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Games Fußball-Duell: So spielt sich RB Leipzig in „FIFA 18“ und „PES 2018“
Nachrichten Kultur Games Fußball-Duell: So spielt sich RB Leipzig in „FIFA 18“ und „PES 2018“
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16:38 24.11.2017
Timo Werner in "PES 2018", Yussuf Poulsen in "FIFA 18": Fans von RB Leipzig können ihr Team in beiden Fußballspielen zu internationalen Titeln führen. Quelle: Screenshots LVZ
Leipzig

Die Roten Bullen sind auf der internationalen Fußballbühne angekommen. Das gilt für das Team von Ralph Hasenhüttl genauso wie für die neueste Videospiel-Generation. Mit Profi-Gamer Cihan Yasarlar verpflichtete RB Leipzig zu Saisonbeginn den amtierenden eSports-Europameister in "FIFA" und gründete als vierter Bundesligist eine eigene Abteilung für den virtuellen Rasenballsport. Parallel dazu streckte „Pro Evolution Soccer“ (PES), der ewige Kontrahent bei den Fußballsimulationen für PC und Konsolen, seine Fühler zum Champions-League-Debütanten aus. Neben Borussia Dortmund und Schalke 04 ist RB der dritte Bundesliga-Club, der in „PES 2018“ dank Lizenzvertrag mit Original-Kader dabei ist.

RB-Fans haben damit in diesem Jahr die Qual der Wahl zwischen den Serienablegern von EA Sports ("FIFA 18") und Konami ("PES 2018"). LVZ.de hat beide Spiele auf der Playstation 4 ausgiebig getestet und wollte wissen: Welches Spiel ist realistischer, wenn es um den Club aus der Messestadt geht? Wie echt sehen die RB-Kicker aus? Wie packend ist die Atmosphäre im Stadion? Wie umfangreich sind die Spielmodi auf nationalem und internationalem Parkett? Und natürlich: Welche Simulation hat spielerisch und grafisch die Nase vorn? Unser großer Vergleichstest in insgesamt sechs Kategorien zeigt auch, welche Fußballer den Entwicklern gut gelungen sind – und welche nicht. Soviel vorab: Manche RB-Stars würden selbst Dauerkartenbesitzer aus der Red-Bull-Arena kaum wiedererkennen.

Kaum wiederzuerkennen: Das sind die 10 stärksten RB-Spieler in "FIFA 18".

Das soll Gulacsi sein? Die Spieler:

Wenn Naby Keita einen tödlichen Pass spielt oder Willi Orban die Grätsche auspackt, müssen Fans in FIFA 18“ zweimal hinschauen. Viele Kicker ähneln den echten Bundesligaspielern kaum. Selbst Stars wie Timo Werner oder Yussuf Poulsen sind den realen Vorbildern alles andere als aus dem Gesicht geschnitten. Viele misslungene Spielermodelle wurden aus dem Vorgänger übernommen – schade. Eine gute Figur macht nur etwa ein Drittel des Kaders, zum Beispiel die Nationalspieler Emil Forsberg und Stefan Ilsanker oder Verteidiger Lukas Klostermann. Den Vogel schießt der Mann im Tor ab: Das soll Peter Gulacsi sein?

Deutlich detailgetreuer geht „PES 2018“ ans Werk. Nicht nur die Nationalspieler Werner, Poulsen, Forsberg, Sabitzer oder Keita sind hervorragend getroffen. Auch Reservisten wie Federico Palacios und Fabio Coltorti besitzen eindeutigen Wiedererkennungswert. Wer für Diego Demme, Dominik Kaiser oder Willi Orban Pate stand, bleibt jedoch das Geheimnis der Entwickler. Die Neuzugänge wie Bruma, Konrad Laimer oder Jean-Kevin Augustin schffen es dank Online-Update ins Team. Auch in „FIFA“ stehen bereits alle aktuellen Stars im Kader – inklusive Kevin Kampl, der in beiden Spielen dank seiner blonden Mähne schon aus der TV-Perspektive heraussticht. Fazit: Punkt für „PES 2018“

Von Naby Keita bis Emil Forsberg: Das sind die 10 stärksten Spieler von RB Leipzig in "PES 2018".

