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In völliger Ekstase: Prinz Pi im Haus Auensee

In völliger Ekstase: Prinz Pi im Haus Auensee

Friedrich Kautz, wie Prinz Pi bürgerlich heißt, hat auf seiner Tour zur aktuellen Platte "Kompass ohne Norden" am Samstagabend im Leipziger Haus Auensee Station gemacht.

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"Wir bleiben Anti": Friedrich Kautz alias Prinz Pi im Zwiegespräch mit seinen Fans.

Quelle: André Kempner

Der Saal war voll - kein Wunder, das Album erklomm Platz eins der deutschen Charts und bescherte Prinz Pi einen erheblichen Bekanntheitsgrad.

Prinz Pi ist eine deutsche Rap-Instanz. Sein Erfolg kam nicht über Nacht, 15 Alben veröffentlichte der Berliner mit enormem kreativen Output bisher. Dazu entstammen unzählige Mix-Tapes, Sampler, Exclusive-EPs seiner Feder. So ist es wenig verwunderlich, dass er Punkt 20 Uhr von der Bühne auf einen vollen Saal blickt. Im Publikum fiebern ihm nicht nur Anhänger erster Stunde entgegen, es haben sich Familienväter mit ihren Töchtern unter die Fans gemischt, die gerade einmal so alt sind wie das erste Album, das Kautz 1998 unter dem Künstlernamen Prinz Porno veröffentlichte.

2005 hat sich der 33-jährige, selbst Familienvater, jedoch umbenannt, um nicht fortwährend falsch kategorisiert zu werden. Zu den Familien gesellen sich bildhübsche Mädchen, die wie aus Prinz-Pi-Musikvideos kopiert und ins Haus Auensee eingefügt wirken. In den Silhouetten der Scheinwerfer bewegen sich Hände und Körper im Takt der Liveband, die mittlerweile die elektronische Musik vom Plattenteller auf Prinz-Pi-Konzerten ersetzt. Mittzwanziger und, nicht zu vergessen, Anhänger der ersten Stunde komplettieren das Publikum.

Kautz verbindet unterschiedliche, gesellschaftliche Gruppen mit seiner Musik, schafft es aber, jede gleich zu begeistern und mit seinen ehrlichen autobiografischen Texten mitzureißen. "Es ist viel cooler als gestern in München", lässt Prinz Pi verlauten und relativiert sich sofort im nächsten Satz, "gut, das hab ich da auch gesagt."

Während der Tour wird ein Livealbum eingespielt, in jeder Stadt ein Lied. Via Facebook wird einige Tage zuvor angekündigt, welcher Song auf welchem Konzert aufgenommen wird. Für Leipzig steht am Samstagabend "Moderne Zeiten" vom aktuellen Album auf der Wunschliste. Prinz Pi übernimmt, während die Tonbänder laufen, die Strophe, als dann das Publikum im Refrain einsetzt, reicht die dargebotene Lautstärke dem Künstler nicht aus, es muss nachgebessert werden. Als der zweite Versuch dann deutlich besser gelingt, verspricht Kautz: "Ich sage später, es hat gleich beim ersten Take funktioniert."

Seine Bühnenshow ist wenig extravagant, braucht sie auch nicht zu sein, die spezielle Note verleiht die Person Prinz Pi dem Abend selbst. Als eine der drei Zugaben spielt er "Generation Porno", die damit angesprochene, über viele Jahre hinweg angehäufte Anhängerschaft nimmt das Lied gerne an, um nochmals in völliger Ekstase zu verschwinden.

Zu "Wir bleiben Anti", dem vorletzten Lied des Abends, lässt Prinz Pi noch mal gruppenweise den Refrain üben. Er beginnt mit den "Seit-den-ersten-Tagen-Fans", gefolgt von den "Waren-schon-letztes-Jahr-da-Fans" und lässt schließlich die "neuen Hipster-Fans" separat den Text vortragen. Alle Gruppen bestehen mit Bravour. In den fast zwei Stunden Bühnenpräsenz bekommt das Publikum, was es erwartet und Prinz Pi verspricht: ehrliche Texte, mit voller Überzeugung und Leidenschaft dargeboten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.10.2013

Mathias Schönknecht

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