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Goldrausch bleibt aus: Bei Frida Gold glänzt im Leipziger Werk 2 nur die Verpackung

Goldrausch bleibt aus: Bei Frida Gold glänzt im Leipziger Werk 2 nur die Verpackung

"Es ist nicht alles Gold, was glänzt", weiß der Volksmund. Und es glänzt nicht alles, was Gold genannt wird. So muss man es leider sagen, wenn es um den Auftritt von Frida Gold geht.

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Der Funke will nicht überspringen - auch wenn Alina Süggeler im Werk 2 fantastisch aussieht.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Deren zweites Album "Liebe ist meine Religion" stieg bis auf die Spitzenposition der deutschen Charts, deren erste Single "Liebe ist meine Rebellion" wurde mit, ja, Gold ausgezeichnet. Jetzt ist die die Bochumer Pop-Formation auf Deutschland-Tournee und hat am Freitag ihr krankheitsbedingt ausgefallenes Konzert im Leipziger Werk 2 nachgeholt.

Obwohl die Band um Frontsängerin Alina Süggeler relativ wenig für einen euphorisierenden Abend tut, trifft sie auf ein wohlgesonnenes Publikum. Das fällt schon Support-Act Liam sofort auf. "Wow, ihr seid aber höflich", sagt der adrette Berliner. Höflich heißt in diesem Fall: ruhig, sehr ruhig. Und das ist aus Musikersicht vielleicht kein Kompliment. Liams Versuch, das Publikum anzustacheln, indem er die vorherigen Tourstädte lobt, geht nach hinten los. Nicht die erwünschten Buh-Rufe, keine Reaktion. Liams deutschsprachige Musik verliert sich zwischen nachhallenden Hymnen und sehr eintönigem Pop. Doch Leipzig bleibt höflich und macht, was erwartet wird. Freundlicher Applaus nach jedem Song, Arme in die Luft fürs Facebook-Foto.

Als Frida Gold dann die Bühne betreten, steigt die Stimmung allmählich. Es herrscht Pärchenbetrieb im gut gefüllten Werk 2. Passend dazu dominieren die langsamen, kitschigen Popsongs über die Liebe den Abend. Es wird geschunkelt und geknutscht, nur selten - vor allem bei den Hits des ersten Albums - mal ein bisschen mehr mitgewippt.

Was Frida Golds eigentliche Stärke ist, wird von Anfang an deutlich: eine überragende Optik. Frontfrau Alina Süggeler sieht in ihrem freizügigen Outfit fantastisch aus. Die ausgefeilte Lichtshow unterstreicht die Musik hervorragend. In ruhigen Momenten zaubert sie einen Sternenhimmel an die Wände, bei schnellen Songs tanzen die Lichtkegel hypnotisierend durch die Halle. Eine Videoleinwand hinter der Band vervollständigt die Effekte.

Die Verpackung also glänzt, aber der Inhalt kann nicht mithalten. Frida Gold bleiben unnahbar und nehmen sich selbst ein wenig zu ernst. Anfangs inter­agieren sie überhaupt nicht mit dem Publikum. Wenn sich Alina den Zuschauern widmet und den nächsten Song erklärt, dann mit furchtbar schwülstigen Reden über die Liebe. "Geht euch das manchmal auch so?", fragt sie leicht genervt und verschränkt bockig die Arme, als sie die wieder ausbleibende Reaktion bemerkt.

Der lang anhaltende Applaus nach dem Konzert beweist, dass die Fans zufrieden mit dem Verlauf des Abends sind. Doch immer wieder gibt es in den drei Stunden diese befremdlichen Momente. Etwa, wenn Alina das Publikum zum Mitsingen auffordert, das Mikro in die Menge hält und - Stille. Als sie fragt, wer den Song kenne, heben sich nur zaghaft drei Arme. Hier will einfach nicht entstehen, was gemeinhin ein gutes Konzert ausmacht: kollektive Euphorie, auch und gerade zwischen Band und Publikum. Offenbar ist das aber okay für die Fans überwiegend mittleren Alters, die lieber still der Darbietung lauschen. Frida Golds aktuelles Album "Liebe ist meine Religion" hat es immerhin auf Platz eins der deutschen Charts geschafft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.04.2014

Friederike Ostwald

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