Bennewitz grüßt in der Konami-Arena – das Stadionerlebnis:

Heimspiele in Leipzig? Fehlanzeige. Sowohl „FIFA“ als auch „PES“ enttäuscht Fans. In keinem der beiden Spiele steht die Red-Bull-Arena als offizielles Stadion zur Verfügung. Die Fantasiearena „Sanderson Park“ muss in „FIFA 18“ wie bereits im Vorjahr als Heimstätte des Vizemeisters herhalten. Mit knapp 39.000 Plätzen ist diese etwas kleiner als das echte RB-Stadion, erinnert aber zumindest architektonisch an die Schüssel am Sportforum. Kleine Neuerung in diesem Jahr: An den Fanblöcken sind Zaunfahnen mit „Leipzig“- und „RBL“-Motiven zu sehen. Banner echter Fanclubs und authentische Schlachtrufe bleiben aber Topclubs wie dem FC Bayern vorbehalten. Auf Leipziger Gesänge wie „Champagner statt Bier“ hoffen Spieler in „FIFA“ vergeblich. „PES“ ist mit dem „Konami Stadium“, das als Fantasie-Heimstätte dienen muss, noch weiter von der Realität entfernt. Das Stadion kann via Editor aber im Handumdrehen umbenannt werden. An den Zuschauerrängen lassen sich auch echte Fahnen von Bennewitz bis Delitzsch anbringen – ein nettes Feature. Ansonsten bleibt die Stimmung im Stadion aber hinter der Konkurrenz zurück. Fazit: „FIFA 18“ hat knapp die Nase vorn.

Blick ins "Konami Stadium", das in "PES 2018" mit eigenen Zaunfahnen ausgestatttet werden kann. Quelle: Screenshot LVZ

Wenn Poulsen einfach nicht trifft – das Gameplay:

Was zählt, ist für viele Spieler auf dem Platz, und hier haben beide Serie erneut Feintuning betrieben. In „FIFA 18“ fällt sofort auf: Das Tempo ist deutlich langsamer als im Vorgänger, die Spielzüge werden dadurch etwas realistischer. Die Stärken einzelner Spieler wirken sich auf dem Rasen spürbar aus: Werner ist extrem treffsicher, Bruma im Antritt kaum zu stoppen. Auch an der Ballphysik hat EA Sports geschraubt. Schüsse prallen nun häufiger von Spielern ab, was für überraschende Momente sorgt. Insgesamt wirkt das Spielerlebnis noch griffiger. Fernschüsse von außerhalb des Strafraums führen jedoch häufiger zu Toren – auch nach dem großen Update, mit dem der Hersteller die Spielmechanik verfeinert hat. Praktisches Feature: Per Tastendruck sind nun drei voreingestellte Wechsel während der Partien möglich.

Konami hat „PES“ ebenfalls etwas langsamer gemacht, dadurch bleibt in der Offensive mehr Zeit für Kreativität und spielerische Lösungen. Auch beim Verteidigen gibt es gefühlt wieder mehr Optionen als die finale Grätsche. Schüsse aufs Tor, vor allem aus der Distanz, sind auch nicht mehr ganz so rasant wie beim Vorgänger – und damit wieder realistischer. Weitere Verbesserungen gibt es auch bei der Spielintelligenz der Computergegner: Keeper machen zum Glück immer noch Fehler, sind aber zum Beispiel beim kurzen Abschlag nicht mehr so ausrechenbar. Die Defensive des Gegners stellt sich schnell auf standardisierte Spielzüge ein, offensiv wird noch aggressiver der freie Raum auch hinter der eigenen, zu weit aufgerückten Abwehr gesucht. Jeder KI-Gegner spielt anders, will auch taktisch bezwungen werden. Wer nur ein Spielsystem in Petto hat, kommt da schnell an Grenzen. Jede Situation hat zudem Einfluss auf das eigene Spiel auf dem Platz: Bei Gegentoren werden die Beine von Keita und Co. schwerer, nach vier Siegen in Folge läuft es sich dagegen doppelt gut. Das kann frustrierend sein, etwa wenn Poulsen seit fünf Wochen nicht getroffen hat – und deshalb Topchancen in Serie an die Latte oder über das Tor schießt. Letztlich ist das aber auch ein Plus an Realismus und ein Grund für Langzeitspielspaß. Fazit: Das griffigere „PES“ dribbelt „FIFA“ gekonnt aus.

