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19:35 14.02.2018
Keine Angst vor wilden Tieren: In „Monster Hunter World“ geht es riesigen Dinosaurier-Kreaturen an den Kragen. Quelle: Capcom
Leipzig

Eine vergleichsweise kleine, dafür umso festere Fangemeinde kann die japanische Videospielreihe „Monster Hunter“ mit ihren 18 seit 2004 erschienenen Ablegern hinter sich vereinen. Mit dem 19. Teil will Capcom nun auch den Massenmarkt erreichen. Das Ziel: Das Spielkonzept sowohl für Neulinge zugänglich gestalten als auch Veteranen mit gewohnt hoher Komplexität beglücken.

Beides ist den Entwicklern gelungen. Dennoch ist die Hürde für Einsteiger nach wie vor hoch: In den ersten Stunden wird der Spieler von den Tutorials des Action-Rollenspiels geradezu erschlagen. „Erschlagen“ ist das richtige Stichwort: Ziel von „Monster Hunter World“ ist es, wie der Titel andeutet, Monster zu jagen und zu töten. Davon tummeln sich in der Neuen Welt – so der Name der Fantasy-Spielwelt – Dutzende kleine und mehr als 20 verschiedene größere: Dinosaurier und andere Echsen, riesige Fledermäuse mit Federkleid und gepanzerte Monstrositäten stromern durch die fünf Gebiete der Insel.

Grafisch ist das Action-Rollenspiel „Monster Hunter World“ überragend: Die offenen Jagdgebiete beeindrucken mit liebevollen Details und glaubwürdiger Vegetation, die Animationen der Monster und Menschen sind absolut flüssig.

Stets gilt es, die Kreaturen zunächst mithilfe von Fuß- und Kratzspuren aufzuspüren. Auf dem Weg dahin werden allerhand Insekten, Fossilien und Pflanzen gesammelt, die zu Tränken, Fallen und Munition verarbeitet werden. Die Monster geben nach erfolgreicher Schlacht ebenfalls Materialien frei, mit denen Waffen und Rüstungen geschmiedet und verbessert werden können.

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Dadurch entsteht eine packende Motivationsspirale: Monster töten, bessere Ausrüstung herstellen, noch größere und schwierigere Monster erlegen. Der Haken an der Sache: Der Fortschritt verläuft überaus langsam – die Monster-Keilerei wird so zur langwierigen Angelegenheit. Die immer gleichen Kreaturen müssen in den immer gleichen Umgebungen auf immer gleiche Weise bekämpft werden. Auch das Kampfsystem ist ein zweischneidiges Schwert: Zwar stehen von Beginn an 14 gänzlich unterschiedliche Waffen zur Auswahl, jede besitzt aber nur ein halbes Dutzend verschiedener Angriffsmuster. Das macht die zeitintensiven Kämpfe, die zudem unter einer sperrigen Bedienung und einer störrischen Kamera leiden, zuweilen recht monoton.

Für Abwechslung muss der Spieler deshalb selbst sorgen, beispielsweise durch das Einladen anderer Spieler, was zwar den Schwierigkeitsgrad, aber auch den Spaßfaktor erhöht: Jede der unzähligen Haupt- und Nebenmissionen kann kooperativ bewältigt werden. Wer zudem die zahlreichen kleinen Mechaniken und Bonus-Items zu nutzen weiß, kann die Kämpfe deutlich leichter und spaßiger gestalten.

Spaßiger Koop-Modus

Grafisch ist „Monster Hunter World“ aber ein echtes Brett: Die offenen Jagdgebiete beeindrucken mit liebevollen Details und glaubwürdiger Vegetation, die Animationen der Monster und Menschen sind absolut flüssig. Das lässt sogar die hauchdünne Story und die platten Charaktere verschmerzen.

Fazit: „Monster Hunter World“ ist die beste Option, um in die traditionsreiche Reihe einzusteigen, ohne dass Veteranen unterfordert werden. Vor allem im Koop-Modus ist die Monster-Hatz ein Garant für spaßige Stunden. Von der vergleichsweise schnellen Progression moderner Spiele-Blockbuster grenzt sich das Spiel jedoch bewusst ab. Wer sich mit dem repetitiven Spielablauf anfreunden kann, für den ist „Monster Hunter World“ ein wahres Fest. Alle anderen sollten lieber Abstand nehmen.

Von Christian Neffe

Wertung und Infos

3,5 von 5 Punkten

Genre: Action-Rollenspiel
Erscheinungsdatum: 26. Januar 2018
Plattformen: Playstation 4, Xbox One (im Herbst auch für PC)
Preis: ca. 60 Euro (hier bei Amazon kaufen)
Jugendfreigabe: ab 12 Jahren
Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Website: http://www.monsterhunterworld.com

Das sollten Eltern wissen

In „Monster Hunter World“ geht es riesigen, meist dinosaurier-ähnlichen Kreaturen an den Kragen. Das geschieht absolut unblutig. Nicht einmal die eigene Figur kann sterben, bei einem Game Over fällt sie lediglich in Ohnmacht. Jüngere Spieler könnten sich von der Steuerung und vom Spielsystem jedoch überfordert fühlen. Die USK hat dem Spiel eine Freigabe ab 12 Jahren erteilt.

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