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Games Süße Sucht des Sammelns: Das neue Pokémon-Spiel im Test
Nachrichten Kultur Games Süße Sucht des Sammelns: Das neue Pokémon-Spiel im Test
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21:58 02.12.2018
Mit „Pokémon: Let’s Go, Pikachu“ setzt Nintendo seine Reihe um die putzigen Taschenmonster fort. Quelle: Nintendo
Leipzig

Nintendo-Spiele haben oft pädagogisch wertvolle Botschaften. Da wird das Kind im Spielfluss mitunter aufgefordert, zwischen zwei Levels mal eine Pause einzulegen. Die Botschaft der Pokémon-Serie aber ist eine ganz andere: „Schnapp sie dir alle!“

Einerseits steht „Pokémon Let’s Go“, das jetzt für die Switch erschienen ist, in der Nintendo-Tradition bunter, kinderfreundlicher Unterhaltung. Die Viecher mögen kitschig sein und albern, aber die Spiele dahinter besitzen ein meisterhaftes Design, sie führen ihre Fans langsam an richtige Rollenspiele heran.

Da aber tut sich die dunkle Seite der Pokémon auf: Sie fressen Zeit. Sie produzieren Kinder, die in ihrer Gameboy-Welt versinken und nicht mehr ansprechbar sind. Pokémon macht süchtig.

Der Clou in „Pokémon: Let’s Go, Pikachu“ ist ein neuer Spielmodus für zwei: Einer steuert, der andere hilft beim Fangen und Kämpfen. Quelle: Nintendo

Hysterie ist indes nicht angebracht. „Harry Potter“-Bücher machen genauso süchtig, und Onlinespiele wie „Fortnite“ noch viel mehr. Eltern sind gefragt, mit den Kindern zu reden, notfalls Limits zu setzen, damit die Pokémon auch mal Feierabend haben.

Der Clou ist dabei ein neuer Spielmodus für zwei: Einer steuert, der andere hilft beim Fangen und Kämpfen. Der Modus lässt sich jederzeit im Spiel aktivieren, und er macht aus „Let’s Go“ ein tolles Eltern-Kind-Spiel. Dabei können auch die Großen noch was lernen; Pokémon ist als Zeitvertreib nicht so banal, wie es von Weitem vielleicht aussieht.

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Rund 150 der Taschenmonster leben in der Fantasiewelt des Spiels und stromern durch die Wildnis. Spieler müssen sie suchen, einfangen, trainieren, und zu Mannschaften zusammenstellen, um in immer kniffligeren Schaukämpfen zu bestehen.

Zuletzt ist die Serie sehr komplex geworden – „Pokémon: Let’s Go, Pikachu!“ und das weitgehend identische „Let’s Go, Evoli!“ sind dagegen Spiele für Einsteiger. Sie mischen Inhalte aus einem uralten Pokémon-Spiel und ein paar Mechanismen des Handy-Hits „Pokémon GO. Heraus kommt ein vollwertiges, aber leichteres Brückenspiel. Kinder sind nicht überfordert, gealterte Fans werden nostalgisch.

Im Alleingang werden erwachsene Pokémon-Fans eher unterfordert, es fühlt sich im Vergleich zu vielen komplexeren Spielen an wie ein Snack. Kindern wiederum wird es schwerfallen, der Charme-Offensive von Pikachu oder Evoli zu widerstehen.

In einem separaten Minispiel wollen die Tiere sogar gestreichelt und gefüttert werden. Dafür ist das Spiel Gold wert: Sich mit Kindern hinsetzen, den Kitsch gemeinsam genießen – und dann nach einer Stunde erschrocken hochschauen, Switch ausschalten und ab nach draußen.

Von Jan Bojaryn

Wertung und Infos

4,5 von 5 Punkten

Genre: Rollenspiel
Erscheinungsdatum: 16. November 2018
Plattform: Nintendo Switch
Preis: ca. 45 Euro für das Spiel (hier kaufen), 50 Euro für den optionalen Pokéball Plus-Controller
Jugendfreigabe: ohne Altersbeschränkung
Entwickler: Game Freak
Publisher: Nintendo
Website: https://pokemonletsgo.pokemon.com

Das sollten Eltern über Pokémon: Let’s Go wissen

Dieses Spiel ist für Kinder geeignet. Es wird nie besonders unheimlich oder bedrohlich. Wenn die süßen Monster im Schaukampf verlieren, verkriechen sie sich einfach wieder in den Schutz ihres magischen Pokéballs. Die größte Hürde: Menüs und Dialoge enthalten viel Text. Kinder, die noch nicht lesesicher sind, werden das alleine nicht bewältigen – aber die sollten sowieso nicht lange mit einer Spielkonsole allein gelassen werden. Spielen Eltern gemeinsam mit den Kindern, ist "Let’s Go" auch für Jüngere geeignet. Eine sechsjährige Ko-Testerin fand den Titel rundum cool.

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