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Im Land der Pharaonen: So spielt sich das neue "Assassin's Creed"

Ägypten-Abenteuer im Test Im Land der Pharaonen: So spielt sich das neue "Assassin's Creed"

Die "Assassin's Creed"-Serie war einmal groß. Zuletzt wirkte sie müde. Jetzt kehren die antiken Geheimagenten nach einer Pause klüger und schöner zurück - und könnten künftig einen Besuch im ägyptischen Museum überflüssig machen.

Geiseln befreien, Schurken erdolchen und die Pyramiden erklettern: “Assassin’s Creed Origins“ haucht der Serie neues Leben ein.
 

Quelle: Ubisoft

Leipzig. Nilpferde sind der natürliche Feind des Assassinen. Korrupte Politiker, gierige Steuereintreiber, giftige Schlangen – sie alle sind höchstens Hürden auf der Zielgeraden in diesem Spiel. Aber wenn die riesenmäuligen Viecher auftauchen, ist die Mission akut bedroht. Als Held Bayek eine Frau auf einer Insel trifft, wird sie plötzlich von einem Rudel Nilpferde angefallen. Als er am Ufer entlangschleicht, trampelt ein Tier mit aufgerissenem Maul durch das Schilf.

Die Vierbeiner stehen für eine der größten Stärken des PC-Spiels “Assassin’s Creed Origins“. Sie bringen Chaos und Leben in eine schlappe Serie. Seit dem ersten “Assassin’s Creed“ vor zehn Jahren schlich und kletterte ein historischer James-Bond-Verschnitt nach dem anderen durch Schauplätze von Jerusalem bis London. Die gut recherchierten, liebevoll nachgebauten Städte dagegen waren ein Markenzeichen. Doch die Abenteuer wirkten gegen eine immer stärkere Konkurrenz längst altmodisch und überladen. Rigide durchgetaktete Missionen und lasche Sammelobjekte langweilten die Spieler an jeder Straßenecke.

Abenteuer im alten Ägypten: "Assassin's Creed Origins" haucht der Action-Adventure-Serie frisches Leben ein.

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“Origins“ erfindet die Serie nun nicht unbedingt neu. Das Spiel aber wirkt lebendiger als die Vorgänger. Die Spieler schlüpfen dieses Mal in die Rolle des antiken Sheriffs Bayek, der sich inmitten politischer Ränkespiele mit einem simplen moralischen Kompass orientiert. Unschuldige Geiseln werden befreit, skrupellose Tyrannen erdolcht. Zwischendurch klettert Bayek Pyramiden hinauf, bestaunt die Nase der Sphinx und erkundet Grabstätten.

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Die Aufgaben machen aber wieder Spaß. Denn die Antike ist unberechenbar und dynamisch. Nicht nur Nilpferde platzen in die Party, auch menschliche Gegner sind jetzt klüger; sie verfolgen, parieren und attackieren geschickter. Sogar das Klettern auf Aussichtspunkte, früher eine Art Serienritual, darf sich Bayek schenken. Er hat einen Falken gezähmt, der die Lage sichtet und Wachen bei Bedarf ablenkt.

Wenig Fortschritte zeigt die Serie leider bei dem Versuch, eine interessante Geschichte zu erzählen. Auch Cleopatra und Julius Cäsar persönlich können wenig ausrichten, wenn Dialoge so gestelzt klingen wie hier. Perfekt ist also auch das neue “Assassin’s Creed“ nicht, aber deutlich besser.

Gelungenes Ausflugsziel

Vor allem das Ausflugsziel ist gelungen. Folgerichtig verspricht Ubisoft virtuellen Touristen einen Museumsmodus; ganz ohne Action, dafür mit interaktiven Touren. Im Frühjahr 2018 soll dieser als Download nachgereicht werden. Damit würde sich das Spiel sogar für Menschen lohnen, die nicht spielen.

Von Jan Bojaryn

Wertung und Infos

4,5 von 5 Punkten

Genre: Action-Adventure
Erscheinungsdatum: 27. Oktober 2017
Plattformen: PC, Playstation 4 und Xbox One
Preis: 60 bis 70 Euro (hier bei Amazon bestellen)
Jugendfreigabe: ab 16 Jahren
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Website: https://assassinscreed.ubisoft.com/

Das sollten Eltern wissen

Das alte Ägypten war nicht jugendfrei. Und das neue Assassin’s-Creed-Abenteuer spinnt aus der Historie zwar leichte Unterhaltung, aber es schreckt vor der Gewalt jener Zeit nicht zurück. Im Gegenteil – unschuldige Menschen sterben, Finger werden abgehackt, und Schädel zerschmettert. Mittendrin verkörpern die Spieler eine antike Form der Gerechtigkeit: Sie sind Richter und Henker in Personalunion. Immer wieder tauchen Schurken auf, und Held Bayek ist mit Lynchjustiz zur Stelle. Mehr als dieses simple Weltbild kann man von einem historischen Blockbuster vielleicht nicht erwarten. Die Gewalt wird dabei nicht überspitzt – aber ein Gladiatorenkampf ist nunmal eine brutale Angelegenheit.

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