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Kultur Jüdische Klänge aus Griechenland in Leipzig
Nachrichten Kultur Jüdische Klänge aus Griechenland in Leipzig
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11:04 22.10.2015
Vor kurzem präsentierten Leipzigs Partnerstädte mit eigenen Bänken auf dem Augustusplatz – auch Thessaloniki weihte einen Sitzplatz ein. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Sephardische Melodien erklingen am 25. Oktober ab 19 Uhr im Saal des Zentrums der Jüdischen Kultur (Ariowitsch-Haus, Hinrichsenstraße 14). Der Chor der jüdischen Gemeinde Thessaloniki gastiert unter der Leitung von Kostis Papazoglou. Das griechische Thessaloniki (325 000 Einwohner) ist eine der 14 Partnerstädte Leipzigs.

Das Konzert ist Teil eines mehrtägigen Chorbesuchs in Leipzig und Dresden. Initiiert wurde der Besuch von Gisela Kallenbach, Vorsitzende des Fördervereins Synagoge und Begegnungszentrum Leipzig. Der Ariowitsch-Haus-Verein, das Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig und die KSW GmbH halfen bei der Realisierung.

Das Konzert ist ein Versuch, den Verlauf der traditionellen Musik der sephardischen Juden Thessalonikis im Wandel der Zeit darzustellen. Als die spanischen Juden im 15. Jahrhundert aus ihrem Land vertrieben wurden, war die Musik das Einzige, was sie aus ihrer Heimat mitnehmen konnten. Diese Musik half ihnen, ihre Erinnerung in der neuen Heimat Thessaloniki aufrechtzuerhalten. Die sephardische Musik entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte und wurde von verschiedenen musikalischen Tendenzen beeinflusst. Mit dem Holocaust nahm dieser Prozess ein abruptes Ende. Der größte Teil der jüdischen Bevölkerung Thessalonikis, die diese Musiktradition aufrechterhielt, wurde vertrieben oder ermordet. Die sehr wenigen Juden, die überlebten und nach Thessaloniki zurückkehrten, lebten lange mit dem Gedanken an diese musikalische Tradition weiter. Ein Gedanke, der schlussendlich 1995 dazu führte, in der jüdischen Gemeinde Thessalonikis einen eigenen Chor zu gründen, der das Erbe der spanischen Juden des 15. Jahrhunderts bewahren sollte. Zu seinem Repertoire zählen neben den sephardischen Liedern auch griechische und hebräische Stücke.

Das Ensemble bereiste bereits viele Länder. Mit seiner Musik nimmt es die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Zeit, malt ein lebendiges Porträt mit den Bildern und Düften einer Zeit vor dem Krieg – blühend und wohlhabend.

„Dieser Besuch reiht sich ein in unsere Aktivitäten zur Vernetzung der jüdischen Gemeinden und Gemeindezentren aus Leipzigs Partnerstädten“, erklärt Gisela Kallenbach. „Wir möchten damit eine Botschaft für Toleranz, kulturelle und religiöse Vielfalt und Offenheit sowie Solidarität verbreiten.“

Von LVZ

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