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Grassi Museum für Völkerkunde erhält seltenes Schneeleopardenfell

Grassi Museum für Völkerkunde erhält seltenes Schneeleopardenfell

Das Grassi Museum für Völkerkunde ist seit Donnerstag um ein exotisches Exponat reicher. Die obere Naturschutzbehörde der Landesdirektion Chemnitz übergab dem Museum das Fell eines Schneeleoparden aus der Mongolei.

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Wolfgang Wille (Honororkonsul der Mongole), und Edgar Weber (Leiter des Referats Naturschutz/Landschaftspflege) mit dem Schneeleopardenfell in einer nachempfundenen mongolischen Unterkunft im Grassi Museum für Völkerkunde.

Quelle: PR

Leipzig. Das seltene Exemplar wurde in den 1970er Jahren in die DDR eingeführt.

Das Fell stammt aus dem Privatbesitz von Gottlieb Polzer, der vor der Wende als Professor auf dem Gebiet der Tribotechnik (Reibung und Verschleiß) an den Hochschulen von Karl Marx Stadt – dem heutigen Chemnitz – und Zwickau lehrte. Aufgrund wissenschaftlicher Kontakte kam der passionierte Jäger vor mehr als 30 Jahren in den Besitz des Schneeleopardenfells, wie Edgar Weber vom Referat Naturschutz und Landschaftspflege der Landesdirektion Chemnitz LVZ-Online sagte.

Nach dem Mauerfall meldete Polzer das exotische Stück ordnungsgemäß bei der Artenschutzbehörde an. Da es sich jedoch um ein Geschenk handelte, konnte er den "legalen Besitz" nicht belegen.

Daher ist das Schneeleopardenfell aus der Mongolei im Einvernehmen mit dem Besitzer beschlagnahmt und eingezogen worden. Solch ein Vorgang sei keinesfalls eine ungewöhnliche Angelegenheit, erklärte Werber weiter. Erst nach "dem Übergang in staatlichen Besitz konnte die Landesdirektion dem Grassi Museum das Fell zur Verfügung zu stellen." Durch Übergabe an das Haus am Johannisplatz ist das Grassi Museum für Völkerkunde nun um ein außergewöhnliches Exponat reicher.

Eine bedrohte Spezies

Den Impuls für die Übergabe des Fells an das Leipziger Museum ging, wie Pressesprecherin Ute Uhlemann gegenüber LVZ-Online mitteilte, auf Vermittlung des Honorarkonsuls der Mongolei, Wolfgang Wille, aus.

Das Museum nehme das "das Schneeleopardenfell als Geschenk des Konsuls der Republik Mongolei entgegen" und werde "es zusammen mit der vollständigen Darstellung seiner Geschichte und der weiter bestehenden Bedrohung des Schneeleoparden durch unverantwortliche menschliche Interessen in geeigneter Form ausstellen", verkündete Museumsdirektor Claus Deimel.

Laut Angaben der Naturschutzorganisation WWF leben nur noch 5.000 bis 7.000 Schneeleoparden in den Gebirgen Zentralasiens und des Himalaja.

Das Leipziger Museum bedauert, dass weiterhin Jagd auf die seltenen Tiere gemacht wird. Man werde daher werde "alle Informationen zur Verfügung stellen", um die Besucher "auf die Bedrohung des Schneeleoparden hinzuweisen", so Deimel weiter.

Holger Günther

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