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Hitproduzent Frank Farian steckt zum 70. Geburtstag voller Pläne

Hitproduzent Frank Farian steckt zum 70. Geburtstag voller Pläne

Der Macher von Boney M. und Milli Vanilli hat keine Zeit für seinen 70. Geburtstag. „Ich habe an dem Abend ein ganz wichtiges Meeting, da kann ich einfach nicht“, beschreibt Frank Farian, wie er den 18. Juli in seiner Wahlheimat Miami verbringen wird.

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Frank Farian. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Frankfurt/Main. „Vielleicht machen wir mittags ein Kaffeekränzchen im engsten Kreis. Aber die große Feier fällt aus.“ Wichtige Besprechungen sind für den Hitproduzenten seit einiger Zeit wieder an der Tagesordnung. Die internationale Wiederbelebung seines Musicals „Daddy Cool“, mit dem er 2007 ein „finanzielles Desaster“ erlebt hatte, steht in den Startlöchern.

Außerdem arbeitet Farian an einem neuen Musical. „Premiere wird in zwei Jahren in einem eigens errichteten Theater in Miami sein“, berichtet der Jubilar der Nachrichtenagentur dpa in seinem früheren Studio in Rosbach vor den Toren Frankfurts. „Ich glaube es nicht, dass ich 70 werde, weil ich noch so im Saft stehe. Ich fühle mich frisch und unternehmungslustig.“

Der Produzent und Musiker wurde am 18. Juli 1941 als Franz Reuther in Kirn an der Nahe geboren. Über die Stationen Koch, Diskothekenbetreiber, Rock’n’Roll- und anschließend Schlagersänger fand er zu seiner wahren Berufung: dem Mischpult. „Ich habe nie auf Masse gemacht, sondern immer versucht, Klasse beizubehalten“, zieht er eine berufliche Bilanz. „Ich habe ja in meinem ganzen Leben höchstens zehn Künstler produziert. Das ist nicht viel.“

Als seine Antriebsfeder nennt der Jubilar, dass er „immer unbedingt Erfolg haben wollte“. Zu Fleiß, Ausdauer und Energie gehöre eine weitere entscheidende Zutat: „Ohne Talent kann einer so viel arbeiten wie er will, da kommt nichts rüber.“ Der Mann, der für seinen ersten Auftritt im Schulchor mit einem Groschen belohnt wurde und der „Hunger“ als Motiv für seine erste Berufswahl als Koch angibt, sagt auch nach über 800 Millionen verkauften Platten: „Ich war nie satt, ich war immer ein hungriger Musiker.“

Im Laufe der Jahrzehnte hat er sehr viele, aber nicht ausschließlich Erfolge gefeiert: „Es war ja nicht so, dass man Hit auf Hit schreibt, das ist etwas, was niemand beherrscht. Aber jeder Flop, den ich produziert habe, war schnell Schnee von gestern und der nächste Song war es dann halt wieder.“ Ein Markenzeichen brachte ihm viel Spott, aber auch Anerkennung ein: bei Boney M. und Milli Vanilli standen andere Sänger im Studio als auf der Bühne. „Natürlich waren alle geschockt, aber die gute Musik hat einfach überwogen. Das ist das, was hängen geblieben ist vom Skandal“, ist Farians Wahrnehmung.

„Ich bin ganz mit mir im Reinen“, versichert er, sagt aber auch:

„Milli Vanilli war mit Sicherheit ein Fehler. Ich hatte immer ein schlechtes Gefühl dabei.“ Ein Markenzeichen Farians ist wohl sein unerschütterlicher Optimismus. „Das hat uns ein wenig zurückgeworfen“, beschreibt er lapidar das unfreiwillige Aus seines „Daddy Cool“-Musicals in Berlin, wo er nach umjubelter Premiere in London mit einem mobilen Theater die Rechnung ohne die Umweltgesetze und Lärmschutzbestimmungen machte. Mit 20 Millionen Euro beziffert er die Dimension des Desasters. Um gleich darauf zu verkünden: „Ich habe mit Musik noch nie Geld verloren und jetzt geht es wieder los und „Daddy Cool“ wird eine Erfolgsstory werden.“

Dass der bald 70-Jährige die neuen Projekte in bester Gesundheit angeht, schreibt er vor allem den Genen zu. Er ernähre sich zudem ausgewogen, rauche nicht und trinke kaum Alkohol: „Musik ist meine Droge und die möchte ich auch noch lange konsumieren.“ Körperliche Betätigung ist weniger sein Ding. Sein Fitnessprogramm: „Wenn ich am Flughafen bin und überhole alle, dann habe ich meinen Sport. Einmal Running Man, immer Running Man. Nicht weil ich in Eile bin, sondern einfach, weil es Spaß macht.“

dpa

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