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Fliegender Teppich in Leipzig: Kran hievt gigantisches Bildwerk von 1918 in Ausstellung

Fliegender Teppich in Leipzig: Kran hievt gigantisches Bildwerk von 1918 in Ausstellung

Fliegender Teppich in der Leipziger City: Ein Kran hievte am Donnerstag das gigantische bestickte Bildwerk aus dem Depot in der dritten Etage des Stadtgeschichtlichen Museums im Böttchergäßchen ins Erdgeschoss.

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Ein Kran hievte am Donnerstag den bestickten Ehrenteppich aus der dritten Etage des Stadtgeschichtlichen Museums ins Erdgeschoss.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Die 35 Quadratmeter große Handarbeit ist erstmals nach mehr als 80 Jahren wieder öffentlich zu sehen – als spektakulärstes Exponat in der Ausstellung „Leipziger Erinnerungen an den Großen Krieg 1914-1918. Gott mit uns?“.

Die Ausstellung im Neubau-Museumsableger wird am 21. Oktober eröffnet und zeigt unter anderem Fotos aus den Alben des Leipziger Infanterieregiments König Georg 106 und des Reserve-Infanterieregiments 107. Grauen, Entbehrungen und Tod seien auf diesen Bildern nicht zu sehen, doch sie vermittelten den trügerischen Blick, mit dem die Beteiligten die weltumspannende Katastrophe dieser Jahre erlebten, so das Museum. Den Ehrenteppich wiederum nutzten die Leipziger als Form des Gedenkens an ihre Angehörigen im Krieg.

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Leipzig. Fliegender Teppich in der Leipziger City: Ein Kran hievte am Donnerstag das gigantische bestickte Bildwerk aus dem Depot in der dritten Etage des Stadtgeschichtlichen Museums im Böttchergäßchen ins Erdgeschoss. Die 35 Quadratmeter große Handarbeit ist das spektakulärste Exponat in der Ausstellung „Leipziger Erinnerungen an den Großen Krieg 1914-1918. Gott mit uns?“.

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Gedenken an Graf von Zeppelin und Paul von Hindenburg

Seit 1916 koordinierten Bürger die Initiative zur Entstehung des farbenprächtigen Stickwerks. Von fünf Pfennigen bis zu fünf Mark gaben die Spender, um mit farbigem Wollgarn an möglichst prominenter Stelle ihre Stiche auf dem Wandteppich zu setzen. Die Leipziger gedachten auf diese Weise auch Prominenten wie Ferdinand Graf von Zeppelin oder Paul von Hindenburg, dem 1469 Stiche gewidmet waren.

17.519 Personen nahmen bis von 1916 bis 1918 Nadel und Faden in die Hand. Den Entwurf lieferte der Leipziger Künstler Fritz Ernst Rentsch, Professor an der Akademie der bildenden Künste in der Messestadt und spezialisiert auf Stickereigemälde. 24.000 Mark flossen damals an karitative Einrichtungen wie das Rote Kreuz.

Im Dezember 1918 wurde das Kunstwerk zum Gruß an die Heimkehrer der Leipziger Truppen am Turm des Alten Rathauses befestigt. Er wurde auch von den Nationalsozialisten als Gedenksymbol vereinnahmt und zum letzten Mal öffentlich am 19. November 1933 aufgezogen, zum Appell der SA-Brigade 35.

Ausstellung vom 22.10.2014 bis 4.1.2015, Neubau Stadtgeschichtliches Museum, Böttchergäßchen 3. Eröffnung am 21. Oktober, 18 Uhr. Öffnungszeiten Di-So und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr. 24.12. und 31.12. geschlossen.

Mehr Infos zu den Leipziger Museen finden Sie im Internetportal Schau!

Evelyn ter Vehn

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