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Kultur Frauen sind die besseren Superhelden
Nachrichten Kultur Frauen sind die besseren Superhelden
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00:00 14.06.2017
Kommt her, ihr Superschurken: Diana alias „Wonder Woman“ beschützt amerikanische Spione und kämpft im Ersten Weltkrieg gegen den Kriegsgott Ares. Quelle: Foto: Warner
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Hannover

Die „Marvel“-Studios haben die Chance auf eine weibliche Führungskraft im Superhelden-Universum verstreichen lassen. Scarlett Johansson wurde zwar als Black Widow ins „Avengers“-Team aufgenommen, aber im Gegensatz zu den männlichen Kollegen hat man ihr kein eigenes Franchise zugetraut. Großer Fehler. Vor zwei Monaten hat Johansson als Manga-Heldin in „Ghost in the Shell“ bewiesen, dass sie sehr wohl in der Lage ist, eine Comicverfilmung im Blockbuster-Format allein zu schultern.

DC zieht an Marvel vorbei

Nun zieht Marvels größter Konkurrent auf dem Superheldenmarkt vorbei. Das Comic-Imperium „DC“ zeigt mit „Wonder Woman“ noch deutlicher, wie sehr dieses Genre nach weiblichem Input dürstet. Mit dem letzten Flop „Superman vs. Batman“ hatte man im Hause DC die emotionale Begrenzheit grimmiger Maskulinität erforscht und dabei jede Menge dröhnende Langeweile produziert. Immerhin wurde am Ende des Films Gal Gadot als „Wonder Woman“ neu ins Sortiment aufgenommen, deren Geschichte nun in einem eigenen Prequel erzählt wird.

Eigentlich heißt die Wunderfrau Diana und wächst als Tochter der Königin Hippolyta (Connie Nielsen) auf einer malerischen Insel heran, die von Zeus höchstpersönlich unter einer Glocke vom Rest der verwerflichen Welt abgeschirmt wird. Kein Mann weit und breit ist zu sehen, dennoch widmet sich das Amazonenvolk dem Kampftraining. Es ist klar, dass das matriarchale Paradies vor dem Kriegsgott Ares nicht ewig verborgen bleiben wird.

Amazone trifft erstmals Mann

So kommt es denn auch: Ein deutscher Doppeldecker durchbricht die Schutzmembran und geht über dem Meer nieder. Diana rettet den Piloten. „Du bist ein Mann“, sagt sie erstaunt. Darüber hinaus stellt sich der Gerettete Steve Trevor (Chris Pine) als amerikanischer Spion vor. Die deutschen Verfolger lassen nicht lange auf sich warten. Schließlich wütet dort draußen der Erste Weltkrieg.

Diana zeigt sich entschlossen, ihrer Bestimmung nachzugehen, die Menschheit vor dem Kriegsgott Ares zu beschützen – auch wenn sie damit reichlich spät kommt. An der Seite von Trevor reist sie nach London und später an die belgische Westfront. Sie ist davon überzeugt, dass sie nur Ares töten muss, um dem weltweiten Schlachtgemetzel ein Ende zu bereiten.

Die Mischung aus Naivität, Courage und Kampfkraft, mit der Diana zu Werke geht, ist eine willkommene Abwechslung im Superhelden-Universum und bestimmt den besonderen Charme des Filmes, der eine pazifistische Idealistin mit dem Weltkriegshorror konfrontiert. Wenn Diana in schnittiger Amazonen-Montur über die Schützengräben springt und die MG-Salven an ihrem Schild abprallen, dann ist das auch ein kraftvolles Wunschbild weiblicher Überlegenheit gegenüber den männlichen Destruktionskräften, die die Geschichte nicht nur des vorigen Jahrhunderts maßgeblich geprägt haben.

Comicverfilmung mit feministischer Subversionskraft

Verantwortlich für diesen Superheldinnenfilm, auch das eine Seltenheit, ist eine Frau: Regisseurin Patty Jenkins („Monster“) legt eine gute Portion feministische Subversionskraft an den Tag, spielt ebenso souverän wie augenzwinkernd mit Geschlechterklischees und bringt dann wieder in bester Hollywood-Tradition ihre Heldin ganz unironisch zum Leuchten.

Gal Gadot ist jede Großaufnahme wert. Auch wenn ihre Diana im knapper Kampftrikotage über die Schlachtfelder turnt, liegt der Kern der Sexyness hier nicht in der Kostümierung, sondern in der Tatkraft der Figur. Die israelische Schauspielerin zeigt hier echte Starqualitäten. Man darf gespannt sein, wie sich Gadots Karriere nach diesem überzeugenden Superheldinnen-Auftritt entwickelt.

Von Martin Schwickert / RND

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