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Kultur „Fangt noch mal von vorne an“
Nachrichten Kultur „Fangt noch mal von vorne an“
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17:35 20.10.2015
Aus drei mach fünf: Bei ihrem Auftritt in der Moritzbastei wurde das britische Trio zur Freude des Publikums von zwei Trompetern begleitet. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Vor begeisterten Fans spielte am Montagabend das britische Folk-Indietrio „Bear’s den“ – zu deutsch Bärenhöhle – das erste Mal in Leipzig und der ausverkauften Moritzbastei. Die Zuschauer sahen sympathische Musiker in Topform. Derzeit ist die Folk-Indieband auf Oktober-Tour, die sie an 14 Orte von England über Frankreich, Belgien, Schweden bis nach Dänemark und Deutschland führt.

Ein Spiel in den musikalischen Rausch

In der Moritzbastei ist es ein hauptsächlich weibliches Publikum, welches das Trio mit seinem alternativen Stilmix aus traditionellem Folk, Indie, Rock, Pop und Country überzeugt. Die Engländer glänzen mit perfektem Zusammenspiel, geradem mehrstimmigen Gesang sowie viel Tiefgang durch emotionale Lead-
Vocals und atmosphärische Hall-Effekte auf Drums und Gitarren.

Streckenweise ist das Konzert geradezu ein Spiel in den Musikrausch. Frontmann Andrew Davie und seine Mitstreiter zeigen ihr spielerisches Können, bestechen durch filigrane Zupftechnik und wechselnde Dynamiken. Selbst rein akustische Stücke ohne Verstärker und Mikrofon werden zum Besten geben – einmal sogar inmitten des hockenden Publikums, das ganz nah zusammenrückt.

Leipziger Konzertbesucher feiern das Trio

Begleitet von zwei Trompetern lassen Bear’s Den die Songs zu majestätischen Hymnen der handgemachten Musik anwachsen. Gekonnt wechseln die Bandmitglieder auch die Instrumente und zeigen auf der Bühne, dass sie viel Spaß am Musizieren haben und sich auch abseits der Bühne sehr gut verstehen. Immer wieder lächelt man sich keck an und veranstaltet Instrumenten-Battles. Das junge Publikum unterstützt die Band das gesamte Konzert über, singt ausgelassen und textsicher die Lieder mit, tanzt, klatscht, johlt, filmt via Handy.

Am Ende der Zugabe verkündet Sänger und Gitarrist Davie, dass sie nun aufhören müssten, weil sie keine weiteren Songs mehr zum spielen hätten. „Dann fangt erneut von vorne an“, rufen mehrere im Publikum. Ein toller Abend mit einer tollen Band, von der man sicher noch viel hören wird – dann wohl aber nicht mehr in so einer intimen Atmosphäre, sondern in großen Hallen.

Bear’s den keine Unbekannten

Unbekannte sind die Briten in der Folkszene schon lange nicht mehr. 2012 von Andrew Davie, Bassist und Drummer Kevin Jones und dem Banjospieler Joey Haynes gegründet, begab sich das Trio ein Jahr später auf die große Bühne und spielte bereits als Vorgruppe von Florence + The Mashine und Mumford & Sons. Mit den zwei aufgenommenen EPs im Rücken „Agabe“ und „Without/Within“ spielten die drei Londoner als Headliner bereits auf ihrer ersten Tour Ende 2013 auch in Deutschland. Am 17. Oktober 2014 erschien das Album „Islands“.

Von Oliver Becker

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