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Kultur „Fly sein“ ist das Jugendwort des Jahres
Nachrichten Kultur „Fly sein“ ist das Jugendwort des Jahres
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12:45 18.11.2016
Bei einer Online-Abstimmung hatte „isso“ gewonnen – eine Jury kürte dagegen „fly sein“ zum Jugendwort des Jahres. Quelle: Peter Kneffel
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Hannover

“’Fly sein’ kann vielfältig verwendet werden und erfüllt für mich die Kriterien, die Jugendsprache ausmachen“, erklärte Juror Christian Paga von der Uni Duisburg-Essen.

Sprachwissenschaftlich handelt es sich bei “fly sein“ um eine Zusammensetzung aus dem englischen Wort “fly“ (deutsch: fliegen) und dem Verb “sein“. Nach Angaben der Jury lässt sich der Begriff mit “besonders abgehen“ übersetzen. Damit könne eine Person oder eine Sache gemeint sein. „Zum Beispiel kann man voll fly sein“, erklärte die Jury. Es könne aber auch „ein Song fly sein“.

Jury überstimmt Umfrage-Teilnehmer

Zur Auswahl hatten 30 Begriffe gestanden, die zeigen sollen, wie die Jugend von heute spricht. Eine 20-köpfige Jury hatte das Wort gewählt., wie der Langenscheidt-Verlag am Freitag in München mitteilte.

In einer unverbindlichen Online-Abstimmung hatte „fly sein“ nur 4,4 Prozent der Stimmen erreicht. Spitzenreiter war der Begriff „isso“ gewesen – vor vor „Tindergarten“ und „Vollpfostenantenne“.

Der Begriff „isso“ wird als Zustimmung oder Unterstreichung von etwas verwendet. Mit „Tindergarten“ ist eine Sammlung von Kontakten beim Online-Dating gemeint. Die „Vollpfostenantenne“ ist dagegen der Selfiestick.

Im vergangenen Jahr war „Smombie“ zum Jugendwort des Jahres gewählt worden – es ist ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie. Die jährliche Wahl ist eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags.

Die „Jugendwörter“ der vergangenen Jahre

Mit dem „Jugendwort des Jahres“ wirbt der Münchner Langenscheidt-Verlag seit 2008 für sein Buch „100% Jugendsprache“. Hier die bisherigen Gewinner:

2015: „Smombie“ wird in München zum „Jugendwort des Jahres“ gekürt. Das aus Smartphone und Zombie zusammengesetzte Wort beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.

2014: „Läuft bei Dir“. Vor zwei Jahren wurde ein ganzer Satz zum „Jugendwort“ gekürt. Er soll als Synonym für cool oder krass gelten.

2013: „Babo“. Das Wort bedeutet so viel wie Boss oder Anführer. Der Ausdruck erinnert an den türkischen Begriff Baba (Vater) und wird vor allem in kurdischen Gebieten der Türkei benutzt. Hierzulande bekanntgemacht hat den Begriff der deutsch-kurdische Rapper Haftbefehl aus Offenbach - mit seinem Lied „Chabos wissen wer der Babo ist“.

2012: „Yolo“. Das ist ein Akronym und steht für „You only live once“ - eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.

2011: „Swag“. Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine „charismatisch-positive Aura“. Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und „swaggerer“ heißt Aufschneider oder Angeber.

2010: „Niveaulimbo“. Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche 2010 das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.

2009: „hartzen“. Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie rumhängen oder auch arbeitslos sein heißen.

2008: „Gammelfleischparty“. Das erste „Jugendwort des Jahres“ ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.

Von RND/wer

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