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Kultur Impericon-Festival eröffnet auf der Agra in Leipzig den Metal-Sommer
Nachrichten Kultur Impericon-Festival eröffnet auf der Agra in Leipzig den Metal-Sommer
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19:11 20.04.2014
5000 Fans trafen sich am Osterwochenende 2014 zum 4. Impericon-Festival auf der Leipziger Agra. Quelle: Susanne Richter
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Delitzsch/Leipzig

Zuvor mussten sie sich im Internet um die heiß begehrten Karten rangeln.

Selbst als sich die Tore zum Festivalgelände auf der Agra in Markkleeberg bereits geöffnet hatten, vermittelten weiterhin Besucher ihre Karten auf der Facebookseite der Veranstaltung.

Grund für all diese Euphorie waren nicht zuletzt auch Bands wie die britische Hardrockgröße Asking Alexandria, für die sich Leipzig als kurzer Zwischenstopp auf der Reise von den USA in Richtung Japan prädestinierte oder auch die alte Deutsche Metalgröße Maroon aus Nordhausen, die sich gerade auf ihrer Abschiedstour befinden.

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Genussvolle Metalcore-Predigt von Daniel Einter-Bates (Bury Tomorrow)

Selbst aus dem Schweizer Luzern reiste eine 42-köpfige Besuchertruppe an, die sich allesamt einen Reisebus charterten. Doch all der Weg sollte für viele kein Hindernis sein. „11 Stunden waren wir unterwegs und sind nun schon zum zweiten Mal hier“, erzählte Flavia Siegenthaler, die sich gemeinsam mit ihrer Freundin Nina Zegarelli aus dem Schweizer Luzern nach Leipzig begab. Nicht selten lagen die Anreisewege der Metalheads unter der 500-Kilometer-Marke. Doch die wohl größte Gruppe mit 141 Jungmetallern verschlug es aus der nördlichen Oberpfalz nach Sachsen. Ganze zwei Doppeldeckerbusse benötigte es, um diese Gruppe nach Leipzig zu befördern.

Bereits Mitte Februar vermeldete der Veranstalter das Leipziger Festival, als erstes von insgesamt vier seiner Art für „ausverkauft“, so Christian Stroeckel aus dem Marketing des Leipziger Veranstalters.

Als inzwischen feste Größe in Mitteldeutschland und für viele auch Auftaktsymbol für die nun beginnende Festivalsaison zeichnete sich das Leipziger Impericon Festival mit seinem Lineup auch neben den anderen - in Wien, Manchester (UK) und Köln - zu dem am meisten nachgefragtem Termin ab.

Nach vier Jahren steigert der Leipziger Textilhändler Impericon mit dem gleichnamigen Festival und seiner Liste an Veranstaltungen somit stets weiter seinen Bekanntheitsgrad. Auch der besonders jungen Zielgruppe, von „14 bis 29 Jahren“, so Christian Stroeckel, bietet der Veranstalter eine immer größer werdende Palette an musikalischen Veranstaltungen. Egal ob Festival oder eine Tour mit bekannten Bands. Der Name ist bei den Bands in der Szene weltweit bekannt.

Newcomer und altbekannte Größen teilen sich die Bühne

Bands wie der aus Braunschweiger stammenden Science of Sleep, die als „Opener“ den Tag eröffneten bietet das Festival ein Sprungbrett auf größere Bühnen. Einen Monat lang bereiteten sich die jungen Musiker, mit ihren 3,5 Jahre Banderfahrung, auf ihren bis dahin größten Auftritt vor, resümierte Gitarrist Sven Weber abseits der Menge auf dem Gelände. Damit bekamen die fünf jungen Musiker eine Chance, sich auf einer Bühne neben  eingefleischten Künstlern wie Maroon, die bereits seit 1998 über die Bühnen touren oder Internationalen Größen wie der Australischen Band Northlane zu positionieren.

Den ersten Höhepunkt des Tages bildete für viele der jungen Fangemeinde bereits am frühen Nachmittag die britische Band Bury Tomorrow. Mit aktuellen Songs wie „Man On Fire“ brachten die fünf Musiker aus Southhampton die Menge bereits zum toben. Was zuletzt nicht nur die beiden Freunde Marc Voves und Martin Krupička aus Tschechien überzeugte. „We love German Festivals“, sagte Martin der auch schon zur „Vans Warped Tour“ letztes Jahr in Berlin zu Gast war. Ganz klar überzeugt waren letztendlich aber beide Freunde über die Stimmgewalt von Sänger Daniel Winter-Bates und Jason Cameron von Bury Tomorrow.

Aber auch das Nordhäuser Urgestein Maroon wusste gekonnt zu improvisieren, indem Schlagzeuger Benjamin Kühnemund einen kurzen Aussetzer der Technik tadellos überspielte und die Menge vor der Bühne in Wallung hielt.

Einen der Höhepunkten in Richtung des Abends aber setzte für viele Asking-Alexandria-Sänger Danny Worsnop mit seiner rauchigen Stimme und einer ungedrosselten Bühnenshow. Doch auch wenn Worsnop gelegentlich erst beim zweitem Anlauf die Menge in Leipzig in einen tausend Mann starken Chor verwandelte, bei einem kurzem Rundblick über das Publikum der gut 5000 Besucher zeigte sich eine beeindruckende Atmosphäre. Diese verwandelte sich vor der Bühne nach dem Auftritt rasch in eine kreischende Menge aus jungen Frauen, die sich um verschwitzte Handtücher und Plektren ihrer Idole drängelten.

Das Finale und den Ausklang des Tages fand man schließlich mit der Hardcoregröße Hatebreed aus Connecticut, die neben einer Grammy-Nominierung für den Song „Live For This“ in der Kategorie „Best Metal Performance“ auch bereits einen Soundtrack zum Kinofilm Saw VI beisteuerten. Mit schweren und stampfenden Rhythmen, für die sie bekannt sind, holten die fünf Urgesteine des Hardcore nach elf Stunden Festival somit noch die letzten Kräfte aus ihrer Fangemeinde heraus.

Alexander Prautzsch

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