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Kultur In idealer Symbiose: Ensemble Amarcord eröffnet a cappella-Festival in Leipzig
Nachrichten Kultur In idealer Symbiose: Ensemble Amarcord eröffnet a cappella-Festival in Leipzig
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12:13 11.05.2014
Ensemble Amarcord und Berliner Lautten Compagney eröffnen in der Michaeliskirche das Leipziger "A-cappella-Festival. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Denn der Start zur 15. Ausgabe ist gar nicht a cappella. Diese Tatsache zieht sich als eine Art Running Gag durch den Abend - und sorgt für ein rhetorisch wie musikalisch brillantes Ping-Pong zwischen Sängern und Instrumentalisten.

Die Berliner Lautten Compagney musiziert mit Amarcord - und eine unterhaltsamere musikalische Begegnung lässt sich kaum wünschen. Zwei Spezialensembles, die sich und anderen nichts mehr beweisen müssen, entdecken da gemeinsam eine vielseitige und vielfältige Literatur - musikalisches Miteinander auf Weltniveau.

Madrigale, Chansons und Tänze aus dem "Teütsch Lautenbuch" 1566 des Melchior Neusiedler erklingen in diesem Konzert und präsentieren ein denkbar buntes Bild der Renaissance und ihres Musikbegriffs. Die Frische, mit der Núria Sanromà Gabàs, Martin Ripper, Hans-Werner Apel, Andreas Nachtsheim, Wolfgang Katschner sowie Peter A. Bauer ins historische Lautenbuch eintauchen, formen und gestalten, ist genau das, was Amarcord in ganz anderer Weise auch zu bieten hat. Musik entsteht hier in idealer Symbiose.

Auch in der relativ neuen Besetzung mit Wolfram Lattke, Robert Pohlers, Frank Ozimek, Daniel Knauft und Holger Krause sorgt das Ensemble Amarcord für einen Anstieg des Glückshormonspiegels. Wie gewohnt mit perfekter Stimmbeherrschung und Stilsicherheit, die im Wechselspiel mit überbordender Musizierfreude jeden mitreißen muss.

Dass die fünf Herren ein sicheres Gespür für Konzertdramaturgien mitbringen, ist kein Geheimnis - und mit diesem Eröffnungskonzert haben sie sich selbst übertroffen. Ein Problem stellt für viele nur dar, dass sie die geistvollen Einlassungen von Katschner und Knauft in der für Sprecher schwierigen Akustik des Kirchenraumes schlicht nicht verstehen können.

Die Lösung dieses Problems würde den Abend vollkommen gemacht haben. Aber auch so reicht es für berechtigt gewaltigen und andauernden Jubel. Es ist wieder A-cappella Zeit, und das tut gut.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Böhme-Mehner, Tatjana

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