Willi Orban packt in "FIFA 18" die Grätsche gegen Robert Lewandowski aus. Quelle: Screenshot LVZ

Klopp klopft wegen Keita an – die Spielmodi:

Einmal in die Rolle von Ralf Rangnick und Ralph Hasenhüttl schlüpfen – in „FIFA 18“ kein Problem. Als Teammanager kümmert sich der Spieler im Karrieremodus um Transfers, Scouting, Vertragsverlängerungen – und natürlich Finanzen. Die Trikotverkäufe von Werner und Forsberg stopfen die Löcher in der Vereinskasse, die ihre Wochengehälter und Ablösesummen für neue Stars reißen. Gleich zu Beginn der ersten Saison klopft – ganz wie in der Realität – Jürgen Klopp bei RB an, um Naby Keita nach Liverpool zu locken. Mit etwas Verhandlungsgeschick lassen sich die gebotenen 48 Millionen Euro noch deutlich nach oben schrauben. Die Gespräche mit Managern, Spielern und Beratern sind ein Highlight: Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, sitzen Stars wie Neymar oder Robert Lewandowski im Manager-Büro am Cottaweg. Daneben gibt es eine klassische Spielerkarriere, in der zum Beispiel der junge Upamecano über mehrere Jahre zu einem Weltklasse-Verteidiger geformt werden kann. Wer Titel gewinnen will, darf mit RB im erstmals simulierten DFB-Pokalwettbewerb antreten oder mit den Nationalspielern ein WM-Turnier bestreiten. In der deutschen Nationalelf lassen sich die fehlenden Timo Werner, Marcel Halstenberg und Diego Demme dank Kadereditor schnell nachnominieren.

Die Meister-Liga ist und bleibt der wichtigste Baustein in „PES“ und zeigt in diesem Jahr vor allem eine wichtige Neuerung: Im eigene Team gibt es nun einen Präsidenten, der tatsächlich bestimmte Vorgaben erfüllt sehen möchte. Vergeigt man den erhofften Aufstieg oder den anvisierten Platz im Tabellen-Mittelfeld muss man sich nach Saisonende meist einen neuen Verein suchen. Zudem hat der Boss auch weiterhin seine Finger auf dem Transfer-Budget und auf den Spielergehältern. Nicht zuletzt wurde beim Transfersystem der Schwierigkeitsgrad etwas angehoben – und es ist unwahrscheinlicher denn je, als Zweitligist einen Topstar zu verpflichten. Wer mit RB die Champions-League-Hymne hören will, kann das nur in „PES“. Dank UEFA-Lizenz können offizielle Europapokalwettbewerbe bestritten werden, zum Beispiel in einer Vorrundengruppe gegen Porto und MonacoGalatasaray Istanbul fehlt im Spiel jedoch. Fazit: Aufgrund des riesigen Umfangs holt sich „FIFA“ den Punkt.

Da ist das Ding: Im Karriermodus von "FIFA 18" stemmen die RB-Spieler ihre erste internationale Trophäe - hier bei einem Vorbereitungsturnier. Quelle: Screenshot LVZ

Endlich drittklassig! Die Lizenzen:

