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Hoffnung auf den guten Klang - Umbau des Dresdner Kulturpalastes soll jetzt beginnen

Hoffnung auf den guten Klang - Umbau des Dresdner Kulturpalastes soll jetzt beginnen

Die Geduld der Dresdner Philharmoniker ist arg strapaziert. Wann immer man die Musiker in den vergangenen Jahren auf ihren neuen Konzertsaal ansprach, mischten sich Resignation und Enttäuschung in die Antworten.

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Der Dresdner Kulturpalast vom Turm der Kreuzkirche aus (Archiv)

Quelle: Tanja Tröger

Dresden. Oft war ihnen ein Saal versprochen worden, der die Qualitäten des Orchesters zur Geltung bringen kann. Oft stand das Projekt aber auch auf der Kippe. Und jetzt, da es endlich losgehen soll, richtet sich der bange Blick nach vorn.

Erste Verzögerung schon vor Baubeginn

Dass die erste Verzögerung schon vor Baubeginn verkündet wurde, scheint kein gutes Omen. Statt 2015 soll es erst im Frühjahr 2017 soweit sein. Doch wer weiß das heute wirklich?Die 1870 gegründete Philharmonie ist nicht irgendein Orchester. Komponisten wie Peter Tschaikowski und Antonin Dvorak standen hier am Pult. 1909 gingen die Dresdner als erstes deutsches Orchester auf USA-Tournee. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten sie zunächst in einem Provisorium, ab 1969 im Kulturpalast am Altmarkt. Mit 2400 Plätzen bot der „Kulti“ - wie die Einheimischen den Palast nennen - zwar genügend Platz, doch ließ die Akustik zu wünschen übrig.

Nur auf Tourneen konnte das Orchester seinen Klang wirklich entfalten. Nicht nur für Chefdirigent Michael Sanderling eine missliche Situation. Er sah das Orchester wegen der langen Hängepartie am Abgrund.Auch der Palast ist in die Jahre gekommen. Es gab Zeiten, da stand aus Sicherheitsgründen bei jedem Konzert die Feuerwehr vor der Tür.

Im März 2007 wurde der Bau kurzerhand dicht gemacht, nach Reparaturen gab es lediglich eine befristete Genehmigung für den weiteren Betrieb bis Ende 2012. Zu diesem Zeitpunkt waren die Philharmoniker freilich schon ausgezogen. Denn seit Beginn der vergangenen Spielzeit tourt das Orchester durch die eigene Stadt, spielt in Museen, Kirchen und dem Kongresszentrum. Sanderling hatte eine Interimsphase von drei Jahren als absolute Schmerzgrenze bezeichnet.„Jede Verzögerung der Fertigstellung dieses lang ersehnten Projekts ist kontraproduktiv, da es die Geduld unseres Publikums, aber auch die Motivation und Leistungsfähigkeit der Musiker und Musikerinnen beeinträchtigt“, sagt Philharmonie-Intendant Anselm Rose.

Dresdens Oberbürgermeisterin bleibt optimistisch

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) räumt ein, dass es für das Orchester schwierig ist, so lange ohne Heimstätte auszukommen. Dennoch bleibt sie optimistisch: „Jetzt können wir loslegen.“ Vielleicht lasse sich der Zeitplan auch an der einen oder anderen Stelle einholen, hofft das Stadtoberhaupt.Verzögerungen hatte es zuletzt auch aus juristischen Gründen gegeben. Der Architekt des alten Kulturpalasts, Wolfgang Hänsch, wehrte sich lange gegen den Umbau, weil er sein Urheberrecht verletzt sah. Letztlich blieb der Architekt erfolglos. Wenn es in den kommenden Tagen endlich losgeht, werden die Dresdner anfangs wenig davon mitbekommen. Denn zunächst sollen die denkmalgeschützten Teile im Inneren gesichert werden.

Sorge bei Konzertveranstaltern

Äußerlich wird das Bauwerk nur behutsam saniert. Auf jeden Fall wird der auf 81,5 Millionen Euro veranschlagte Umbau teurer als der Neubau von 1969. Der damals größte Mehrzweckbau der DDR kostete 60 Millionen DDR-Mark. Neben der Philharmonie sollen künftig auch das Kabarett „Die Herkuleskeule“ und die Dresdner Stadtbibliothek unterkommen. Wenn es nach dem Willen von Konzertveranstaltern aus dem Rock-Pop-Bereich gehen würde, bliebe der Kulturpalast so wie er ist.

Denn mit dem Umbau ist eine Verkleinerung des Saales auf 1800 Plätze verbunden - nach Ansicht von Veranstaltern rechnet sich das Haus damit für sogenannte U-Musik nicht mehr. Der Bauherr Stadt geht jedoch davon aus, dass auch künftig Stars aus anderen Sparten im „Kulti“ auf der Bühne stehen - so wie es Bruce Springsteen, Milva oder Van Morrison früher schon taten.

von Jörg Schurig, dpa

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