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Fördervereine fordern ausreichend Geld für Museen

Fördervereine fordern ausreichend Geld für Museen

Der Bundesverband der Fördervereine Deutscher Museen für bildende Kunst hat eine auskömmliche Finanzierung der Kultureinrichtungen durch die öffentliche Hand gefordert.

Dresden. „Der Staat ist in der Verantwortung, Museen richtig auszustatten: personell, sachlich und finanziell“, sagte Präsident Ekkehard Nümann am Montag nach der Mitgliederversammlung in Dresden. „Es braucht vor allem in der kulturfernen Politik mehr Bewusstsein für die Kultur, die nicht nur unter fiskalischen Gesichtspunkten gesehen werden kann.“ Das Geld dürfe nicht im Vordergrund stehen, auch nicht bei vielleicht ungewöhnlichen Projekten.

Bund, Länder und Kommunen aber zögen sich seit Jahren stetig aus der Finanzierung von Museen, Orchestern oder Theatern zurück. „Obwohl die Kulturetats schon marginal sind, versuchen sie dort am ehesten, zu sparen.“ So seien Ankaufsetats der Museen reduziert oder schon leer und die Ausstellungsbudgets schwinden. „Die Direktoren sind gezwungen, sich um Sponsoren zu kümmern, statt Ausstellungen zu konzipieren, die Bestände zu pflegen und zu mehren.“

Die Freundeskreise, denen Menschen mit Liebe zur Kunst angehörten, könnten zwar Geld generieren, sich ehrenamtlich engagieren und so ein Stück helfen. „Wir sehen aber mit Sorge, dass sie Verantwortung und Aufgaben des Staates übernehmen müssen“, warnte Nümann. Es gehe zu weit, wenn Museumsdirektoren auf Geld für wichtige Ankäufe verzichten und lieber eine Ausstellung finanziert haben wollten. „Die Bewahrung der Bestände, das Sammeln, Vermittlung und Bildung sind staatliche Aufgaben“, betonte der Verbandspräsident.

Kritisch zu sehen sei dabei auch die zunehmende Ausdünnung der Personalbestände. „Freiwerdende Stellen werden nicht besetzt oder nur mit Zeitverträgen verbunden, es fehlt an wissenschaftlichem Personal.“ Wenn die personelle Qualität gemindert werde und wissenschaftliches Potenzial fehle, implodiere alles. „Die kulturferne Politik sieht das nicht, das führt dazu, dass die Kulturlandschaft stirbt“, beschrieb Nümann die Befürchtungen des Verbandes.

„Die Bedeutung der Freundeskreise kann nicht hoch genug geschätzt werden.“ Aber sie könnten Anreger und Berater sein. „Wir fördern auch finanziell, ehrenamtlich und mit Zeit“, sagte Nümann. Damit sicherten sie in Zeiten knapper Kassen nicht selten das Angebot ihrer Museen und deren kontinuierliche Arbeit. „Aber wir werden sehr sorgfältig darüber wachen, dass der Staat sich nicht aus seiner Verantwortung für das kulturelle Leben in Deutschland zurückzieht.“

Der 2003 gegründete Dachverband der Fördervereine Deutscher Kunstmuseen hat bundesweit 66 Mitglieder und repräsentiert mehr als 80.000 Freunde und Förderer. Das Spektrum reicht dabei von Vereinen mit 100 Mitgliedern bis zu 18.000 Mitgliedern.

dpa

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