euro.

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Leipzig. Künstlerisches Niveau gehalten – mit dieser frohen Botschaft stimmte Festivaldirektorin Ann-Elisabeth Wolff am Mittwoch auf die 23. Euro-Scene ein. Vom 5. bis 10. November erlebt Leipzig in mehr als 20 Vorstellungen Trends zeitgenössischen europäischen Theaters. Das Schauspielhaus wird dabei wieder eine Hauptspielstätte des Festivals. Ein Glücksfall, denn mit dem Wegfall des Hauptsponsors standen die Zeichen lange Zeit auf Sturm.

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Unter dem Strich musste Wolff das diesjährige Programm mit rund 590.000 Euro, und damit 70.000 Euro weniger als bisher, stemmen. Ungefähr der Batzen Geld, der für die Anmietung und Ausstattung der Peterskirche als Spielstätte nötig war. Ausweichquartiere waren in den vergangenen Jahren nötig, denn Centraltheater-Intendant Sebastian Hartmann hatte die Euro-Scene im eigenen Haus auf ein Minimum beschränkt. In dieser Saison ist die Peterskirche kein Spielort, denn der neue Theater-Chef Enrico Lübbe stößt die Tür zum Haus nun wieder weiter auf.

Lübbe inszeniert Jelinek – Premiere im Rahmen des Festivals

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Festivaldirektorin Ann-Elisabeth Wolff.

Quelle: André Kempner

In diesem Jahr wird das Schauspiel Leipzig zum Zentrum des internationalen Theaterfests mit Gast-Ensembles aus zwölf Ländern: Die Festivaleröffnung widmet sich mit drei Tanzstücken aus Frankreich und Finnland dem Ballett „Le sacre du printemps“ von Igor Strawinsky, das vor 100 Jahren in Paris uraufgeführt wurde. Flamenco ohne folkloristische Verbrämung bringt Israel Galván aus Sevilla zum Festivalabschluss in der Inszenierung „La curva“ auf die Bühne. Und auch das Stück „Schwarze Milch“ vom Neuen Theater Riga von Regisseur Alvis Hermanis, dessen Titel der Euro-Scene 2013 das Motto gab, wird im Schauspielhaus aufgeführt, inklusive Simultanübersetzung.

Mit dem Stück „Rechnitz (Der Würgeengel)“ steuert Leipzigs Schauspiel-Intendant Enrico Lübbe eine eigene Regiearbeit bei. Thema des Theaterstücks von Elfriede Jelinek: Verbrechen an jüdischen Zwangsarbeitern in den letzten Kriegstagen 1945. Die Inszenierung greift eine dunkle Facette des Mottos „Schwarze Milch“ auf, denn das Bild ist vielen durch Paul Celans „Todesfuge“ vertraut, und dort mit dem Thema Holocaust besetzt.

Tanzsolo-Wettbewerb: Kaum Leipziger Beteiligung

Um die Pole Minimalismus und höchste Energie kreise in diesem Jahr der Wettbewerb „Das beste deutsche Tanzsolo“, so der künstlerische Leiter René Reinhardt. Auch diese Euro-Scene-Veranstaltung kehrt ins Schauspielhaus zurück, wie gehabt in die langgestreckte Garderobenhalle. 82 Bewerbungen seien eingegangen, unter anderem von Tänzern aus Mexiko, Polen oder Russland. Unter den Finalisten gebe es eine einzige Bewerberin mit Leipziger Wurzeln. „Man muss in dieser Stadt etwas tun, um die Tanzszene auf einem lebensfähigen Niveau zu halten“, so Reinhardt.

Der Chef der Schaubühne Lindenfels ist ansonsten ebenfalls Gastgeber für die Euro-Scene, genauso wie das Lofft, das Theater der Jungen Welt, das Theater Fakt, die Passage Kinos und die Residenz, Außenstelle des Schauspiels auf dem Gelände der Baumwollspinnerei. Während das Euro-Scene-Publikum nun den Aufführungen entgegenfiebert, hat Ann-Elisabeth Wolff den Förderantrag 2014 schon abgegeben. Dass die Stadt angesichts eines 40-Millionen-Haushaltslochs mit dem Engagement zurückrundern könnte, befürchtet sie nicht: „Die Stadt will das Festival. Und manchmal muss man eben so tun, als ob alles gut geht. Sonst kann man nicht arbeiten.“

Evelyn ter Vehn

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