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16:31 12.04.2018
Wohnen unter der Glaskuppel: In "Surviving Mars" besideln Spieler den Roten Planeten. Quelle: Paradox Interactive
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Leipzig

So ein Meteoritensturm hat es in sich. Eine Stromleitung wird gekappt und schon steht das Leben von hunderten Kolonisten auf dem Spiel. Ohne Energie wird die Luft unter den Glaskuppeln auf dem Mars schnell dünn. Windräder, Sauerstoff- und Feuchtigkeitsgeneratoren fahren herunter. Gut beraten ist dann, wer genug fleißige Drohnen sein Eigen nennt. Wie Ameisen rücken die Arbeiter-Roboter der Havarie mit dem Schweißbrenner zuleibe – und die Marsianer können wieder aufatmen.

Impressionen aus "Surviving Mars": Spieler bauen eine Kolonie auf dem Roten Planeten, forschen, erkunden und bauen Glaskuppeln für die Bewohner.

Es ist der ganz normale Alltag Millionen Kilometer von der Erde entfernt. „Surviving Mars“ schickt Spieler mit einem Spaceshuttle und dem Auftrag, eine Kolonie zu gründen, auf den Roten Planeten. Das, wovon SpaceX-Chef Elon Musk träumt, ist in dem Aufbaustrategiespiel schon Realität. Roboter schürfen Rohstoffe aus dem Wüstenboden, errichten Solarkollektoren sowie eine funktionierende Wasser- und Frischluftversorgung. Wenn die erste Wohnkuppel samt Infrastruktur steht, setzen auch Erdenbürger ihren Fuß auf den Mars – und das Weltall-Abenteuer beginnt.

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Auf dem Roten Planeten pflanzen die Bewohner in Gewächshäusern Nahrung an, sie forschen an neuen Technologien, arbeiten in Fabriken, Minen oder Laboren und wollen nach Feierabend ein Bier trinken und entspannen. Dafür braucht es Weltraumbars, Parks und Fitnessareale.

Jedem Marsianer haben die Entwickler von Haemimont Games („Tropico 5“) eine eigene Identität mit speziellen Bedürfnissen und Lastern verpasst, von Alkoholismus über Faulheit bis Spielsucht. Der Alltag der Kuppel-Bürger lässt sich mit der frei beweglichen Kamera an 25 Stunden pro Tag hautnah verfolgen – so lange dauert einer der dynamischen Tag-Nacht-Zyklen.

Futuristischer Mix aus "Anno" und "Civilization"

„Surviving Mars“ ist ein futuristischer Mix aus „Anno“, „Sim City“ und „Civilization“, stellt Spieler aufgrund des komplexeren Mikromanagements aber vor zusätzliche Herausforderungen. Von Heimweh geplagte Marsianer packen schnell die Koffer, aber auch Suizide und Psychosen können die Folge sein.

Erfüllt die Kolonie dagegen alle Bedürfnisse vom Wohnkomfort über die medizinische Versorgung bis zum Spielcasino, wird bald das erste Kind das Licht der neuen Welt erblicken. Mit jeder weiteren Passagierrakete füllt sich die Kuppel. Weitere, größere Glaspaläste müssen her, in denen bald schon riesige Wohntürme empor wachsen.

Spannendes Szenario – wenig Abwechslung

Eine Kampagne, Missionen oder Gegner gibt es in „Surviving Mars“ nicht, auch eine Rahmengeschichte fehlt. Der zum Start frei wählbare Sponsor der Expedition bestimmt lediglich die verfügbaren Ressourcen und damit den Schwierigkeitsgrad. Bei der Besiedlung des Roten Planeten setzt das Spiel auf das Sandbox-Prinzip. So schön es sich im Orbit auch siedelt, die Abwechslung bleibt zwischen Erde und Jupiter etwas auf der Strecke. Das außergewöhnliche Szenario weiß dennoch zu begeistern. Und dass es besser ist, für jede Stromleitung ein Backup zu errichten, haben Spieler spätestens nach dem ersten Meteoritenhagel gelernt.

Von Robert Nößler

Wertung und Infos

3,5 von 5 Punkten

Genre: Aufbaustrategie
Erscheinungsdatum: 15. März 2018
Plattformen: PC (getestet), PS4, Xbox One
Preis: ca. 40 Euro
Jugendfreigabe: ohne Altersbeschränkung
Entwickler: Haemimont Games
Publisher: Paradox Interactive
Website: www.survivingmars.com

Das sollten Eltern über Surviving Mars wissen

Die Mission zum Mars ist ein komplexes Unterfangen – vieles muss gleichzeitig organisiert und geplant werden. Etwas Strategie-Erfahrung sollten Spieler daher schon mitbringen, wenn sie auf den Roten Planeten aufbrechen wollen. Dort angekommen, können sie eine Menge lernen: über die Herausforderungen bei der Besiedlung eines fremden Planeten, zukünftige Technologien und das Leben im All. Im besten Falle weckt „Surviving Mars“ die Begeisterung für Astronomie und Physik. Auch wenn es offiziell keine Altersbeschränkung besitzt, empfehlen wir das Spiel frühestens ab 12 Jahren.

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