Mehr geht nicht: „FIFA 18“ hat dank umfangreichem Lizenzpaket neben RB alle Erst- und Zweitligisten mit an Bord. Ihr Debüt geben die Clubs der 3. Liga. Ostderbys gegen den 1. FC Magdeburg, Chemnitzer FC oder Rot-Weiß Erfurt können damit erstmals überhaupt an PC und Konsole gespielt werden – wenn auch in Fantasiearenen. Nur das Berliner Olympiastadion ist aus dem Osten der Republik dabei. Auch international gibt sich „FIFA“ keine Blöße. Die RB-Gegner Monaco, Porto und Istanbul können Spieler in Europapokal-Turnieren bezwingen – oder die Bayern im Elfmeterschießen aus dem Pokal werfen. Die fehlenden Lizenzen sind bei „PES“ traditionell die größte Schwachstelle. Auch wenn Konami diesmal aufgestockt hat und unter anderem Top-Clubs wie Barcelona. Atletico Madrid, Liverpool oder AS Rom verpflichtet hat – vor allem Bundesliga-Fans bleiben bis auf RB, BVB und Schalke auf der Strecke. Eine deutsche Liga und der FC Bayern existieren im Spiel faktisch nicht. Fazit: Klarer Punkt für „FIFA“.

Hubschrauberflüge und Grasflecken – die Grafik:

Auf der Stirn von Diego Demme perlt Schweiß, an Marvin Comppers Stutzen haben die Grätschen ihre Spuren hinterlassen: Die Grafik von „FIFA 18“ kann sich ebenso wie die Animationen der Spieler auf dem Platz sehen lassen. Der Kick ist auf jedem Großformat-Fernseher eine Augenweide. Das gilt auch für das Drumherum: Regentropfen laufen über die TV-Kamera, in den Stadien tanzen sich die Fans in RB-Trikots auch in Nahaufnahme in Extase. Carlo Ancelottis Gesicht ist dagegen emotionslos wie eh und je. Ja, der Ex-Bayern-Trainer hat es – im Gegensatz zu Ralph Hasenhüttl – ins Spiel geschafft. Optisch macht „FIFA“ noch einmal einen Schritt nach vorn – Weltklasse! „PES“ kann hier durchaus mithalten. In Nahaufnahme wirken die Spieler sogar noch einen Tick realistischer. Eine Augenweide in „PES“ sind die Hubschrauberflüge über legendäre Stadien wie Camp Nou oder die Signal Iduna Arena vor dem Anpfiff. Was beide Spiele grafisch unter der Haube haben, zeigt sich im Zeitlupenmodus. Hier lässt sich jeder Spieler bis auf wenige Zentimeter heranholen und jedes Werner-Tor nochmal aus 18 Blickwinkeln genießen. Fazit: Unentschieden – je ein Punkt für „FIFA“ und „PES“.

Konzentration vorm Anpfiff: Borussia Dortmund ist eins von drei deutschen Teams in "PES 2018" neben RB Leipzig und Schalke 04. Quelle: Screenshot LVZ

Unser Test-Fazit:

Sowohl „FIFA 18“ als auch „PES 2018“ bietet RB-Fans eine Menge Spielspaß auf der großen Fußballbühne – ein Novum in der Videospielgeschichte. Beide Spiele simulieren die Partien der Rasenballer auf hohem Gaming-Niveau und sind in diesem Jahr technisch noch näher zusammengerückt. Wer „PES“ zum ersten Mal spielt, wird vom direkten, intuitiven Gameplay begeistert sein. Jedes Spiel fühlt sich anders an, jedes Tor setzt Motivationsschübe frei. Die Konami-Simulationen punktet zudem bei den Spielergesichtern. Wer Keita und Poulsen beim Jubeln wiedererkennen will, kommt an „PES“ nicht vorbei. Die misslungenen Kickermodelle sind die vielleicht größte Schwäche von „FIFA 18“. Ansonsten klotzt EA Sports mit einem Modi- und Lizenzen-Brett, das Spieler für Monate an PC und Konsole fesselt. Auch unseren RB-Test entscheidet „FIFA 18“ am Ende knapp für sich. Mit einem Endstand von 4:3 bringt das Komplettpaket von EA Sports Leipziger Fans letztlich mehr Abwechslung – „PES“ dafür mehr Spielfreude und Langzeitspaß auf dem virtuellen Rasen.

Von Robert Nößler und Matthias Puppe

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