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Kultur Goldene Kamera in Berlin: Adorf für Lebenswerk geehrt - Starbesuch aus Hollywood
Nachrichten Kultur Goldene Kamera in Berlin: Adorf für Lebenswerk geehrt - Starbesuch aus Hollywood
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11:07 05.02.2012
Erhielt die Goldene Kamera für sein Lebenswerk: Mario Adorf. Quelle: dpa
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Berlin

Ein Wechselbad der Gefühle so wie beim Comeback von Monica Lierhaus samt Heiratsantrag - das gab es dieses Mal nicht, aber solche TV-Momente sind ohnehin selten.

Als beste deutsche Schauspieler ehrte die Programmzeitschrift „Hörzu“ die neue Frankfurter „Tatort“-Fahnderin Nina Kunzendorf, die allerdings krank war und nicht kommen konnte, sowie ihren Kölner Kollegen Dietmar Bär, der in „Kehrtwende“ (ARD) einen prügelnden Familienvater spielt. Die ZDF-Paargeschichte „Liebesjahre“ mit Kunzendorf und Iris Berben kürte die Jury am Samstagabend in Berlin zum besten Fernsehfilm.

Moderator Hape Kerkeling trug einen braven schwarzen Anzug und servierte einige Spitzen: Etwa über Theo Koll („den Bachelor vom ZDF“) oder über Christine Neubauer, die sich auf die Kleidergröße von Günther Jauch heruntergehungert habe.

Berlin. Mario Adorf wurde von gleich zwei Filmdiven mit gezückter Lesebrille geehrt. Miss Piggy sang mit Hape Kerkeling ein Liebesduett. Und die Hollywoodfraktion war bei der 47. Goldenen Kamera auch da.  Als beste deutsche Schauspieler ehrte die Programmzeitschrift „Hörzu“ die neue Frankfurter „Tatort“-Fahnderin Nina Kunzendorf sowie ihren Kölner Kollegen Dietmar Bär.

Ein „bisschen peinlich“ war es Kerkeling, dass er von den „Hörzu“-Lesern zum besten Comedian gewählt wurde. „Moi freut sich so für dich“, jubelte Miss Piggy, die gerne vornehm französisch „moi“ für „ich“ sagt. Die „Muppet“-Puppendiva ließ sich vor der Gala im Auto fotografieren. Am roten Teppich war es so kalt, dass eine Schauspielerin mit den Worten „Ich muss rein, sonst sterb’ ich“ in die Ullsteinhalle huschte.

ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein hielt eine der launigsten Dankesreden. „Ich falle jetzt gleich in Ohnmacht“, sagte sie und pries neben ihrer Familie auch ihren „tollen Ex-Mann“. Sowas hört man nicht oft bei Preisverleihungen. Comedian Matze Knop parodierte Franz Beckenbauer: „Der liebe Gott freut sich über jede Frau.“

Nachwuchsschauspielerin Liv Lisa Fries (21, „Vater Mutter Mörder“) wirkte überrumpelt, als sie die „Lilli Palmer und Curd Jürgens-Gedächtniskamera“ bekam, die mit 20 000 Euro dotiert ist. Ihre Kommentare schwankten zwischen „das freut mich“, „alter Schwede“ und „ein bisschen geil“. Beste Unterhaltungssendung wurde die Sat.1-Musikshow „Voice of Germany“, bei der nicht nur Laudator Markus Lanz mag, dass sie ohne Häme auskommt.

Til Schweiger schwärmte als Laudator von Hollywoodstar Scarlett Johansson, die sich eine Trophäe als „beste Schauspielerin international“ abholen konnte. Sie sah in ihrem schwarzen Kleid gut aus und bedankte sich freundlich-routiniert. So wie ihre Kollegen Denzel Washington und Morgan Freeman, die ein paar Brocken Deutsch gelernt hatten.

Scarlett Johansson erhält eine Goldene Kamera. Quelle: Andrew Gombert

Die ZDF-Nachwuchsmoderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf hatten sich mit Frack und Zylinder aus dem Theaterfundus in Schale geschmissen. „Wir freuen uns, dass Scarlett Johansson heute hier sein muss“, frotzelten sie. Der altmodische Look von Joko und Klaas passte: Das Duo hielt die Laudatio für die Niederländerin Caro Emerald, bekannt für den Retrohit „A Night Like This“.

Außerdem im Showprogramm: die Preisträgerinnen Dionne Warwick und Helene Fischer. Zum Schluss der Gala kamen Iris Berben und Hannelore Elsner Hand in Hand auf die Bühne, um Adorfs Lebenswerk zu preisen. „Wir lieben dich“ und „Play it again, Supermario“, fabulierten die beiden über ihren 81-jährigen Kollegen. Als Mann sei Adorf ein Genuss. Und er werde im Alter immer noch schöner.

Der „Großmeister des deutschen Schauspiels“ schien den Komplimente-Regen zu genießen. Der „große Bellheim“ schloss seine Dankesrede mit einem Augenzwinkern: „Ich möchte klarstellen, dass ich als Kandidat für die Wahl zum Bundespräsidenten nicht zur Verfügung stehe“.

Bei den Fernsehzuschauern kam die Show gut an: Im Schnitt sahen 5,23 Millionen Menschen die fast dreistündige Übertragung - ein Marktanteil von 16,9 Prozent. Meistgesehene Sendung zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr war am Samstagabend aber eine andere Sendung:

5,60 Millionen Menschen (17,4 Prozent) guckten bei RTL die sogenannte Recall-Show der Castingreihe „Deutschland sucht den Superstar“.

2011 hatten etwa 4,4 Millionen Menschen die „Die Goldene Kamera“ verfolgt, bei der am Ende überraschend Monica Lierhaus auftrat, erstmals nach zwei Jahren schwerer Erkrankung. Sie sieht den Auftritt ein Jahr danach positiv: „Der Auftritt war der richtige Schritt nach vorn“, sagte die frühere „Sportschau“-Moderatorin der „Bild am Sonntag“. „Seitdem schauen die Menschen nicht mehr verunsichert zur Seite, wenn sie mir auf der Straße begegnen.“

Caroline Bock, dpa

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