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Kultur „Fake News“ ist Anglizismus des Jahres
Nachrichten Kultur „Fake News“ ist Anglizismus des Jahres
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12:45 31.01.2017
Um gegen falsche Gerüchte und Propaganda im Netz vorzugehen, haben sich Redaktionen und Internet-Unternehmen zur „First Draft Coalition“ zusammengeschlossen. Quelle: dpa
Berlin

Zwar seien bewusste Falschmeldungen in Zeitungen im Englischen bereits Ende des 19. Jahrhunderts gelegentlich als „Fake News“ bezeichnet worden, erklärte die Jury. Aber seit 2014 habe das Wort im Deutschen eine überwältigende und anhaltende öffentliche Präsenz erlangt. Allgemein durchgesetzt habe sich die Wendung mit dem Erfolg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen.

„Hate Speech“ auf dem dritten Platz

Der Begriff „Fake News“ fülle eine Lücke im deutschen Wortschatz, erklärte die Jury um den Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch. So unterscheide etwa das bestehende Wort „Falschmeldung“ nicht zwischen bewusster Irreführung und ehrlichen Fehlern in der Berichterstattung. Stefanowitsch, Sprachwissenschaftler an der Freien Universität Berlin, ist Gründer der Initiative „Anglizismus des Jahres“.

Die unabhängige Initiative würdigt nach eigener Darstellung seit 2010 jährlich den positiven Beitrag des Englischen zur Entwicklung des deutschen Wortschatzes. Hinter „Fake News“ landeten in diesem Jahr die Begriffe „Darknet“ und „Hate Speech“

Der Jury gehörten neben Stefanowitsch auch die Anglistin Susanne Flach von der Freien Universität Berlin, die Germanistin Kristin Kopf von der Universität Mainz sowie Alexander Geyken (Leiter des DWDS) und Lothar Lemnitzer an.

„Anglizismen des Jahres“: Die Sieger seit 2010

Die deutsche Initiative „Anglizismus des Jahres“ um den Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch würdigt seit 2010 „den positiven Beitrag des Englischen zur Entwicklung der deutschen Sprache“. Die bisherigen Sieger:

2016: „Fake News“ – für erfundene Nachrichten, politisch motivierte Falschmeldungen und für nicht ins eigene Weltbild passende Meldungen.

2015: „Refugees Welcome“ – als Reaktion auf fremdenfeindliche „Ausländer-raus-Parolen“ angesichts zunehmender Flüchtlingszahlen.

2014: „Blackfacing“ – umstrittene, rassistische Praxis, etwa im Theater, Schwarze darzustellen, indem man Weiße (stereotyp) schminkt.

2013: „-gate“ – Nachsilbe für Affären; Bezug zum Watergate-Skandal von 1972, der zum Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon führte.

2012: „Crowdfunding“ – Möglichkeit, im Internet für ein Projekt in einer bestimmten Zeit aus Einzelbeiträgen Geld zu sammeln.

2011: „Shitstorm“ – Welle der Entrüstung über Institutionen oder Menschen, die über soziale Netzwerke und Blogs hoch schwappt.

2010: „leaken“ – das „Auslaufen“ geheimer Informationen an undichten Stellen.

Von dpa/epd/RND

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