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„Fressen die auch Katzen?“ – Ausstellung zeigt Leipzig in Schwarz

Wave-Gotik-Treffen „Fressen die auch Katzen?“ – Ausstellung zeigt Leipzig in Schwarz

Ohne Sarg geht es nicht. Gleich am Eingang der Ausstellung „Leipzig in Schwarz. 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen“ ist einer ausgestellt, darin ein Skelett. „Das ist vielleicht die ungewöhnlichste Ausstellung, die wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten hier im Museum realisieren konnten“, sagt Direktor des Stadtmuseums Volker Rodekamp.

Ohne Sarg geht es nicht.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Ohne Sarg geht es nicht. Gleich zu Beginn der Ausstellung „Leipzig in Schwarz. 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen“ ist ein verziertes Exemplar ausgestellt, darin ein Skelett, die linke knöcherne Hand lässig auf die Kante gelegt. Der Sarg in einer Friedhofsszenerie mit roten Grablichtern konfrontiert die Besucher des Stadtmuseums Leipzig mit den gängigen Vorurteilen über die Gruftie-Szene. Schlafen die alle in Särgen? Fressen die auch Katzen? „Leipzig in Schwarz“ will die dunkle Welt erklären und auf 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen (WGT) zurückblicken.

„Das ist vielleicht die ungewöhnlichste Ausstellung, die wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten hier im Museum realisieren konnten“, sagt Direktor Volker Rodekamp. Statt um vergangene Jahrhunderte geht es in acht Themenwelten von der Mode bis zum Körperkult um ein relativ junges Phänomen: das WGT, das 1992 zum ersten Mal in Leipzig veranstaltet wurde und sich inzwischen als eines der größten Szenetreffen weltweit mit jährlich 20 000 Besucher etabliert hat.

„Wie konnte es passieren, dass das Wave-Gotik-Treffen so erfolgreich ist?“ - diese Frage wolle „Leipzig in Schwarz“ (9. März bis 29. Mai 2016) auch beantworten, sagt Rodekamp. Dazu haben die Ausstellungsmacher ausgiebig mit Szene-Kennern und Szene-Gängern zusammengearbeitet. Die ausgestellten Objekte stammen von 50 Leihgebern, Privatpersonen oder Institutionen. „Wir selbst hatten ja nichts im Bestand“, sagt der Museumschef.

Ohne Sarg geht es nicht. Gleich am Eingang der Ausstellung „Leipzig in Schwarz. 25 Jahre Wave-Gotik-Treffen“ ist einer ausgestellt, darin ein Skelett. Und auch sonst hat die Ausstellung extentrische Bilder zu bieten. (Fotos: André Kempner)

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Zusammengekommen sind viele Kleidungsstücke, Fotos, Videos, zwei Dutzend Paar Schuhe und zahlreiche Devotionalien aus 25 Jahren WGT-Geschichte. Die Optik der Schau ist natürlich die gleiche, die jedes Jahr zu Pfingsten die Stadt Leipzig dominiert. Es wimmelt von Fledermaus-Accessoires und Totenköpfen. Die neonfarbenen Sachen eines „Cyber Goth“ sind ebenso zu sehen wie ein Bühnenoutfit der Szene-Band Goethes Erben. Das Museum hat seine Räumlichkeiten in Schwarz getaucht. Sogar die Säulen in der Ausstellungshalle sind in schwarze Bäume verwandelt worden.

„Wir haben den historischen Sicherheitsabstand verlassen, den Museen sonst immer einnehmen“, sagt Kuratorin Johanna Sänger. Die Macher der Ausstellung hätten versucht, die Szene zu verstehen - und nun wollten sie das Verstandene auch den Besuchern vermitteln. Museumschef Rodekamp sagt, er hoffe auf „viele Zehntausend Besucher“. Angesichts von 20 000 WGT-Gästen und vermutlich noch einigen anderen Interessierten dürfte das keine allzu kühne Hoffnung sein.

LVZ

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