Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Games So spielt sich der Alltag eines Einbrechers ab
Nachrichten Kultur Games So spielt sich der Alltag eines Einbrechers ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:37 13.12.2018
Auch dieser AV-Receiver lässt sich zu Geld machen: Im "Thief Simulator" gehen Spieler als Einbrecher auf Diebestour. Quelle: Screenshot
Leipzig

Hausbewohner ausspionieren, Schlösser knacken und alles einsacken, was sich zu Geld machen lässt: Im PC-Spiel „Thief Simulator“ wird schnell klar, warum es Einbrecher heute so leicht haben. Kaum ein Haus ist ausreichend gesichert. Nur selten lauern größere Hürden oder gar böse Überraschungen. Nachbarn rufen fast nie die Polizei. Hin und wieder taucht ein bissiger Hund aus der Dunkelheit auf. Im schlimmsten Fall kommt der Besitzer plötzlich zurück nach Hause. Wer dann mit dem Flachbildfernseher unterm Arm im Wohnzimmer steht, hat schlechte Karten.

Innerhalb weniger Tage hat es die Ganoven-Simulation aus Polen zum weltweiten Bestseller auf der Gaming-Plattform Steam geschafft. Produziert wurde der zwielichtige Zeitvertreib von der Gaming-Schmiede Playway, die sich auf ungewöhnliche Berufseinblicke spezialisiert hat. Im „Prison Simulator“ können Spieler ab dem Frühjahr in die Rolle eines Gefängniswärters schlüpfen, Aufstände niederschlagen und Knastinsassen mit Schmuggelware versorgen. Im „Stadium Renovator“ werden verfallene Fußballarenen vom Rasen bis zu den Rängen saniert. Welcher Fan hat davon nicht schon immer geträumt?

Bloß nicht erwischen lassen

Nun haben sich die Simulations-Experten aus Warschau die Karriere eines Kleinkriminellen vorgenommen. In den rund zehn Stunden lernen Spieler zunächst die Banditen-Basics vom Umgang mit dem Dietrich bis zum Zerlegen von Autos. So kann das Diebesgut beim Hehler zu Geld gemacht und direkt reinvestiert werden. Zum Beispiel in besseres Einbrecher-Equipment oder Hinweise zu lukrativen Eigenheimen im spieleigenen Darknet.

Die offene Stadt erkunden Spieler aus der Ich-Perspektive. Stilecht mit einer verbeulten Rostlaube geht es zum Tatort. Bei den schwierigeren Missionen ist Planung das A und O. Wenn Bewohner noch daheim sind, wird die Zeit mit einem Nickerchen im Wagen überbrückt. Findige Täter installieren am Briefkasten Mini-Kameras zur Observierung. Auch das Schleichen will geübt sein. Mit der Taschenlampe in dunklen Wohnungen herumzufuchteln, erregt Aufmerksamkeit. Wenn die Polizeisirene heult, bleibt nur noch das Diebesgut fallen zu lassen und schleunigst die Flucht anzutreten – oder sich in einem Müllcontainer zu verstecken.

Anzeige: Das sind die beliebtesten PC-Spiele

Der historische Meisterdieb-Klassiker „Thief“ hatte zwar mehr Tiefgang und eine bessere Story, aber mit dem aktuellen Szenario treibt der polnische Einbrecher-Simulator die Langfingerei bis ins Detail. So lernen Spieler Hacking-Skills, um gestohlene Handys und Tablets zu „säubern“. Natürlich muss gut überlegt sein, was geklaut und ins Auto geschafft wird, da die Größe der Taschen begrenzt ist.

Die Aufträge sind vielfältig, die Bedienung von Brecheisen, Akkubohrer und Co. geht schnell von der Hand. So lässt sich über Schwächen wie die schlichte Präsentation hinwegsehen. Der „Thief Simulator“ ist sicher nicht das Spiel, um über den Winter zu kommen. Aber wer schon immer mal in den Alltag eines Kleinganoven eintauchen wollte, hat hier seine diebische Freude.

Von Robert Nößler

Wertung und Infos

3 von 5 Punkten

Genre: Einbrecher-Simulation
Erscheinungsdatum: 9. November 2018
Plattform: PC 
Preis: ca. 20 Euro als Download bei Steam
Jugendfreigabe: nicht bewertet
Entwickler: Noble Muffins
Publisher: Playway
Website: www.playway.com

Das sollten Eltern über den Diebes-Simulator wissen

Als Hilfe bei der Berufsorientierung eignet sich der Einbrecher-Simulator sicher nicht. Warnungen sind aber unangebracht. Die kriminelle Energie des Spiels liegt weit unter vergleichbaren Ganoven-Titeln wie „GTA V“. Während im Rockstar-Abenteuer am laufenden Band geschossen und geraubt wird, laufen die Einbrüche im „Thief Simulator“ meist gewaltfrei ab. Stattdessen sind vorsichtiges Vorgehen und Geschicklichkeit gefragt. Wir empfehlen das Spiel ab 14 Jahren.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit 2005 gilt der Videospielshop auf der Eisenbahnstraße vielen Gamern in Leipzig als fester Anlaufpunkt. Am Samstag soll Schluss ein – allerdings nur vorläufig. Dann steht der Umzug nach Mockau an.

11.12.2018

RB Leipzigs eSport-Asse Cihan Yasarlar und Alexander Czaplok kämpfen ab Januar in der neuen virtuellen Club Championship der DFL um den Meistertitel.

10.12.2018

Die Playstation Classic ist eine Miniversion der ersten modernen Spielekonsole. Richtiges Retro-Feeling will damit aber nicht aufkommen. Das fängt bereits bei der Spieleauswahl an.

07.12.2018