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Kultur „Ihr seid alle da, das ist schön“ – Leipziger Musiker Lot im Naumanns gefeiert
Nachrichten Kultur „Ihr seid alle da, das ist schön“ – Leipziger Musiker Lot im Naumanns gefeiert
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13:39 14.10.2017
Lothar Hansen mit Marco Lesche im Felsenkeller-Club Naumanns. Quelle: André Kempner
Leipzig

Ganz am Schluss, bei der letzten Zugabe, ist es natürlich schade, dass der Songtext nur ein Songtext ist. „Halt die Zeit an, drück auf Pause“, stellt Lot da in Aussicht, denn er „will nicht nach Hause“. Den
300 Fans im Naumanns geht es augenscheinlich ähnlich. Zum Partykracher „Es geht nie vorbei“ ist noch einmal allgemeines Hüpfen angesagt. „Drehen den Sound auf 130, und man hört’s bis ans Ende von Leipzig.“

Brutto dreieinhalb Stunden Musik im knackevollen Saal haben die Gäste da bereits hinter sich. Den kraftvollen Alternative Rock der nordrhein-westfälischen Band Red Ivy, die den Auftritt im Wettbewerb eines Getränkeherstellers gewonnen hat. Die schwindelerregende Sprachakrobatik des Gitarre spielenden Rappers Dazzle, den Lot auf der Bühne als „Freund aus Berlin“ angesagt hat. Und vor allem die mitreißende Show des Lokalmatadors und seiner Band. Seit gut einer Woche war das Heimspiel Lothar Robert Hansens auf der Tour zum zweiten Album „Der Plan ist übers Meer“ ausverkauft. Der 34-Jährige musste Körbe an alle Freunde verteilen, die bei ihm kurz vor knapp noch um Karten bettelten.

„Es ist total eng, ihr seid alle da, das ist schön“, hat Lot dann am Freitagabend die begrüßt, die sich ihre Tickets rechtzeitig besorgt hatten. Und die sich im Folgenden als äußerst textsicher erweisen sollten – ungewöhnlich für einen Künstler, dessen großer Durchbruch trotz überschwänglicher Kritiken, einer bestens vernetzten Plattenfirma, großen Touren und namhafter Fürsprecher rätselhafterweise noch immer auf sich warten lässt.

Aber hier ist Leipzig, und hier fühlt es sich einfach gut an, mit Lot gleich im Eröffnungslied im Chor zu trällern: „Wir fahren durch Leipzig, du bist bei mir.“ Der Groove, den Lot am Klavier, Schlagzeuger Aron Schulze, Bassist Marco Lesche und Gitarrist Clemens Heger auf den Punkt bringen, pulsiert spätestens beim nächsten Stück „Du führst Krieg“ ohne Umwege in die Hauptschlagadern. „Wir sind zu Hause!“, ruft die Hauptperson in den Jubel hinein.

Kollegin Lea entert die Bühne

Neben den griffigen Fan-Lieblingsliedern von „Messer im Rücken“ über „Der Plan ist übers Meer“, „Ich schlag mich durch“, „Darth Vader“ und „Warum soll sich das ändern“ bis hin zu „Zwei Zimmer Küche Bad“ und Lots Live-Klassiker „Laden“ feiern die Anhänger auch etliche neue Nummern. Ein Liebeslied, das in einem Fastfood-Restaurant spielt, ist dabei. Und das stampfende „Was für ein Life“, von dem Lot kürzlich einen Videoclip veröffentlicht hat. Wie so oft setzt er darin seine wunderbar näselnde Stimme auch als Rhythmusinstrument ein.

Für die berührende Mutmach-Ballade „Nische“, bei der er sich in der Studioversion mit Alin Coen den Gesang teilt, entert Kollegin Lea die Bühne und darf noch drei eigene Lieder singen – zuletzt ihr „Wohin willst du“, das das DJ-Duo „Gestört aber geil“ diesen Sommer zum Hit gemacht hat. Lot spielt dazu sehr schön Klavier.

„Wir sind schon eine Weile auf Tour, und ich bin echt müde. Aber ihr gebt mir gerade enorm viel Kraft“, bedankt er sich kurz vor Konzertende. Als erste Zugabe jault Lot durchgeschwitzt wie dereinst Udo Jürgens in beeindruckend extrovertiertem Gesang von den Schattenseiten des vermeintlich glamourösen Musikerlebens. Doch die Show muss weitergehen. Die Menge soll ja noch hüpfen, laut „Es geht nie vorbei!“ mitsingen und leider vergeblich versuchen, zum Beginn zurückzuspulen.

Nächstes Lot-Konzert in der Region am 27. Oktober in der Dresdner Groove Station; Lea gastiert am 8. April im Neuen Schauspiel.

Von Mathias Wöbking

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