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Wie "PUBG" aus dem Nichts zum neuen Spielehit wurde

Online-Shooter-Phänomen Wie "PUBG" aus dem Nichts zum neuen Spielehit wurde

Fast 30 Millionen verkaufte Spiele und eine riesige Onlineszene – „Playerunknown’s Battlegrounds“ ist ein Phänomen. Bis zu 100 Spieler gleichzeitig können in dem Online-Shooter antreten. Zur Belohnung gibt's Hühnchen.

In „Playerunknown’s Battlegrounds“ (PUBG) treten 100 Spieler gleichzeitig auf einer Online-Karte gegeneinander an.

Quelle: Bluehole

Leipzig. Eine mögliche Spielidee für einen Online-Shooter geht so: Mit hundert Menschen in einem Flugzeug über eine kleine Insel fliegen, mit dem Fallschirm abspringen, plündernd durch leerstehende Häuser schleichen, Gegenspieler in chaotischen Feuergefechten erschießen und schließlich selbst erschossen werden. Belohnt werden Spieler dafür, möglichst lange zu überleben. So zu beobachten in „Playerunknown’s Battlegrounds“ (PUBG). Wer dort tatsächlich als Letzter die Runde überlebt, wird mit einer absurden Freudenmeldung belohnt: „Winner Winner Chicken Dinner“. Zur Belohnung gibt’s Hühnchen.

Aus dem Nichts zum neuen Spiele-Hit: Im Online-Shooter „Playerunknown’s Battlegrounds“ (PUBG) treten 100 Spieler gleichzeitig gegeneinander an.

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Die Prämisse des Überraschungshits wirkt zynisch, weil sie nach einer Gameshow aus einer düsteren, aber möglichen Zukunft klingt. Genau deswegen ist die Idee aber auch so einfach: 100 Spieler kämpfen gegeneinander, bis nur noch einer steht. Eine Partie ist recht langsam, voller Leerstellen und Spazierstrecken. Statt nur zu sprinten und zu ballern, dürfen Spieler hier auch schauen und denken. Wer sich wirklich das „Chicken Dinner“ verdienen möchte, der hat allerdings eine steile Lernkurve vor sich. Denn vieles an "PUBG" ist so umständlich wie der Titel.

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Grafik und Menüs sehen eher zweckmäßig aus. Statt spektakulärer Schlachtfelder voller Explosionen werden zersiedelte Straßenzüge im Nirgendwo bespielt. Es gibt zwei Karten: moderne Ruinen auf der Insel oder moderne Ruinen in der Wüste. Und auf dem PC ist die halbe Tastatur mit Befehlen belegt. Nicht nur laufen, rennen, kriechen, spähen und springen können die Spieler, sie können auch im Auto den Sitzplatz wechseln oder sich mitten im Gefecht selbst einen Verband anlegen – wenn sie sich gemerkt haben, auf welcher Taste der Befehl liegt. Und dann wartet noch ein Ausrüstungsbildschirm auf Spieler, in dem etwa gefundene Motorradhelme angezogen werden.

"PUBG" ist aus einer Bastel-Szene rund um realistische Militärshooter hervorgegangen; es kommt aus einer Nische in einer Nische. Solche Shooter simulieren Details, die in Blockbustern wie „Call of Duty“ fehlen. Anstatt in schnellen Runden wieder und wieder zu schießen, müssen Spieler sich tarnen, ballistische Flugkurven einberechnen und taktieren.

PUBG stellt neue Spieler-Rekorde auf

Aus dieser Basis hat der ehemalige Modder Brendan „Playerunknown“ Greene mit Hilfe eines koreanischen Studios einen eingängigen Mix kreiert – und das technische Kunststück vollbracht, 100 Spieler gleichzeitig in einem Shooter antreten zu lassen. Mit mehr als drei Millionen zugleich aktiven Spielern bei Steam stellte „PUBG“ einen neuen Rekord auf. Die Belohnung: Demnächst über 30 Millionen verkaufte Exemplare, eine riesige Onlineszene, ein soziales Phänomen. Mitmachen ist einfach – aber Anfänger müssen ihr Abendessen selbst mitbringen.

Von Jan Bojaryn

Wertung und Infos

5 von 5 Punkten

Genre: Multiplayer-Egoshooter
Erscheinungsdatum: 21. Dezember 2017 für PC, 12. Dezember für Xbox One (Vorabversion)
Preis: 29,99 Euro (hier bei Amazon kaufen)
Jugendfreigabe: ab 18 Jahren
Entwickler: PUBG Corporation
Publisher: Bluehole / PUBG Corporation
Website: http://playbattlegrounds.com

Das sollten Eltern wissen

PUBG ist kein Spiel für Kinder. Spieler sammeln realistische Waffen, mit denen sie sich auf realistische Weise gegenseitig umbringen. Die Begegnung mit anderen Spielern online gehört zwangsläufig dazu, und leider fehlt es dem populären Spiel nicht an unangenehmen Zeitgenossen. Einerseits müssen Eltern also sicher sein, dass sich die Kinder online sicher bewegen und fiktive Gewaltdarstellungen verarbeiten können. Andererseits sollten sie sich im Klaren sein, dass Kinder dieses Spiel ab einem gewissen Alter ohnehin schon kennen. Spielvideos auf Youtube sind ein wesentlicher Teil des Erfolges.

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