Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Grüne und Linke wollen vorschnellen Verkauf der ehemaligen Leipziger Skala verhindern

Grüne und Linke wollen vorschnellen Verkauf der ehemaligen Leipziger Skala verhindern

Das Schicksal der ehemaligen Spielstätte Skala liegt in den Händen der Stadt Leipzig. Sie spielt mit dem Gedanken, das Haus an der Gottschedstraße 16 zu verkaufen und die neue Zweitbühne des Schauspiels in der ehemaligen Diskothek „Schauhaus“ zu eröffnen.

Voriger Artikel
Interview mit der Alin Coen Band: "Stehenbleiben ist keine Option"
Nächster Artikel
Ina Müller begeistert in der Arena Leipzig: Was Frauen Ende 40 bewegt

Ob die Skala in der Gottschedstraße eine Zukunft hat ist ungewiss.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Nun haben Grüne und Linke einen Antrag im Stadtrat eingereicht, in dem sie den Erhalt der alten Skala für eine kulturelle Nutzung fordern.

„Es ist doch klar, dass sich potenzielle Investoren nach einer solchen Immobile im Zentrum Leipzigs die Finger lecken“, sagt Skadi Jennicke, Leipziger Stadträtin und kulturpolitische Sprecherin der Linken. Gemeinsam mit den Grünen hat die Linke jetzt einen Antrag eingereicht, der eine vorschnelle Ausschreibung der Immobilie verhindern soll. „Wir möchten nicht, dass die Stadt die Gottschedstraße 16 ausschreibt, mit dem alleinigen Ziel, maximalen Gewinn zu machen. Die Maßgabe soll sein, dass das Haus weiterhin kulturell genutzt wird.“

Im März 2012 schloss die Skala aufgrund des schlechten baulichen Zustands  

Die Gottschedstraße 16 wurde 1948 als „Kammerspiele der Deutschen Volksbühne“ eröffnet, ab 1957 beherbergte sie das „Tanzarchiv der Akademie der Künste der DDR“ (heute Tanzarchiv Leipzig) und wurde 1984 als modernisiertes Theater mit dem Namen „Neue Szene“ wiedereröffnet. Sebastian Hartmann nannte die Experimentierbühne in seiner Leipziger Intendanz „Skala“. Seit 2011 war immer wieder von der Schließung der Bühne die Rede. Im März 2012 schloss sie dann als zweite Spielstätte des Theaters, wurde aber noch bis Februar 2013 als Ausweichspielstätte des Centraltheaters und zum „Abspielen“ der Intendanz Hartmanns genutzt.

Als Grund für das Ende der Skala wurde der schlechte bauliche Zustand genannt: Die Bühnennutzung war nicht mehr TÜV-sicher. Zudem war die Diskothek „Schauhaus“ am Dittrichring an der Rückseite des heutigen Schauspiels im Jahr 2009 ausgezogen – so fehlen, wie Jennicke weiß, dem Schauspiel erhebliche Mieteinnahmen. Die Idee, die zweite Bühne des Schauspiels vom maroden Haus an der Gottschedstraße 16 in die Räume der ehemaligen Schauhaus-Diskothek zu holen, war somit ein „nachvollziehbarer Schritt“, sagt Jennicke. In einer Informationsvorlage der Stadt Leipzig heißt es nun, dass der Planungs- und Baubeschluss für den Ausbau der Zweitbühne im Januar 2014 „ins Verfahren gebracht“ werde.

phpq8LvVC20120313111429.jpg

Andrang bei der letzten Premiere in der Skala "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch".

Quelle: Christian Nitsche

Die Vorteile einer zukünftigen Spielstätte in direkter Nähe zum Theater liegen für Matthias Schiffner, Sprecher des Schauspiels, auf der Hand: Die Investitionen für die Sanierung in der ehemaligen Skala wären hoch gewesen. Außerdem: „Es ist vorteilhafter, alles im gleichen Haus zu haben; die Technik und auch die Besucher. Auch die Betriebskosten wären geringer als mit einer externen Spielstätte.“ Der Umbau der alten Diskothek „Schauhaus“ zur zweiten Spielstätte des Schauspiels werde geschätzte fünf Millionen Euro kosten.

Alternative zum Verkauf: Ein Kino mit drei Sälen  

Was mit der leerstehenden Spielstätte an der Gottschedstraße in Zukunft passieren wird, steht noch in den Sternen. Derzeit wird sie hin und wieder für Proben des Schauspiels genutzt. Außerdem sind im Gebäude noch die Verwaltung des Schauspiels, die Theaterpädagogik, die Euro-Scene und Gästezimmer für die Schauspieler untergebracht. Im Erdgeschoss kämpfen die Betreiber der Kneipe um ihre Gäste – seit der Schließung der Spielstätte kommen ein Drittel weniger. Der Pachtvertrag läuft noch bis Ende Juli 2016. „Danach wissen wir nicht, was passiert“, sagt Thomas Weikert, einer der Betreiber. Auch er hofft, dass sich ein neuer kultureller Veranstaltungsort etabliert.  

Eine Idee für eine kulturelle Nutzung stammt von Angela Seidel, Leiterin der Cinémathèque: Ein Kino mit drei Sälen könnte in der Gottschedstraße 16 entstehen. Die Stadt könnte das Haus langfristig an die Cinémathèque verpachten. Die Überschüsse, die das Kino erwirtschaftet, würden ins Haus zurückfließen. Diese Idee wird als Alternative zum Verkauf von Grünen und Linke unterstützt. „Das Konzept ist sehr gut“, findet Jennicke. „Gerade für den Medienstandort Leipzig könnte das auch wirtschaftlich etwas bringen.“

Lisa Berins

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Die Ausstellung "DDR-Comic Mosaik - Dig, Dag, Digedag" ist ab sofort dauerhaft im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu sehen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr