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Fans elektronischer Musik sehen am Wochenende Sonne, Mond und Sterne

Fans elektronischer Musik sehen am Wochenende Sonne, Mond und Sterne

Saalburg-Ebersdorf. Sonne, Mond, Sterne - drei Dinge, die mit elektronischer Musik eigentlich wenig zu tun haben. An normalen Wochenenden tanzen sich die Fans der Computerklänge fernab von Nachthimmel und Tageslicht in dunklen Clubs in Berlin und anderen Metropolen in Ekstase.

Dieses Wochenende ist das anders: 30.000 Elektrofans feiern vom 6. bis 8. August im südostthüringischen Saalburg-Ebersdorf unter freiem Himmel das bereits ausverkaufte „SonneMondSterne“-Festival.

Die Veranstalter bezeichnen das dreitägige Musikfest als das größte Festival für elektronische Musik in Deutschland - und distanzieren sich von der als „größte Party der Welt“ beworbenen Loveparade. „Wir sind kein Techno-Festival, sondern ein Festival für elektronische Musik“, sagt Veranstalter Markus Ohm. Was dem Laien erst einmal ein Stirnrunzeln entlockt, ist für die Fans sonnenklar:

„Techno ist nur eine Art elektronischer Musik, wir möchten aber ein Schaufenster für alle Arten elektronischer Musik sein.“

Unter den 150 Auftritten finden sich daher auch Namen wie die Fantastischen Vier und Jan Delay, die im ersten Moment nicht mit elektronischer Musik in Verbindung gebracht werden. „Aber das sind Künstler, die ihre Wurzeln in der Elektroszene haben und immer noch davon geprägt sind“, sagt Ohm. Seit der Gründung des Festivals 1997 sei es das Ziel, auch die Grenzbereiche zu anderen Musikstilen auszuloten.

Während das Festival in den vergangenen Jahren weitestgehend abgeschottet von der großen Öffentlichkeit ablief, geriet es in diesem Jahr nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg in den Fokus. „Wir erhalten jeden Tag Anrufe von besorgten Fans und den Medien“, sagt Ohm. Polizei, Stadt und Veranstalter prüften deswegen noch einmal das Sicherheitskonzept und kamen einmütig zum Ergebnis: „Sowas kann bei uns nicht passieren.“

Trotzdem geht die Stadt als Genehmigungsbehörde auf Nummer sicher: Viele, seit Jahren nur mündlich abgesprochene Sicherheitsvorkehrungen wurden erstmals schriftlich festgehalten, sagt Veranstalter Ohm. Bürgermeister Volker Ortwig (FDP) teilte mit, dass die Sicherheitsvorkehrungen in enger Absprache mit den Veranstaltern seit 14 Jahren ständig verbessert würden. Die Stadt habe auch in diesem Jahr die „erforderlichen Festlegungen“ getroffen. Bei Großveranstaltungen lasse es sich aber nicht immer ausschließen, dass es zu Unfällen kommt.

Tatsächlich ist das Festival aber kaum mit der Loveparade und ihren Hunderttausenden Besuchern zu vergleichen. Die Fans feiern auf einer 100 Hektar großen Wiese direkt an Deutschlands größtem Stausee - der Bleilochtalsperre. „Der Platz ist nach allen Seiten offen und die Zäune lassen sich schnell aushängen“, sagen die Veranstalter - und auch die Polizei bestätigt: „Das sind völlig andere Gegebenheiten.“

Nicht viel anders sind die Gegebenheiten allerdings für die Anwohner: Drei Tage lang 30 000 Fans, 400 000 Watt Licht, 400 000 Watt Sound und viele Tonnen Müll. Und das nur 500 Meter von der 3800 Einwohner zählenden Gemeinde Saalburg-Ebersdorf entfernt. Während Hohenfelden bei Erfurt das Highfield-Festival mit 25 000 Gästen im vergangenen Jahr zu viel wurde, freuen sich die Saalburger auf die „netten und freundlichen Gäste“, sagt eine Sprecherin der Touristeninformation. „Hier ist schon Monate vorher alles ausgebucht - das Festival ist ein riesiger Wirtschafts- und Tourismusfaktor.“

Und die Anwohner sehen es offensichtlich auch gelassen, sagt Polizeisprecherin Heidi Kröller: „Es gibt kaum Beschwerden. Wer das nicht mag, der fährt einfach weg.“ Das einzige Problem des Festivals sind die Drogen. Mehrere hundert Drogendelikte verzeichnet die Polizei jedes Jahr. „Und wir werden auch dieses Jahr wieder kontrollieren.“ Die Veranstalter wehren sich aber gegen eine pauschale Verurteilung der Gäste. Ohm: „Wenn man bedenkt, dass hier eigentlich jeder kontrolliert wird, sind das nicht viele Funde.“

Oliver Hollenstein, dpa

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