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Für den guten Zweck: Gewandhaus-Cellist tauscht Bogen mit Rad

Für den guten Zweck: Gewandhaus-Cellist tauscht Bogen mit Rad

Den sicher nicht besonders bequemen Sitz für einen Gewandhausmusiker wird Cellist Hendrik Zwiener morgen für einen Tag mit einem harten Fahrradsattel eintauschen.

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Rad-Cellist Hendrik Zwiener vor dem Gewandhaus.

Quelle: Privat

Leipzig. Ohne Saiteninstrument und Bogen, dafür mit Spezialnahrung und Regenzeug im Gepäck wird der 34-Jährige gemeinsam mit seinem Kompagnon Lasse Fankhänel, einem 35-jährigen Lehrer und Trompeter aus Elmshorn, für Menschenrechte auf dem Rad durch die Nacht fahren.

Wenn beim verrückten Radmarathon "Fichkona" knapp 200 Extremradsportler die über 600 Kilometer vom Fichtelberg ans Kap Arkona auf der Insel Rügen in Angriff nehmen, geht es für die beiden um mehr als nur ums Ankommen: Zehn Euro pro Kilometer, also gut 6000 - dies ist die Summe, die der Leipziger Cellist und der Lehrer aus Elmshorn für die Ulrich-Zwiener-Stiftung für Internationale Verständigung und Menschenrechte einwerben wollen.

Wir sind froh, zwei der begehrten Plätze ergattert zu haben, denn stets gibt es mehr Anfragen als Plätze", sagt Zwiener, zugleich Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Zum Hintergrund der Quälerei unter dem Motto "Mit dem Rad zum Bad" erläutert er: "Meinem Vater Ulrich Zwiener waren europäischer Austausch und Menschenrechte eine Herzenssache. Vor allem ab 1989 engagierte er sich dafür und gründete 1998 eine Stiftung." Mit der eigenen sportlichen Leistung wolle man Menschen begeistern, für die Stiftung zu spenden. "Ob für einen Kilometer oder 500 - jeder entscheidet selbst, wie groß seine Unterstützung ausfällt. Und jeder Euro geht direkt in die Arbeit der Stiftung." Ein Trikotsponsor übernehme sämtliche anfallenden Nebenkosten.

Die gemeinnützige Ulrich-Zwiener-Stiftung mit Sitz in Jena ist vielseitig aktiv: Persönlichkeiten wie die iranische Richterin und Menschenrechtlerin Shirin Ebadi, Trägerin des Friedensnobelpreises 2003, wurden von ihr geehrt. Sie fördert Projekte zum interkulturellen Austausch wie das Filmprojekt "One world-One lab". Ein "Preis für Interkulturelle Verständigung unter der Jugend" würdigt das Engagement junger Menschen in der Region.

Doch vor all dem steht nun erst einmal die sportliche Herausforderung. Die Strecke des 1998 erstmals ausgetragenen Spektakels führt vom Gipfel des 1214 Meter hohen Fichtelbergs über Chemnitz, Potsdam und Stralsund zum Kap Arkona auf Rügen in nur 20 Metern Höhe - an einem Stück. Zwieners Teampartner Fankhänel hat großen Respekt vor der Strecke: "Die berüchtigten Kopfsteinpflasterpassagen am Schluss können nach über 600 Kilometern und 2500 Höhenmetern ziemlich wehtun." Und der Streckenrekord von 19:25 Stunden, der das Ziel der beiden ist, sei kein Kinderspiel. "Aber wir kurbeln gerne eine Nacht durch, um der Sache der Stiftung zu helfen", so Fankhänel. Mit der Erfahrung vieler Ultramarathons wie Trondheim-Oslo oder Paris-Brest-Paris ist das Duo bei seiner Fichkona-Premiere zuversichtlich, vor, im oder hinter dem Hauptfeld das Ziel zu erreichen - 613 Kilometer nonstop für die Menschenrechte. Die Anzahl der Kilometer variiert übrigens je nach Baustellenlage zwischen 601 und 628.

Infos gibt es per E-Mail unter hendrik.zwiener@gmail.com. Spendenkonto: Ulrich-Zwiener-Stiftung, GLS Bank Bochum, IBAN: DE71 4306 0967 1130 2901 00.

www.zwiener-stiftung.de/613km.html www.fichkona-sports.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2014

Martin Pelzl

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